Teslas chinesischer Konkurrent
Hauptseite Technologien

Dieser chinesische Tech-Milliardär will es mit Tesla aufnehmen.

Das Auto von morgen wird komplett elektrisch, selbstfahrend, mit Hochgeschwindigkeits-Kommunikationsnetzwerken...und kostenlos sein.

Und wahrscheinlich chinesisch.

Das ist zumindest die Vision von Jia Yueting, eines milliardenschweren Unternehmers einer neuen Sorte von Chinesen, die ihrer technologischen Expertise eine Generalüberholung der Autoindustrie und eine Überflügelung von Tesla Motors, US-Pionier in der Herstellung von Premium-Elektrofahrzeugen (EV), zutrauen.

„Tesla ist ein großartiges Unternehmen und hat die globale Autoindustrie in die EV-Ära geführt“, sagte Jia im Rahmen eines Interviews im Pekinger Hauptsitz seiner Le Holdings Co, oder LeEco. „Doch wir bauen nicht einfach nur ein Auto. Wir betrachten das Auto als smartes Mobilgerät auf vier Rädern, im Kern das Gleiche wie ein Handy oder Tablet.“ Jia, in einem schwarzen T-Shirt und Jeans dastehend, sagt:

„Wir hoffen Tesla zu überholen und die Branche in ein neues Zeitalter zu führen.“

Eine Reihe von EV-Startups ist in China auf den Plan getreten, seit die Regierung die Autoindustrie für kaufkräftige Technologiefirmen geöffnet hat um den Umstieg auf sauberere Elektroantriebe als Alternative zu benzinbetriebenen Autos zu fördern. Skeptiker fragen sich allerdings, wie LeEco seinen großen Worten überhaupt Taten folgen lassen will.

Als kleinen Vorgeschmack enthüllte der 43-jährige Jia letzte Woche das elektrische Konzept-Superauto LeSEE, ein Rivale von Teslas Model S. Das „smarte, vernetzte und selbstfahrende“ Auto wird diese Woche bei der Automesse in Peking der Öffentlichkeit präsentiert.

„Die Menschen stellten unseren Ansatz infrage, ein kleines IT-Unternehmen das ein Auto als Konkurrenz zu den BMWs und Teslas dieser Welt bauen will, und lachten uns aus. Es war nicht leicht, aber hier sind wir“, sagte Jia gegenüber Reuters.

Made in Nevada

LeEco strebt in wenigen Jahren den Produktionsbeginn in einer gerade im Bau befindlichen Fabrik an, die nahe Las Vegas vom strategischen US-Partner Faraday Future errichtet wird, in den Jia investiert hat. Diese Autos wären für den Markt in China und den Vereinigten Staaten gedacht. Darüber hinaus sollen in Zukunft auch in China Elektroautos produziert werden, wahrscheinlich im Rahmen einer Partnerschaft mit BAIC Motor.

Die mit dem Netz verbundenen Elektroautos werden ein „bahnbrechendes“ Preismodell ähnlich dem von LeEco in China verkauften Telefonen und TV-Paketen haben, so Jia. Sein Unternehmen, oft auch als Chinas Netflix bezeichnet, hat vor Filme, Fernsehsendungen, Musik sowie andere Inhalte und Dienstleistungen an die Fahrer seiner Autos zu verkaufen. Deswegen sagt er auch, „eines Tages werden unsere Autos kostenlos sein.“ Kurzfristiger dürfte der Meilenstein wohl eher bei „doppelter Leistung zum halben Preis“ liegen.

Neben LeEco beteiligten sich bereits chinesische Tech-Schwergewichte wie Baidu, Alibaba, Tencent und Xiaomi an über einem halben Dutzend EV-Startups wie NextEV und CH-Auto. Es wird allgemein erwartet, dass Chinas Bus-, Taxi- und Kurierunternehmen zum Umstieg auf Elektroautos ermutigt werden.

LeEco Mitbegründer und stellvertretender Vorstandsvorsitzender Hank Liu erklärt gegenüber Reuters:

„Wir entwerfen unser Auto unter einer völlig neuen Herangehensweise...anstatt Apple und Tesla zu kopieren. Unsere Produkte sind nicht lediglich Weiterentwicklungen von etwas bereits Existierendem. Sie sind revolutionäre… nie dagewesene Produkte.“

Finanzierung Clouds

Während die Eintrittsschranke nun niedriger ist, da Elektroautos zumindest mechanisch merklich einfacher herzustellen sind, stellen Skeptiker infrage wie Chinas StartUps Zehntausende branchenverändernde Evs finanzieren und herstellen wollen – vom Design bis zur Beschaffung der rund 10.000 zur Herstellung des fertigen Produktes benötigten Teile und Systeme.

Daimler ist nach Angaben von Huberturs Troska, Leiter des China-Geschäfts, letzten Monat von LeEco dazu eingeladen worden, das Unternehmen und sein Geschäftsmodell kennenzulernen. Liu erzählt Reuters:

„Ich sagte zu Herrn Troska, dass wir das Auto auf eine neue Stufe heben werden. Evs sind für uns lediglich ein weiterer Bildschirm. Wir sehen das Auto der Zukunft als Erweiterung des Internets, ein weiterer Eintrittspunkt für uns zum Verkauf internetbasierter Inhalte und Dienstleistungen.“

Auch Jia musste sich Fragen hinsichtlich seiner Finanzierung stellen. In den vergangenen drei Jahren waren Gerüchte im Umlauf, er wäre verschwunden und sein Reisepass sei aufgrund von Verbindungen zu einem Bruder von Ling Jihua eingezogen worden, ein hochrangiger Vertreter der Kommunistischen Partei der letztes Jahr festgenommen wurde und gegen den Ermittlungen wegen Bestechungsvorwürfen laufen.

Jia sagte er sei keineswegs verschwunden, sondern habe sich in einem kalifornischen Hotel aufgehalten um Tesla zu beobachten und ein Team zur Entwicklung von EV-Technologien zusammenzustellen. „Das war eine schwierige Zeit für uns, weil wir uns vielen Gerüchten von außen und inneren Umbrüchen ausgesetzt sahen“, sagte er unter dem Verweis, LeEco wäre damals mitten in der Expansion über sein Geschäft mit Streaming, Mobilangeboten und TV gewesen. „(Wenn) auch nur eine dieser Unternehmungen gescheitert wäre, hätte uns das das Genick brechen können“, hielt er fest.

Um zur Finanzierung des Vorstoßes in den EV-Markt beizutragen, verkaufte die Schwester Jias ihre Unternehmensanteile und stellte ihm dieses Geld zinsfrei zur Verfügung. Er verkaufte außerdem einen Teil seiner eigenen Aktien.

Er sagte Ling Wancheng, Bruder des in Ungnade gefallenen Politikers, sei „lediglich ein finanzieller Investor“ bei LeEco; er habe Ling Jihua nie getroffen; und sein Reisepass sei niemals konfisziert wurden.

Beschwerlicher Weg

Aufgewachsen in einer ländlichen Shanxi-Stadt im Norden von China arbeitete Jia kurz als Computertechniker eines Steuerbüros bevor er sich selbstständig auf den Weg machte, unter anderem mit dem Verkauf von Computerzubehör und der Leitung von Restaurants und Privatschulen. Auf Hinweis eines Verwandten fing er an, Batterien für leistungsstarke Mobiltelefon-Antennenmasten zu verkaufen – gerade als China Telecom sich auch in den ländlichen Gebieten ausbreitete.

2003 brach er in seine gebrauchtem Toyota nach Peking auf, mit 200.000 Yuan (nach damaligem Kurs ca. 31.000 $) in bar und mit dem Vorhaben, seine Firma Sinotel Technologies durch die Hinzunahme einfachen mobilen Video-Streamings auszubauen. 2007 brachte er das Unternehmen in Singapur an die Börse. Gemeinsam mit Liu registrierte er das, was jetzt LeEco ist – eine Gruppe die mittlerweile 11.000 Beschäftigte in China, Indien und den Vereinigten Staaten hat. Sein börsennotiertes Geschäft kam 2014 auf einem Umsatz von 6,8 Milliarden Yuan (1,05 Milliarden Dollar).

Kollegen und Freunde beschreiben Jia als scharfsinnigen Geschäftsmann, der „großzügig die Rechnung übernimmt“ und „nie aufhört zu arbeiten“. Forbes schätzt sein Vermögen auf 4,8 Milliarden Dollar (ca. 4,25 Mrd. €).

Um den Bogen von LeEcos IT-Hintergrund zur Autoindustrie zu schlagen, hat Jia Verbindungen mit den kalifornischen Unternehmen Atieva und Faraday geknüpft, eine Partnerschaft mit Aston Martin vereinbart und eine kooperative Beziehung mit BAIC ins Leben gerufen.

Laut Ding Lei, Autochef von LeEco und früher Top-Angestellter beim Joint Venture von General Motors China und SAIC Motor, liege der Vorteil LeEcos mit Blick auf die Autoindustrie von morgen teilweise darin, keine Altlasten der heutigen mit sich herumzutragen. Traditionelle Autobauer seien zu stark verbunden mit der Verbrennungsmotoren-Technologie, um sich schnell auf die Elektrotechnologie einzulassen, vermutet er.

„Schau, dieser Meilenstein kann nicht von traditionellen Autobauern kommen. Doch ein Unternehmen wie wir kann den direkten Weg zu rein elektrischen Autos nehmen.“

Хотите узнать больше о гражданстве за инвестиции? Оставьте свой адрес, и мы пришлем вам подробный гайд

Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.