Migranten suchen neue Wege nach Europa
Leonhard Foeger/Reuters
Hauptseite Meinung

Während die Europäische Union versucht Tausende von Migranten zurück nach Türkei zu schicken und die stark bereiste Balkanroute zu schließen, wird die Sorge immer realer, dass Menschen, verzweifelt auf der Suche nach Zuflucht, sich an Schleuser wenden.

Über 130.000 Migranten sind in diesem Jahr nach Griechenland eingereist, aber die nördliche Route durch die Balkanländer zu Orten wie Deutschland und Skandinavien sind größtenteils wegen strengen Grenzkontrollen blockiert.

Albanien, Ungarn, Bulgarien und Rumänien sind alternative Wege, sagen Regierungsminister und Experten und Spanien hat Kontakt mit Algerien und Marokko aufgenommen, um den Versuch zu unternehmen die Eröffnung neuer Routen von dort aus zu unterbinden.

Spanischer Innenminister Jorge Fernandez Diaz warnte, als er zu den Gesprächen mit seinen europäischen Amtskollegen in Brüssel ankam :

„Wir dürfen bei unserem Schutz nicht nachlassen. Wir müssen vorsichtig sein.“

Serbische Beamte bestätigen, dass etwa 150 Menschen täglich über die gefährliche Route über Bulgarien nach Serbien kommen, bei der häufig von Raubüberfällen und schweren Misshandlungen durch die Einheimischen berichtet wird.

Ein Gewinn für die Schleuser

Manche Experte sagen, dass die Schleuser diese vorläufige Vereinbarung zwischen EU und der Türkei wahrscheinlich ausnutzen werden. Tuesday Reitano von The Global Initiative against Transnational Organized Crime sagte gegenüber der The Associated Press: „Das wird ein absoluter Gewinn für Schleuser. Die Auswirkungen sind bereits sichtbar.“

Die Gruppen von 50 oder mehr Migranten wurden den Berichten zufolge, sagt er weiter, bereits durch Albanien von der örtlichen Mafia geschleust. Illegale Routen öffnen wieder in Ungarn, wo die Behörden berichten, dass mehr Menschen die Drahtzäune an der südlichen Grenze des Landes aufbrechen.

Italien befürchtet, dass viele nach Westen in Richtung Albanien fahren könnten, und in Booten die Adria zu überqueren. „Bisher haben wir keine Hinweise auf einen riesigen Zustrom“, sagte der italienische Innenminister Angelino Alfano. Es sei jedoch logisch unter den gegebenen Entwicklungen auf dem Balkan Bewegung zu erwarten, aber noch „ist es keine Tatsache“.

Während die Routen schwer zu überwachen sind, und der Lauf schnell von einem Tag auf den anderen ändern kann, berichtet die EU- Grenzschutzagentur Frontex, dass deren Personal bis jetzt keine große Veränderungen erkannt habe.

Krisenplan wird ausgearbeitet

Allerdings wird ein Krisenplan vorbereitet, sollten sich die Dinge ändern. Der stellvertretende Geschäftsführer der Frontex Berndt Korner sagte am Donnerstag in Belgrad:

„Albanien ist nur eine der Möglichkeiten. Das gleiche gilt auch für die Westküste Griechenlands und könnte auch für Montenegro gelten. (Ob) es bis Kroatien hochgeht bleibt abzuwarten, aber es ist definitiv eine der Möglichkeiten, die überprüft werden.“

Sobald das Wetter besser wird, könnten Menschen wieder auf der gefährlichen Seeroute aus Libyen nach Italien gehen. Tausende sind in den vergangenen Jahren gestorben vor der italienischen Insel Lampedusa bei dem Versuch einer solchen Überquerung.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere sagte, dass Berlin und Rom in einem engen Kontakt stehen „um schon im Vorfeld sicher zu gehen, dass sich nicht wiederholen wird, was sich entlang der Balkanroute ereignete“.

Türkey-Deal gesetzwidrig

Die Grundsatzvereinbarung der EU mit der Türkei – der juristische Komplex und das unklare Abkommen outsourcen im Grunde genommen die Misere europäischer Flüchtlinge – bleibt für viele besorgniserregend.

Guy Verhofstadt, der Spitzenkandidat der liberalen ALDE-Gruppe im europäischen Parlament warnt:

„Dieses Abkommen wird die Anzahl legaler Einreiseorte in die Union dramatisch verringern, die verzweifelten Flüchtlinge dazu zwingen andere Routen zu suchen. Wir werden wieder die Wiederbelebung der Lampedusaroute sehen, eine neue Maltaroute, eine neue Albanienroute und eine neue Bulgarienroute.“

Хотите узнать больше о гражданстве за инвестиции? Оставьте свой адрес, и мы пришлем вам подробный гайд

Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.