Was bedeutet die Zinswende für Deutschland?
AP/Jacquelyn Martin
Hauptseite Nachrichten, USA

Die Zinswende in den USA ist da. Doch hat sie überhaupt noch Auswirkungen auf Deutschland, oder ist sie nicht schon komplett eingepreist?

Jetzt ist sie also endlich da, die von vielen erwartete Zinswende in den USA. Am gestrigen Mittwoch dem 16. Januar um 14Uhr Ortszeit verkündete die Federal Reserve in Washington D.C. die erste Anhebung ihres Leitzinses nach fast einer Dekade. Es gibt verschiedene Ansetzungen und Meinungen, ob diese Anhebung nun der Beginn einer Serie von Zinsanhebungen war, oder ob es vorerst eine einmalige Aktion bleiben wird.

Die Auswirkungen auf Deutschland sind allerdings erst mal gering. Klar, höhere Zinsen in den USA bedeuten auf längere Sicht einen stärkeren US-Dollar. Dieser verteuert für Deutschland Importe von Öl und anderen Rohstoffen, da diese in US-Dollar abgerechnet werden. Auf der anderen Seite erhöht ein stärkerer US-Dollar die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen in den USA und allen anderen Ländern, deren Währungen an den US-Dollar gekoppelt sind.

Doch ist es nicht letztlich so, dass die Märkte diesen stärkeren US-Dollar schon seit längerer Zeit antizipiert haben? Schließlich stand der Euro zum US-Dollar noch im April letzten Jahres bei knapp 1,40 US-Dollar/Euro bevor sein Anstieg auf heute 1,08 US-Dollar/Euro begann. Dies war auch der Zeitpunkt, an dem die Fed damit begann, ihr Anleiheaufkaufprogramm zurück zu fahren.

Nachdem dieses Programm letztlich komplett auslief, ist die logische Fortsetzung die nun eingetretene Zinsanhebung. Neben der Historie, wonach die Fed ihre Zinsen gern mal mehrere Sitzungen in Folge ihre Zinsen jeweils moderat anhebt, ist dies der wohl wichtigste Indikator dafür, dass sich die relativ restriktive Geldpolitik der Fed fortsetzen wird.

Doch all das ist schon lange kein Geheimnis mehr und folglich schon längst in den Märkten eingepreist. Für Deutschland sind dagegen die Maßnahmen der EZB von wesentlich größerer Bedeutung. Es ist davon auszugehen, dass diese in ihrer Politik der Fed folgen wird, denn auch das zeigt die Historie. Doch bis dies der Fall sein wird, muss Europa erst mal noch ganz andere Probleme lösen. Das Nachziehen in der Geldpolitik durch die EZB wird deshalb diesmal deutlich später kommen.

Das eigentliche Problem einer Zinsanhebung in den USA ist nicht die Wirtschaft in den USA. Diese ist schon seit längerer Zeit sehr robust und kann sicher Leitzinsen von 3 bis 4% vertragen. Das Problem sind die Schulden des Staates und vieler Entwicklungsländer, welche ebenfalls in US-Dollar notieren.

Die Zinsanhebung macht die Bedienung dieser Schulden, welche einen Gesamtwert von mehreren Billionen US-Dollar aufweisen, noch schwieriger. Einige Entwicklungsländer könnten ernsthafte Probleme bekommen, wenn die Zinsen weiter anziehen.

Die Fed hat auch das im Blick. Daher ist auch nicht auszuschließen, dass die Fed ihre restriktive Politik wieder lockert, noch bevor die EZB auch nur in eine Situation kommt, in der sie über eine restriktivere Politik nachdenken kann. In der Zwischenzeit freuen sich die deutschen Exportunternehmen über ihre bessere Wettbewerbsfähigkeit in den USA.

Lesen Sie auch:

Хотите узнать больше о гражданстве за инвестиции? Оставьте свой адрес, и мы пришлем вам подробный гайд

Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.