Verstandsfallen für Trader
Mike Segar/Reuters
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Garth Friesen, Head of III Capital Management: Menschen, die daran interessiert sind Effizienz des Handels zu verbessern, müssen darauf achten, wie und warum sie ihre Entscheidungen zu treffen.

Vor Kurzem war ich zu Gast in einem Umkleideraum wo ein NHL-Sportpsychologe verpflichte worden war, um eine Ansprache vor einem Team 16-20-jähriger vielversprechender Talente zu halten. Es war der Saisonauftakt und der Trainer war entschlossen, ihnen jeden denkbaren Vorteil zu ermöglichen.

Der Psychologe begann die Sitzung mit einer Frage: „Wie viele von euch glauben, dass der mentale Aspekt eine Rolle beim Erzielen von Höchstleistungen auf dem Eis spielt?“ Erwartungsgemäß hob jeder Spieler seine Hand.

Er legte eine weitere Frage nach: „Okay. Welcher Prozentsatz des Spiels spielt sich also im Mentalbereich ab?“

Erneut schossen die Hände der Spieler nach oben. „25%“, antwortete einer, „50%“ ein Anderer. „100%!“, rief der Trainer.

Der nächste Kommentar des Psychologen sorgte für absolute Stille im Raum: „Alles klar. Anscheinend liegt sie irgendwo zwischen 25% und 100%. Wie viel Zeit verbringt ihr also damit, eure mentale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern?“

Alle Hände blieben unten. Es war offensichtlich, dass alle Spieler die Wichtigkeit der mentalen Vorbereitung im Sport erkannten, aber nur die Wenigsten hatten auch tatsächlich nur einen Gedanken daran verschwendet, wie sie diesen Bereich ihres Spiels verbessern könnten. Vielmehr wussten die meisten Spieler nicht einmal, wo sie anfangen sollten.

Dasselbe könnte man über aktive Händler und Anleger sagen. Die meisten Händler verstehen, dass ein Großteil ihres Erfolgs abhängig von ihrer mentalen Herangehensweise an die Märkte ist, aber nur ein Bruchteil von ihnen unternehmen tatsächlich bewusste Schritte, um ihre mentalen Stärken und Schwächen zu verstehen.

Beim aktiven Traden oder Anlegen dreht sich alles um das Treffen guter Entscheidungen, und der Entscheidungsprozess ist oftmals von Emotionen vernebelt. Negative Emotionen zu erkennen und kontrollieren ist Teil des mentalen Wettkampfes. Tatsächlich hat das Aufkommen von Behavioral Finance als Disziplin Investoren dabei geholfen, die negativen Vorurteile zu benennen, die wir alle besitzen – nicht weil wir traden, sondern weil wir Menschen sind.

Hier sind einige der am weitesten verbreiteten kognitiven Vorurteile, mit denen Anleger zu kämpfen haben:

Ausstattungseffekt: Eine Aktie als wertvoller einzuschätzen, nur weil man sie besitzt.

Verankerung: Einen Aktienpreis auf Grundlage dessen vormals niedrigen oder hohen Kurses als über- oder unterbewertet einschätzen.

Bestätigungsfehler: Informationen heraussuchen, die bereits bestehende Überzeugungen oder Meinungen bestätigen.

Herdentrieb: Der Menge aufgrund der Annahme folgen, die Menge müsse richtig liegen.

Ergebnisfixierung: Ein Geschäft oder eine Investition aufgrund deren Resultat bewerten, anstatt der Qualität der Entscheidung zu dem Zeitpunkt, an dem diese getroffen wurde.

Framing: Unterschiedliche Schlussfolgerungen aus derselben Information ziehen, abhängig davon, wie diese Information präsentiert wurde.

Diese Vorurteile sind nichts Neues. Psychologen erforschen sie schon seit mehr als einem halben Jahrhundert, und wenn man eine Gruppe aktiver Manager nach kognitiven Vorurteile fragen würde, könnten die meisten von ihnen zumindest einige davon nennen. (Auf Wikipedia werden über 100 von ihnen aufgeführt.)

Das Überraschende ist vielmehr, dass viele erfahrene Anleger nur sehr wenig zur Reduzierung von deren Einfluss unternehmen, obwohl sie sich der Vorurteile bewusst sind. Sie arbeiten nicht an ihrem „mentalen Spiel“. Einige professionelle Anleger engagieren Coaches, doch die meisten tun gar nichts – und setzen sich damit immer wieder den selben Fehlern aus. Ähnlich dem Sportpsychologen im Hockey-Umkleideraum sind sich die meisten Marktteilnehmer der Rolle menschlicher Emotionen und Vorprägungen bei ihren Geschäften und Investitionen bewusst, doch fast keiner von ihnen unternehmen disziplinierte Schritte zur Begrenzung des negativen Einflusses auf ihre Leistung.

Nehmen wir den Bestätigungsfehler als Beispiel. Investoren tendieren dazu, Informationen herauszusuchen und zu akzeptieren, die ihre gegenwärtige Sichtweise und Marktposition unterstützen. Gegen ihre Sichtweise argumentierende Artikel werden oftmals als nicht relevant, unwichtig oder geradezu falsch abgetan. Doch ist diese Ablehnung wirklich richtig? Wurde eine umfassende Analyse unternommen, um festzustellen, dass der Artikel falsch lag? Viele Menschen wollen einfach keine Informationen an sich heranlassen, die ihrer aktuellen Überzeugung oder Position entgegensteht und messen Nachrichten und Daten, die ihre ursprüngliche Sichtweise bestätigen, weitaus größeres Gewicht bei.

Dieser Tendenz kann man sich entgegenstellen indem man konsequent versucht, beide Seiten einer Anlagemöglichkeit zu überprüfen, unabhängig von vormaligen Überzeugungen oder bereits existierenden Positionen. Der Bestätigungsfehler kann, vor allem in Kombination mit dem Ausstattungs-Effekt, besonders gefährlich sein. Wenn ein Investor im Besitz einer Position einer bestimmten Aktie ist neigt er dazu, diese Aktie höher zu bewerten, als wenn er sie nicht besitzen würde. Der Bestätigungsfehler verstärkt den Ausstattungs-Effekt sogar noch, da er positive Bestätigung gibt. Je mehr man über die Vorzüge existierender Beteiligungen hört und liest, desto mehr sieht man seine Sicht auf die Aktienwerte bestätigt und desto unwahrscheinlicher wird es, dass man klaren Blickes auf deren zukünftige Aussichten schaut.

Menschen denen es ernst mit der Verbesserung ihrer Handelsperformance ist achten darauf, wie und warum sie Entscheidungen treffen. Sie überprüfen ständig, ob sie sich selbst irgendwelchen verzerrenden Verhaltensweisen aussetzen. Doch wie tun sie das?

Ein Weg zur Vermeidung derartiger Vorurteile ist, eine Position ganz einfach aufzugeben wenn man feststellt, dass man dieser Position wohlgesonnene Nachrichten und Daten mehr Aufmerksamkeit widmet als gegensätzlichen Informationen, unabhängig davon, ob diese Position gerade Gewinne oder Verluste beschert. Eine Position aufzugeben kann äußerst befreiend sein. Es beseitigt die kognitiven Vorurteile komplett und ermöglicht eine weitaus klarere Herangehensweise.

Nach einem „kompletten Neustart“ kann die Position am nächsten Tag wieder etabliert werden, nachdem alle Fundamentaldaten und technischen Fragen neu evaluiert wurden. Wird das Geschäft nicht wiederhergestellt ist das ein guter Indikator dafür, dass Ausstattungs-Effekt und Bestätigungsfehler im Spiel waren. Dies ist lediglich ein Beispiel für eine Methode, die aktive Anleger und Händler anwenden können, um zu besseren, nicht-verzerrten Entscheidungsfindungsprozessen zu kommen.

Für Neueinsteiger ist es von entscheidender Wichtigkeit, sich mit den üblichsten Vorurteilen vertraut zu machen – es ist schwer eine Verzerrung festzustellen, wenn man sich deren Existenz gar nicht bewusst ist. Ein Geschäftsbuch zur Überprüfung von Trades zu führen oder einen Coach zu engagieren, um übersehene Vorurteile zu identifizieren, sind weitere Schritte für Händler zur Disziplinierung ihrer Entscheidungsfindungsprozesse. Die Anerkennung von Vorurteilen ist nicht genug – konkrete Schritte zu deren Beseitigung ist die einzige Möglichkeit zur Reduzierung ihrer schädlichen Auswirkungen. Der Einsatz von Visualisierung, Zielsetzungen und Entspannungsübungen gehört für ernsthafte Händler ebenso zum Spielbuch mentaler Leistungsfähigkeit.

Händler können etwas von professionellen Athleten lernen: im Elitebereich ist ein großer Prozentsatz der Performance abhängig von Verbesserungen im mentalen Bereich des Wettkampfs. Zum erfolgreichen Traden gehört mehr als eine ordentliche Marktanalyse – es setzt auch ein scharfes Bewusstsein über unsere eigenen Persönlichkeiten und Vorurteile voraus.

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