Amerikas neuer libyscher Krieg
Libyscher Soldat zeigt die Auflistung der Waffen aus dem ISIS-Camp in der Nähe von Sabrata. AP Photo/Mohamed Ben Khalifa
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Obama fängt einen lauwarmen Kampf gegen den Islamischen Staat in Nordafrika an.

Präsident Obama hat die harte Lektion lernen müssen, dass man im Krieg nicht den vorzeitigen Sieg erklären und dann nach Hause gehen kann. Das stimmte für Irak, wo die USA Tausende von Truppen wieder in den Kampf schickte, nachdem der Präsident den Krieg längst für vorbei und erledigt erklärt hatte. Es trifft genauso auf Afghanistan zu. Dort hat er sich von dem geplanten stillen Rückzug der U.S. Streitkräfte angesichts der großen Fortschritte der Taliban verabschieden müssen.

Die selbe Geschichte scheint sich jetzt in Libyen zu entfalten. Am Dienstag bestätigte die italienische Regierung, dass sie ein Erlaubnis für die in Sizilien basierende bewaffneten US-Dronen erteilten, so dass diese für die Einsätze gegen den Islamischen Staat in Libyen eingesetzt werden können. Die Italiener werden je nach Einzelfall die Genehmigung gewähren und auch nur für das, was sie für eine „deffensive Operation“ erachten würden. Am gleichen Tag zitierte amerikanische Presse die offiziellen Quellen mit der Aussage, dass die Dronen für den Schutz der US-amerikanischen Sondereinsatzkräfte genutzt werden, in Libyen und außerhalb.

Das kam der offiziellen Bestätigung am nächsten, dass US-amerikanische Sondereinsatzkräfte in Libyen operieren, ungeachtet der Enthüllungen vom Dezember, als eine der Schlüsselfiguren aus der Leitung eines Undercover-Teams per Zufall in den sozialen Netzwerken geoutet wurde, was einen hastigen Rückzug nach sich zog. Kein Geheimnis, dass die USA letzte Woche einen Luftschlag auf den Trainingscamp der IS in der Nähe von Sabrata, im Westen von Libyen durchführten, wobei mehrere Dutzende von Terroristen ums Leben kamen. Zuvor töteten USA im November ebenfalls mit einem Luftschlag Abu Nabil, einen der Anführer des Islamischen Staates.

Amerikas neuer libyscher Krieg
AP Photo/Mohamed Ben Khalifa

Der Islamische Staat hat um die 6000 Kämpfer in Libyen und kontrolliert einen breiten Küstenstreifen mit der Stadt Sirte in der Mitte. Am Mittwoch stürmten ISIS-Kämpfer die Sicherheitszentrale der Regierung von Sabrata und enthaupteten 12 Offiziere. Einer der Anführer des Islamischen Staates, Abu Bark al-Baghdadi, soll sich persönlich um die Operationen in Libyen gekümmert zu haben, was ihn ohne Zweifel zu einem der primären Ziele für die Europäer von der anderen Seite des Mittelmeeres macht.

Im Bewusstsein der wachsenden Bedrohung drängte das Pentagon das Weiße Haus den Islamischen Staat in Libyen anzuzielen. Joe Dunford, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs sagte, dass die USA eine „entscheidende militäre Aktion“ gegen die Gruppen vornehmen will. Doch Obama stellte sich dagegen aus der Ansicht, die Führung sollten die Europäer übernehmen. Während französische Einsatztruppen bereits auf libyschen Boden sind, zeigt Obamas Zögern den gleichen “Leiten-im-Hintergrund” Ansatz, der schon zu Libyen Abstieg ins Chaos führte.

Obama hofft auch, dass eine politische Vereinbarung zwischen zwei konkurrierenden Regierungen in Libyen den Weg für etwaige europäisch angeführte Friedenstruppen pflastern kann. Die einheitliche Regierung dagegen wird nicht in der Lage sein den Islamischen Staat zu beseitigen. Es ist weit hergeholt zu glauben, dass die europäischen Stabilisierungstruppen mehr Erfolg in Sachen Friedenbringen ernten werden, als vergleichbare Kräfte damals Mitte 1990er auf dem Balkan.

Der einzige Weg den Islamische Staat in Libyen zu besiegen ist, wenn die USA eine effektive Luft- und Boden-Kampagne zu dessen Zerstörung durchführt. Lokale Kräfte werden ohne eines dauerhaften US-Engagement keine Territorien zurück erobern und halten können. Die Welt sollte nicht erst nach einem großen Terroranschlag auf ein westliches Ziel die Maßnahmen ergreifen. Das Schlimmste ist die Aufschieberei, die auch in Irak von der Administration praktiziert wurde, bis die Bedrohung zu groß zum Ignorieren wurde.

Obama verbrachte seine Präsidentschaft in der Illusion, dass er Amerika vor dem Trauma des Nahen Ostens bewahren kann. Als Ergebnis wurden diese Traumata noch schlimmer. Der Präsident will diesen neuen libyschen Krieg herunterspielen, weil es sonst ein weiteres Eigeständnis des Scheiterns wäre. Also fügt man Libyen der steigenden Flut des Krieges hinzu, dass dieser Präsident seinem Nachfolger hinterlässt.

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