Mythen über Bio-Lebensmittel
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Verstehen wir “Bio” überhaupt richtig, oder dichten etwas dazu? Die größten und am weitesten verbreiteten Mythen über Bio-Lebensmittel.

1. Bio-Landwirtschaft beschützt die Tierwelt

Man hört es ständig von Leuten. Ja, organische Lebensmittel brauchen keine Pestizide oder Herbizide und schädigen daher weder Boden noch Tierwelt. Das einzige Problem ist, dass diese Art der Landwirtschaft sehr viel Ackerland benötigt, welches ohnehin schon knapp ist. Sollte sich die gesamte Welt entscheiden organische Anbaumethoden einzuführen, müssten wir 16 Mio. km² Wald roden. Tatsächlich haben moderne Landwirtschaftsmethoden ungefähr 24 Mio. km² natürlichen Lebensraumes gerettet.

2. Bio-Landwirtschaft wird die Welt vor Hunger bewahren

Wenn wir meinen, dass diese Art der Landwirtschaft uns vorm Hunger retten wird, sollten wir nochmal nachdenken. Ja es stimmt, dass es in einer Idealwelt besser sein könnte, Pestizide und Herbizide zu vermeiden. Doch eine reduzierte Nahrungsmittelproduktion würde lediglich noch weniger Essen für die hungrigen Menschen dieser Welt verfügbar machen. Diese kostet das Dreifache von traditionell hergestellten Lebensmitteln. Dies ist ein kontroverses Thema. Die Lektüre von Denis Avery's Buch Saving the Planet With Pesticides and Plastik kann einem hinsichtlich der Vorzüge hochentwickelter Landwirtschaft die Augen öffnen.

3. Bio-Landwirtschaft setzt keine Pestizide ein

Tatsächlich nutzen auch Ökobauern Pestizide und Fungizide, also kommt man nicht drum herum. Laut US-Bestimmungen sind 20 Chemikalien für organischen Anbau zugelassen und ständig in der ökologischen Landwirtschaft eingesetzt. Ein beunruhigender Umstand ist hierbei, dass diese nicht so effektiv wie die in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzten synthetischen Mittel sind. Es könnte also gut sein, dass organische Lebensmittel mehr Chemikalien beinhalten als nötig. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass organischer Anbau die doppelte Menge an Kupfer- und Schwefelfungiziden einsetzt wie die konventionelle Landwirtschaft.

4. Bio-Essen ist nahrhafter

Leider stimmt das keineswegs. Eine Reihe Studien haben nachgewiesen, dass organischer Mais mehr Flavonoide enthalten könnte als herkömmlicher Mais. Doch es gibt viele Studien die zeigen dass der Verzehr organischer Lebensmittel keinerlei ernährungswissenschaftliche Vorteile mit sich bringt. Die traurige Wahrheit ist dass der Nährwert vor allem von der Liegezeit des Gemüses abhängt. Selbst organischer Spinat verliert nach einer Woche im Laden 50% seiner wertvollen Bestandteile.

5. Bio-Lebensmittel sind sicherer

Viele Leute denken "Bio" bedeutet immer gleich sicherer und gesünder. Leider trifft das nicht immer zu. Zum Beispiel das berüchtigte Pestizid namens Rotenon. Ja es ist organisch, weil es aus Wurzeln und Stielen subtropischer Pflanzen gewonnen wird. Der einzige Haken ist dass Forscher herausfanden dass es die Mitochondrien abtötete, welche wie Kraftwerke für unsere Zellen sind. Es wurde auch als möglicher Auslöser mit der Parkinson Krankheit in Verbindung gebracht. Das ist nur ein Beispiel, aber generell enthalten viele Pflanzen toxische Mischungen ihrer eigenen Bakterien und Pilze. Nur weil sie keinen schier unaussprechlichen chemischen Namen tragen, sind sie nicht notgedrungen absolut unbedenklich für uns.

6. Bio-Landwirtschaft ist immer ökologisch

Das mag für einige Fälle zutreffen, doch schau, wie Statistiken und Bezeichnungen manipuliert wurden um den Hunger auf organische Zutaten zu stillen. Zum Beispiel der Fall organischer Milch. Die Nachfrage war derart groß dass riesige Nahrungsmittelkonzerne, die sich damit schmücken organische Milch zu produzieren, tatsächlich die Bestandteile importieren um die Lücke auszugleichen. Wie ökologisch ist das und wer kontrolliert Herkunft, Qualität, Reinheit und Unbedenklichkeit dieser importierten Bestandteile?

7. Bio-Lebensmittel sind sauberer

Egal ob ökologisch angebaut oder nicht, besteht bei Lebensmitteln immer die Gefahr einer Kontaminierung mit dem tödlichen E.coli-Bakterium, welches nur sehr schwer mit Antibiotika behandelt werden kann. Törichterweise glauben viele Menschen dass organische Lebensmittel vor dieser Art von Keimen besser geschützt sind. Tatsächlich sind sie das nicht und müssen genauso gründlich gewaschen werden wie in hochentwickelten Landwirtschaftsbetrieben produzierte Pflanzen. In den 10 Jahren zwischen 1991 und 2001 erlitten über 10.000 Menschen Lebensmittelvergiftungen durch E.coli-infizierte Nahrung und organische Lebensmittel trugen in vielen dieser Fälle die Schuld.

8. "Bio" ist eine Qualitätsgarantie

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat ein Zertifizierungsprogramm ins Leben gerufen (das USDA Organic Label), welches Produzenten dabei unterstützt die hohen Standards zu erfüllen, wenn sie dieses Siegel nutzen. Doch das Label sollte mit einer gewissen Vorsicht und Skepsis behandelt werden, wie Peter Laufer in seinem Buch, Organic: A Journalist's Quest to Discover the Truth Behind Food Labeling, darlegt. Laut Laufer war es äußerst schwierig die Herkunft bestimmter organischer Lebensmittel nachzuverfolgen.

9. Bio-Lebensmittelprodukte werden sorgfältig inspiziert

Ja, ökologische Bauernhöfe, Mitarbeiter, Transport und andere relevante Produktionsschritte werden inspiziert und die Güter anschließend zertifiziert. Das einzige Problem hierbei ist dass dieser Prozess oftmals nur unzureichend umgesetzt wird und es Zertifizierer gibt, die weitaus weniger streng und weitaus günstiger zu haben sind. Es gibt viele Interessenkonflikte und folglich auch keine hundertprozentige Garantie, dass jeder Hersteller von dir gekauften organischen Müslis oder organischer Äpfel ordnungsgemäß inspiziert wurde. Die organische Akkreditierung durch die USDA leidet unter konkurrierenden Bewertern.

10. Nachfrage für Bio-Lebensmittel steigt

Es gibt mächtige Lobbys die behaupten, dass die Nachfrage für organische Lebensmittel in exponentiellem Maße wächst. Im Vereinigten Königreich kann lediglich 1% der dort verkauften Lebensmittel als organische bezeichnet werden. Die Soil Association in Großbritannien verfolgt nach eigener Aussage eine nachhaltige Entwicklungsstrategie. Allerdings behaupten viele, es handele sich hier um nichts weiter als eine Handelsgruppe. Vielleicht besteht hier ein Interessenkonflikt.

Es ist unmöglich zu sagen ob organische Lebensmittel automatisch unbedenklicher und nahrhafter sind, als auf konventionelle Weise angebaute Nahrungsmittel. Es ist ein Minenfeld. Wie wir sehen konnten gibt es diesbezüglich eine Reihe von Mythen und viele falsche Behauptungen. Nichts an organisch ist grundsätzlich falsch, doch man sollte dieses Label mit einer guten Prise Skepsis genießen.

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