Das gleiche Portfolio erstellen, wie die erfolgreichsten Investoren
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Was das Smart Money von der Mischung aus Aktien, Anleihen und exotischen Investments hält.

Wie viel seiner Ersparnisse sollte man in das Börsenkasino stecken? So ziemlich alles, wenn es nach Warren Buffett geht. Gar nichts, meint ein Kollege in Panikstimmung, der gerade seine letzte Aktie verkauft hat.

Anleihen? Heutzutage werfen die kaum mehr als nichts ab. Vielleicht sollte man nicht eine Einzige besitzen.

Es folgt eine Übersicht beachtenswerter Portfolios, vom Spielzeugen für Milliardäre bis zu einer klassisch ausbalancierten Zusammenstellung der Fed-Vorsitzenden. Wir werden demonstrieren, wie man mithilfe von Exchange Traded Funds einige dieser Strategien umsetzen kann.

Ausgangspunkt ist ein vom Investor Warren Buffet zusammengestelltes Beispiel-Portfolio. In einem Rundbrief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway erklärte er, dass die Bestimmungen in seinem Testament verfügen, 90% des seiner Frau hinterlassenen Kapitals in einem Börsenindexfonds und 10% in kurzfristigen Staatsanleihen anzulegen.

Ist diese Mischung die richtige für das eigene Portfolio? Vielleicht – wenn man den nächsten 50%-Absturz aushalten kann. Doch selbst wenn man nicht so unbekümmert mit Risiken umgeht, sollten einem zwei verdächtige Dinge auffallen, die in dem Buffett-Portfolio fehlen.

Eines davon sind langfristige Anleihen.

Doch diese würden bei einer erneut aufkommenden Inflation große Schäden verursachen. Bonds sind schon seit langem ein rotes Tuch für Buffett. In einer vor drei Jahrzehnten gehaltenen Rede erklärte er bereits, warum er keine Papiere besitzen wollte, die derart offensichtlich abhängig von der Neigung von Regierungen seien, ihre Währungen abzuwerten.

Seit dieser Rede sind Inflation und Zinsraten erheblich gefallen und Staatsanleihen haben erhebliche Renditen erbracht. Doch die Bond-Skeptiker könnten trotzdem noch Recht behalten, vielleicht sogar zu Buffetts Lebzeiten.

Das andere in Buffetts Testament fehlende Element ist jegliche Allokation zu Hedgefonds.

Einige laufen gut, doch in der Regel schieben sie lediglich unter großem Aufwand Gesellschaftsvermögen hin und her, ohne diese zu vermehren. Buffett hat eine langfristige Wette zwischen dem von ihm empfohlenen Börsenindexfonds und den kostenintensiven Fonds eines anderen Players laufen. Bislang liegt er weit in Führung.

Um den 90/10-Plan Buffetts umzusetzen, sollte man sich günstiger Indexfonds bedienen: Schwab Short-Term U.S. Treasury ETF (NYSE: SCHO) und Vanguard 5000 ETF (NYSE: VOO).

Im ziemlichen Gegensatz zu Buffett steht Geschäftsmann Carl Icahn, dessen Kapital auf folgende Weise aufgeteilt ist:

Einfache Sterbliche können das nicht umsetzen. Man könnte allerdings beiden Milliardären nacheifern, indem man Bonds meidet und eine kleine Nebenwette auf Icahn Enterprises (NASDAQ: IEP) abschließt. Diese Nasdaq-gehandelte Partnerschaft könnte gut laufen, sofern der Kongress nicht die von Hedgefonds ausgenutzten Steuerschlupflöcher schließt.

Doch was ist mit Leuten, die zwar wohlhabend sind, aber nicht Buffett-reich? Das untenstehende Tortendiagramm stammt aus einer Umfrage unter Anlegern, durchgeführt von der Consulting- und Tech Outsourcing-Firma Capgemini.

Die Prozentsätze beziehen sich auf Nordamerikaner mit einem Anlagevermögen von mindestens 1 Million Dollar. Capgemini schätzt den Umfang dieser Gruppe auf 4,8 Millionen mit einem kumulierten Vermögen von 16,6 Billionen Dollar.

Der Immobilienbereich schließt hier Erstwohnsitze aus. Zu den weiteren Kategorien gehören Hedgefonds, Rohstoffe, Private Equity Partnerships und Unternehmen wie Pizzadienste.

Man kann nicht alle davon mit Geldanlagen replizieren, aber in einigen Kategorien kann man dem relativ nahekommen. Anstatt der Immobilienanlagen könnte man beim Fidelity MSCI Real Estate ETF (NYSE: FREL) einsteigen. Diesem gehören Immobilienfonds wie Simon Property Group (NYSE: Simon Property Group [SPG]) und American Tower Corp. (NYSE: American Tower Corporation [AMT]) Rohstoffanlagen sind problematisch für Investoren, die auf die Kosten achten, doch zumindest ein Teil davon könnte von einem weiteren Fidelity-Branchenfonds aufgefangen werden, dem MSCI Energy ETF (NYSE: FENY). Dieser hält Anteile von Öl- und Ölservice-Konzernen wie Exxon Mobile (NYSE: Exxon Mobil Corporation [XOM]), Chevron (NYSE: Chevron Corporation [CVX]) und Schlumberger (NYSE: Schlumberger [SLB]).

Wenden wir uns nun der Stiftung einer klangvollen Universität zu. Yale's 26 Milliarden Dollar (Stand 30. Juni 2015) werden von Revolverhelden verwaltet, welche nur Verachtung übrig haben für die Sorte handelbarer Sicherheiten, die man bei seinem Online-Broker erhalten kann.

Yales kümerlicher Anteil handelbarer Aktien (von denen zwei Drittel Beteiligungen an ausländischen Unternehmen sind) wird ergänzt durch eine winzige Allokation zu Bonds.

Kleine Anleger können die Neigung zu ausländischen Aktien kopieren. Die Ergebnisse Yale's mithilfe von Alternativen nachzuahmen stellt eine weitaus größere Herausforderung dar. Bei der prestigeträchtigen Stiftung stehen Hedgefonds, Private Equity Manager und andere Anbieter von Anlageprodukten Schlange und heischen um Aufmerksamkeit. Sie bieten Yales Bedingungen an, von denen gewöhnliche Menschen nur träumen können.

Man braucht sich nur den größten Anteil der alternativen Allokationen anzuschauen, die 20,5% des Kapitals der Universität, die Absolute Return-Strategien gewidmet sind. Der Gedanke dahinter ist, dass man mit einer cleveren Mischung aus optimistischen und pessimistischen Aktienpositionen sowohl in steigenden als auch in sinkenden Märkten positive Renditen erzielen kann.

Das mag auf Yale zutreffen, tut es aber nicht für die Masse der Einzelhändler. Morningstar führt neun Aktienfonds auf, die „Absolute Return“ im Namen stehen und verfügbare Statistiken über die letzten drei Jahre haben. Die auf Jahresbasis umgerechneten Renditen dieser Gruppe lagen im betreffenden Zeitraum bei durchschnittlich -1,4%.

Doch es gibt noch mehr Exoten im Yale-Stundenplan. Die Universität hat frühzeitig auf Amazon (NASDAQ: Amazon.com [AMZN]), Google (NASDAQ: Alphabet Class A [GOOGL]), Facebook (NASDAQ: Facebook [FB]) und LinkedIn (NYSE: LNKD) gesetzt und mit diesem Risikokapital ein Vermögen verdient. Man bekommt zwar nicht die gleichen Bedingungen, kann jedoch mithilfe des Power Shares ETF (NASDAQ: PowerShares QQQ Trust, Series 1 [QQQ]) durchaus am Technologiefeld teilhaben.

Yale hält Anteile an Öl-, Gas-, Holz- und Bergbauunternehmen. Es wäre nicht sinnvoll diese Privatgeschäfte nachahmen zu wollen, es sei denn, man hätte 1 Milliarde Dollar zur Investition in natürlich Ressourcen übrig. Man könnte allerdings mithilfe eines Branchenfonds wie dem Fidelity Energy ETF oder einem Immobilienfonds wie Rayonier (NYSE: RYN), dem Waldgebiete im Nordwesten und Neuseeland gehören, durchaus am Rohstoffsektor teilhaben.

Wie investieren wirklich intelligente Leute? Schauen wir uns die Beteiligungen der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen und ihres Ehemanns, des Wirtschaftswissenschaftlers und Nobelpreisträgers George Akerlof, an. Auf Grundlage von Yellens offiziellen finanziellen Angaben können wir auf folgende Verteilung schließen:

Die Prozentsätze sind nicht gesichert, da die Angaben Vermögenswerte in bestimmten Spannen angeben, anstatt in exakten Werten, aber sie liegen wahrscheinlich sehr nahe an der Wahrheit. Wir haben leistungsorientierte Pensionen in die Festzinskategorie eingeordnet, unter Nutzung von mithilfe der Annuitätentilgungsberechnung erhaltenen Werten.

Die Allokation zu alternativen Anlageformen des Power-Paares liegt bei 0%, also kann man das Portfolio mithilfe von ETFs replizieren. Sie haben eine winzige Summe in indivudellen Aktien angelegt, wobei sie für den Großteil ihres Geldes günstige Indexfonds bevorzugen. Ihr Verhältnis von einheimischen zu ausländischen Aktien liegt bei chauvinistischen 2:1.

Mehr Mainstream als das ist kaum möglich. Zum Abgleich kann man zu Fidelity’s Asset Allocation Tool gehen und sich als moderat risikotoleranten Anleger einstufen. Herauskommen wird etwas wie eine identische Kopie von Yellen-Akerlof.

Die Umsetzung ist einfach. Für US-Börsen sollte man dazu über die von Buffett empfohlenen S&P 500-Unternehmen hinausgehen um, wie die Yellen-Familie, kleinere Unternehmen einzuschließen. Ein guter vollumfänglicher einheimischer Börsenfonds ist der Vanguard Total Stock Market (NYSE: VTI). Ausländische Aktien sollte man sich über den Vanguard Total International Stock (NYSE: VXUS) zulegen, festverzinsliche Anlagen mit dem Schwab U.S. Aggregate Bond (NYSE: SCHZ).

Unser letztes Portfolio stammt von einem Investor des 19. Jahrhunderts, um ein Risikoelement zu verdeutlichen, welches von Experten nur selten beachtet wird. Meine Quelle ist 'The Hare With Amber Eyes – Saga von Aufstieg und Fall eines europäischen Vermögens'. Ignace Ephrussi, der zweitreichste Bankier in Wien, hatte 1899 ein folgendermaßen aufgeteiltes Anlagenbuch:

Das Geldkapital bestand aus Gold, damals noch eher eine Form von Geld als eine Rohstoffspekulation.

Riskant? Ja, aber nicht so sehr wegen der hohen Allokation zu Aktien, als aufgrund der Heimat der Vermögenswerte. Als die Nazis Österreich überrannten konfiszierten sie alles.

Das relativiert die Risikoeinschätzungen – all die Betas, Sharpe-Ratios und Korrelationskoeffizienten. Man kann das perfekte Portfolio aufbauen und dann dabei zusehen, wie alles gestohlen oder in Grund und Boden versteuert wird. Keine Formel wird einen vor allen Unsicherheiten schützen können.

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