Microsoft mal anders
Beck Diefenbach/Reuters
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Niemand bemerkte so richtig, wann Microsoft Research dem Club der bekanntesten Forschungsteams beitratt.

Im Lauf der Jahre haben Alphabet (NASDAQ: Alphabet Class A [GOOGL]) und Facebook (NASDAQ: Facebook [FB]) in alles von laufenden Hunderobotern bis hin zu autonomen, in großer Höhe fliegenden Windturbinen-Flugzeugen investiert. Obwohl sie nicht immer in direkter Verbindung zum Kerngeschäft stehen, bieten diese Investitionen ein Ventil für großzügige Kapitalflüsse und könnten zukünftige Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Auf jeden Fall sorgen verrückte Forschungsprojekte für Aufmerksamkeit für das Unternehmen, was mit Sicherheit auch nicht verkehrt ist.

Allerdings sind diese Beiden nicht die einzigen Tech-Unternehmen, die in der Hoffnung auf üppige Gewinne in großem Stil in abwegige Forschungsprojekte investieren. Microsoft (NASDAQ: Microsoft Corporation [MSFT]) beschäftigt hunderte von Wissenschaftlern im Rahmen einer mächtigen, als Microsoft Research bekannten, Abteilung, welche ihren Beitrag zu fast jedem von dem Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten verkauften Produkte geleistet hat. Tatsächlich hatte Microsoft Research einen gewichtigen Anteil an Stimmerkennungs-Software, der Smartwatch und globalen Kartierungsprogrammen. Das Tablet hat es sogar erfunden.

Vielleicht verärgert darüber, dass Microsoft nicht als erstes kommerziell von seinen vielen Erfindungen profitiert hat, entschloss sich das Management Anfang 2015 zu einer Neuausrichtung der firmeneigenen R&D-Abteilung, welche es den Forschern erlaubt, noch größere Risiken einzugehen. Hier sind die drei faszinierenden Forschungsprojekte Microsoft's, von denen die meisten wahrscheinlich bisher noch nie gehört haben.

Erprobung künstlicher Intelligenz in China

Im Jahr 2015 begann Microsoft in China den „größten Turing-Test der Geschichte“ mit seinem fortgeschrittenen Chatbot namens Xiaoice, welche auf Fragen reagieren und sich mit menschenähnlichen Antworten an Gesprächen beteiligen kann. Anfang dieses Jahres nutzten geschätzte 40 Millionen Personen diesen Service.

Das macht Xiaoice für Microsoft zu einem wichtigen öffentlichen Test künstlicher Intelligenz, nicht nur aufgrund der so gewonnenen Daten, sondern auch weil es auf der Bing-Suchmaschine des Unternehmens aufbaut. Einige Erkenntnisse können zudem in anderen internen Projekten zur Anwendung kommen die auf Bing und künstlicher Intelligenz basieren, wie zum Beispiel der Virtual Assistant Cortana, neue Anwendungen bei Office 365 oder die mobile Tastatur-App Swiftkey. Andere Erkenntnisse könnten unter Umständen zu neuen, teilweise mit Microsoft-Technologie betriebenen Anwendungen führen, von Mental Health Apps bis hin zu den „Gehirnen“ hinter neuen intelligenten Anwendungen im Haushalt.

Natürlich müssen, wie beim berüchtigten Chatbot Tay zu beobachten ist, noch einige Schwachstellen behoben werden, bis zumindest ein Teil des Potenzials künstlicher Intelligenz vollständig ausgeschöpft werden kann.

Tragbare Geräte der nächsten Generation

Microsoft prophezeit tragbaren Geräten, oder Wearables, eine große Zukunft – und es hat den Worten Taten folgen lassen. Das Unternehmen hat sich mit dem MIT Media Lab zur Entwicklung von DuoSkin zusammengetan, ein tragbares Tattoo das als Touchscreen genutzt werden könnte, um mobile und intelligente Anwendungen zu steuern. Bisher ist das temporär tragbare Tattoo lediglich ein Projekt, die Datenerfassung dient also aktuell ausschließlich Forschungszwecken, doch diese Erkenntnisse werden ihren Beitrag zu den Grundlagen potenzieller zukünftiger tragbarer Geräte leisten, die sich erheblich von den derzeit auf dem Markt erhältlichen unterscheiden.

Keine Sorge, auch bereits kürzer vor der Markteinführung stehende Wearables sind schon in Lauerstellung. Microsofts Augmented Reality-Headset namens HoloLens hat von früheren Entwicklern überragende Bewertungen erhalten – was eine Trendwende weg von vorheriger Hardware (Xbox 360 und Surface Tablets der ersten Generation) bedeutet, die bei ihrer Markteinführung unter Problemen bei der Qualitätskontrolle litten. Es ist federleicht, komplett kabellos, und ermöglicht es den Nutzern im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern im Bereich Virtual Reality, sowohl die echte als auch die veränderte Welt zu sehen. Das Unternehmen verkauft aktuell Prototypen für 3.000 Dollar an ausgewählte Kunden, obwohl bisher noch nichts über Preise für den Massenmarkt bekannt ist.

Software schluckt Labware

Ob man es glaubt oder nicht, Microsoft hat damit angefangen, seine Investitionen in Biotechnologie und Manipulative Biologie erheblich ausgeweitet. Gemeinsam mit der University of Washington hat Microsoft Daten im Umfang von 200 Megabytes in DNA-Strängen gespeichert. Obwohl 0,2 GB keine beeindruckende Datenmenge darstellt waren die Forscher in der Lage, diese auf unglaublich kleinem Raum zu speichern.

Vielmehr könnte die Datenspeicherdichte von DNA es ermöglichen, alle Daten eines großen Rechenzentrums in einem Volumen zu speichern, welches jenem einiger weniger Zuckerwürfel entspricht. Die gesamten digitalen Daten der Welt könnten in die Kofferräume einer Handvoll Vans passen. Sie befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium, doch DNA-Datenspeicherung könnte durchaus die Zukunft sein.

Währenddessen tat sich Microsoft im April mit dem Start-Up im Bereich Manipulativer Biologie, Synthace, zusammen, welches Azure Cloud Analytics und Machine Learning dazu verwenden wird, effizienter industrielle Mikroben zu entwickeln die in der Lage sind, chemische Bestandteile für Medikamente, Geschmacksverstärker, Düfte, Tenside und vieles mehr zu produzieren. Die strategische Partnerschaft ermöglicht es Synthace, einen größeren Bereich des Designs im Zusammenhang mit Genomik, Wirkstoffforschung und industrieller Fertigung abzudecken, ohne hunderte R&D-Forscher beschäftigen zu müssen.

Während sich immer mehr Unternehmen aus dem Feld der Manipulativen Biologie dem Machine Learning und sogar künstlicher Intelligenz zuwenden, könnte sich früher Vorstoß von Microsoft (NASDAQ: Microsoft Corporation [MSFT]) in diesem Bereich als Vorsprung in einem potenziell lukrativen neuen Geschäftsfeld herausstellen.

Was bedeutet das für Investoren?

Informationstechnologie-Unternehmen sind darauf aus, zunehmende Trends im Machine Learning, Künstlicher Intelligenz sowie Virtual und Augmented Reality zu kapitalisieren. Während noch niemand genau zu wissen vermag, was das nächste große Produkt sein oder wie es aussehen wird, dürfte der Besitz einer starken Forschungsabteilung entscheidend dabei sein, die Trefferquote zu erhöhen. Es mag bisher den meisten noch nicht aufgefallen sein, doch Microsoft Research kann es durchaus mit den geheimen Forschungsteams der Tech-Elite aufnehmen.

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