Wird Amazon zum wertvollsten Unternehmen der Welt?
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Apple tritt zurück und die Anleger setzten lieber auf Jeff Bezos Unternehmen.

Amazon-Verfechter scheinen darauf zu setzen, dass das Unternehmen innerhalb der nächsten Dekade eine Marktkapitalisierung im Billionenbereich haben wird.

Für den Großteil der vergangenen fünf Jahre war Apple (NASDAQ: APPL) das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt. Während der iPhone-Hersteller im vergangenen Jahr einiges an Momentum eingebüßt hat, verfügt Apple nach wie vor über eine Marktkapitalisierung von rund 600 Milliarden Dollar.

Die Anleger allerdings scheinen auf eine Wachablösung im Verlauf der nächsten Jahre zu setzen. Trotz eines Ausverkauf infolge seines letzten Gewinnberichts hat sich der Wert Amazon.com-Aktien (NASDAQ: Amazon.com [AMZN]) seit Anfang 2012 vervierfacht. Seine Marktkapitalisierung von knapp 375 Milliarden Dollar macht es zu einem der fünf wertvollsten Unternehmen der Welt.

Wenn man bedenkt, dass Amazon.com seine Profite nahezu vollständig reinvestiert, während Apple den Großteil seines Cashflows an die Aktionäre ausschüttet, lässt die stark wachsende Marktkapitalisierung von Amazon vermuten, dass Anleger von ihm erwarten, in den nächsten zehn Jahren zum wertvollsten Konzern der Welt zu werden.

Umfangreiche Investitionen in Amazon.com

Amazon-Aktien haben in den vergangenen beiden Jahren erheblich zugelegt, da das Unternehmen es endlich geschafft hat, stabile Profitsteigerungen zu erwirtschaften. Hauptfaktoren waren dabei das atemberaubende Wachstum der Amazon Web Services und die Erträge aus den Investitionen in das Einzelhandelsgeschäft von Amazon.

In der ersten Hälfte des Jahres 2016 hat sich das operative Ergebnis Amazon's auf 2,36 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht -- im Vergleich zu 719 Millionen Dollar im Vorjahr -- was eine Umsatzsteigerung von 30% bedeutet. Diese starke Performance sorgte für den aktuellen Aufstieg der Aktie, von rund 600 Dollar Ende April auf ein Allzeithoch von 847,21 Dollar letzten Monat.

Allerdings brachten die Amazon-Zahlen im dritten Quartal den größten Optimisten eine Prise Realität. Der Umsatz steigt immer noch stark, jedoch wuchsen auch die Kosten im vergangenen Quartal in erheblichem Umfang. Infolgedessen wuchs der operative Gewinne mit einer etwas geringeren (aber trotzdem noch beneidenswerten) Rate von 42%. Daher fielen die Erträge etwas geringer aus, als von Analysten erwartet.

Auf der Amazon-Gewinnkonferenz verwies CFO Brain Olsavsky darauf, dass der Konzern in den vergangenen Monaten eine außergewöhnliche Anzahl neuer FULFILLMENT CENTERS eröffnet habe: 18 im dritten Quartal und weitere fünf im Oktober. Darüber hinaus investiert Amazon umfangreich in die Erschließung neuer Video-Streaming-Inhalte für Prime-Abonennten und die Werbung für die firmeneigenen Originalserien.

Diese kürzlich erfolgten Investitionen dürften im vierten Quartal und unter Umständen bis ins Jahr 2017 hinein die Profitabilität drücken. Olsavsky äußerte sich nicht konkret zum Umfang zukünftiger Investitionen -- Amazon tendiert zu relativ starkem Opportunismus, sodass die Profitkurve weiterhin 'schwankend' bleiben dürfte.

Zwei verschiedene Marktkapitalisierungskurven

Obwohl Apple und Amazon.com beide Aktienwerte mit riesiger Marktkapitalisierung sind, könnten sich hinsichtlich ihrer Cashflow-Profile kaum unterschiedlicher sein. (Rein theoretisch sollte die Marktkapitalisierung eines Unternehmens dem gegenwärtigen Wert und dem zukünftig erwarteten Cashflow entsprechen.)

Apple generiert erheblich mehr operativen Cashflow als Amazon.com, selbst nach dem schnellen Wachstum des Letzteren in den vergangenen Jahren. Es investiert einen relativ geringen Anteil dieses Kapitals zurück in das Unternehmen und leitet regelmäßig 80% oder mehr seines operativen Kapitals in den freien Cashflow. In den letzten Jahren hat es sprichwörtlich den gesamten freien Cashflow über Dividenden und Aktienrückkaufe an die Aktionäre ausgeschüttet.

Im Gegensatz dazu hat Amazon.com noch nie eine Dividende ausgezahlt und in den letzten Jahren auch keine Aktien zurückgekauft. Stattdessen reinvestiert Amazon nahezu alle operativen Gewinne in das Geschäftsmodell, nachdem es sich auf die Auswirkungen seiner großzügigen Aktienkompensation und die umfangreiche Inanspruchnahme von Kapitaldarlehen gerüstet hatte.

Doch was folgt aus alldem? Aus Anlegerperspektive muss die Marktkapitalisierung von Apple nicht besonders stark steigen, um den Investoren gute Gewinne einzubringen. Da Apple regelmäßig Kapital im Umfang von 7% oder mehr seines Marktwerts in Form von Rückkäufen und Dividenden ausschüttet, würden Anleger selbst bei einer gleichbleibenden Marktkapitalisierung stabile Erträge erwarten können.

Im Gegensatz dazu hat Amazon bisher keinerlei Kapital an Anteilseigner ausgeschüttet. Mit Blick auf die aggressiven Reinvestitionspläne des Unternehmens könnte es auch noch viele Jahre dauern, bis sich daran etwas ändert.

Die Marktkapitalisierung von Amazon würde innerhalb nur eines Jahrzehnts eine Billion erreichen, wenn es in diesem Zeitraum ein jährliches Wachstum von 10% erreicht. Sollte Apple ein identisches jährliches Ertragswachstum von 10% erreichen, aber weiterhin nahezu den gesamten verfügbaren Cashflow an seine Aktionäre ausschüttet, würde dessen Marktkapitalisierung auf lediglich 800 Milliarden Dollar steigen.

Natürlich muss jeder für sich selbst einschätzen, wie Apple und Amazon in den nächsten Jahren tatsächlich vorgehen werden. Doch wenn Amazon nahezu alle Profite in das Unternehmen reinvestiert, während Apple einen Großteil an die Aktionäre zurückgibt, wettet Mr. Market, dass Amazon in weniger als 10 Jahren Apple bei der Marktkapitalisierung überflügeln wird.

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