Fünf Gründe für Aktien-Rally nach den US-Wahlen
AP Photo/John Locher
Hauptseite Finanzen, US-Markt, USA

Howard Gold, Market Watch Analytiker, der auf Hillary Clintons Sieg setzt, erzählt über den baldigen Finanzsprung auf dem Markt.

Wir befinden uns beinahe am Ende des Präsidentschaftswahlkampfs, der nun schon 591 Tage dauert – Die Kanadier haben sich im letzten Jahr darüber beklagt, dass ihr Wahlkampf 78 Tage in Anspruch nahm. In weniger als einer Woche werden wir uns etwas neues suchen müssen, über das wir uns Sorgen machen können.

Vor kurzem habe ich geschrieben, dass der Wahlkampf die größte Unsicherheit des Markts ist. Und eben das ist der Grund, warum sich bezüglich der Aktien in den letzten drei Monaten beinahe gar nichts getan hat. Mit dem Tag der Wahl vor Augen, werden wir bald wissen, ob all die Angst berechtigt gewesen ist.

Danach werden sich die Sterne für eine Markterholung im vorteilhaften Monat November ausrichten. Und das tun sie aus fünf Gründen, die wie folgt lauten:

1. Die Wirtschaft in einer guten Verfassung

Am 28. Oktober verkündete das Commerce Department einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 2,9% im dritten Quartal. Dies ist zum Großteil dem Export von Sojabohnen zu verdanken und könnte sich in den kommenden Wochen vermutlich wieder einstellen, doch es war eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum 1% Plus aus der ersten Jahreshälfte.

Falls sich die jüngsten Trends fortsetzen, so sollte der Bericht über die Arbeitssituation, der am 04. November (für Oktober) veröffentlicht wird, sehr positiv ausfallen. Das Beschäftigungswachstum pendelte sich zwischen Juli und September auf 192.000 ein und verbesserte sich damit deutlich im Vergleich zur Flaute zu Jahresbeginn, ist aber dennoch weit vom monatlichen Zuwachs von 229.000 aus dem Jahr 2015 entfernt. Und auch wenn weder der durchschnittliche Lohn pro Woche, noch die Arbeitnehmerbeteiligung sonderlich veränderten, so ist es eine immer noch wachsende Wirtschaft, wenn auch nicht so schnell wachsend, wie wir es uns vielleicht wünschen würden.

Schlussendlich ist eine inverse Renditekurve (vorausgesetzt kurzzeitige Erträge sind größer als Langzeitbonds) einer der besten Indikatoren für eine bevorstehende Rezession. Doch wir befinden uns in keinster Weise nah an einer Rezession und kein anderer Faktor würde dafür sprechen. Seit 1967 gab es nur einen einzigen Einbruch der Aktienpreise um mehr als 20% ohne eine Rezession als Faktor, und das war der Crash von 1987.

2. Fed steht seit vergangenem Dezember still

Um ehrlich zu sein bin ich es leid, darüber zu schreiben, ob die Federal Reserve die Zinssätze anheben wird oder nicht, denn das wäre ohnehin nur für gewissermaßen hyperaktive Händler wichtig zu wissen. Am 2. November verschob das für den Zinssatz verantwortliche Federal Open Market Committee (FOMC) jegliche Möglichkeit zur Erhöhung der föderalen Fonds auf eine Tagung im Dezember, wofür Händler einen Anstieg um 0.25 Punkte zu 74% wahrscheinlich befinden.

Und selbst wenn dies passieren sollte, so wäre die Fondsrate des Fed immer noch bei nur 0,5% bis 0,75%. Im nächsten Jahr wird der FOMC wohl kompromissbereiter werden, was die Möglichkeit einer Zinssatzerhöhung schwieriger macht. Die einzige Überraschung für die Wall Street wäre, wenn das FOMC die Zinssätze im Dezember nicht erhöht und die Aktien somit an Wert gewinnen könnten.

3. Gewinne nehmen zu

Laut Howard Silverblatt von S&P, Dow Jones Indices haben 73% der Unternehmen, die am Montag ihre vierteljährliche Ergebnisse vorstellten, ihre vorausgesagten Umsätze übertroffen und 55% übertrafen die Schätzungen der Marktanalytiker.

John Butters, Senior Earnings Analyst für FactSet Research Systems schrieb am 28. Oktober bei einem Stand des S&P 500 SPX von -0,65%, dass die Erträge im dritten Quartal um 1,6% steigen werden: das wäre erste Mal seit dem ersten Quartal 2015, dass sie ein so großes Wachstum aufweisen. Die Rezession vom Kollaps der Ölpreise könnte damit ihr Ende finden.

4. Stimmung zu pessimistisch

Mark Hulbert, ein Kollege von mir bei My MarketWatch, stellte am 31. Oktober heraus, dass “ein großer Teil der Marktteilnehmer vor kurzem vorsichtig, um nicht zu sagen pessimistisch geworden ist.” Ein urheberrechtlich geschützter Index, den er verfolgt, veröffentlichte den Vorschlag einer Aktienexposition um 13,9%.

In der Zwischenzeit erfuhren die Investmentfonds ihre größten wöchentlichen Einnahmen der letzten fünf Jahre (16,3 Milliarden Dollar), denn Investoren stiegen auf Anleihen und passiv geführte Fonds um. Der bei +0,26% liegende CBOE Volatility Index VIX schnellte im vergangenen Monat über 50% in die Höhe. Gegner und Kritiker würden diese Trends natürlich allzu optimistisch finden.

Bärisch richtig handeln

5. Wahlkampf ist bald vorbei

Der sparsame Brief des FBI Directors James Comey an die republikanischen Kongressabgeordneten vom 28. Oktober offenbart, “dass Emails, die einschlägig für weitere Untersuchungen sind, gefunden wurden”, die Hillary Clinton von einem privaten Email Server des State Departments versendete und somit die Überraschung des Oktobers, auf die jeder gewartet hatte, garantierte.

Doch Donald Trump, der Kandidat der Republikaner, schloss diese Lücke schon, bevor die Nachrichten hierüber an die Öffentlichkeit kamen. Clintons mangelndes ethisches Verhalten hat einige republikanische Wähler dazu gebracht, zu Donald Trump zurückzufinden.

Ich denke, dass sie aufgrund der vorgezogenen Wahlen, ihrer besseren Organisation und ihres strukturellen Vorteils im Wahlausschuss sowohl auf der Ebene des Volksentscheids, als auch auf der Ebene der Wahlabstimmung gewinnen wird, wenn auch nicht mit dem großen Vorsprung, den ich vor gewisser Zeit vorausgesagt hätte.

Die Chancen der Demokraten, den Senat abzulösen, sind geringer geworden und die Wahrscheinlichkeit, dass sie im House gewinnen, sind gleich null. Dies ist das passende Rezept für einen kompletten Stillstand, den außer die Wall Street wohl niemand haben wollen würde.

Ein großes Stellvertretersymbol wäre natürlich der Sieg von Trump. Die Vorstellung von Herrn Unvorhersehbar im Oval Office hat natürlich allgemeine Panik zur Folge. Mit Justin Wolfers von der University of Michigan und Eric Zitzewitz vom Dartmouth College, kalkulieren zwei Ökonomen, dass die weltweiten Aktienpreise mit einem Sieg von Trump zwischen 10% bis 15% einbrechen würden. Dies könnte die Kaufoptionen natürlich ins Immense steigern, doch das sparen wir uns für eine andere Kolumne auf.

Lesen Sie auch:

Хотите узнать больше о гражданстве за инвестиции? Оставьте свой адрес, и мы пришлем вам подробный гайд

Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.