Buchtipps für den ehrgeizigen Investor
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Der The Washington Post Kolumnist Barry Ritholtz stellt Bücher aus der Must-Read-Liste eines Investors vor. In etwa einmal pro Woche bekomme ich folgende Email: “Ich bin daran interessiert, mehr über Investment zu lernen. Welche Bücher würden Sie mir dazu empfehlen?”

Eine ausgezeichnete Frage.

Ich versuche 10 bis 20 Bücher im Jahr zu lesen, wovon die meisten Bezug zu Finanzen oder Investment haben. (Allerdings nur mit mäßigem Erfolg) Dadurch, dass ich Werke von den besten Autoren von Finanzliteratur gelesen habe, könnte ich ganz leicht eine Bibliothek mit den 100 besten Büchern für Investoren vorschlagen. Stattdessen werde ich euch aber 10 Bücher für einen guten Einstieg ins Thema nahelegen.

Ein Buch muss lesbar sein, um es in diese Liste zu schaffen, was bereits viele Anwärter ausschließt. Darüber hinaus soll es zeitlose Ratschläge liefern können und eine Perspektive eröffnen, die sich nirgends woanders lesen lässt. Ich schätze, dass ihr ein Buch im Monat lest. Ihr solltet euch Notizen machen – ich versehe die Ränder immer mit Post- its – sodas ihr sie später noch einmal durchlesen könnt.

Die Buchliste bietet ein breites Spektrum von kognitiven Fehlern bis hin zur irrationalen Tatsache, dass die quantitative Form des Investments die führende ist.

1. «Das kleine Buch der Market Wizards: Lektionen von den größten Tradern aller Zeiten», Jack D. Schwager

Vor 25 Jahren interviewte Jack Schwager einige der erfolgreichsten Trader Legenden der Wall Street auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Was diese Interviews so anziehend macht, ist die Tatsache, dass die Themen beständig sind und zwar unabhängig davon, in welchem Bereich des Finanzmarktes die Trader tätig waren (Aktien, Anleihen, Währungen, usw.) oder in welcher Weise sie angestellt waren (technisch, grundlegend, quantitativ).

Die Wichtigkeit von Disziplin, Kapitalbewahrung, Risikomanagement, individueller Verantwortung, Flexibilität, Beständigkeit und intellektueller Ehrlichkeit zieht sich durch alle Bereiche. Das Resultat ist eben kein Ratgeber zu “Wie investiere ich richtig”, sondern eher ein “Wie denke ich korrekt über Investments nach” Ratgeber. (Falls euch das gefallen sollte, so gibt es noch mehrere dieser Art in der Liste).

2. «Bull! A History of the Boom, 1982-1999», Maggie Mahar

Im besten Buch über den Markt der 1980er und 90er Jahre erklärt Mahar in atemberaubender Weise, wie sich die Dinge bis zu ihrem ruinierenden Höhepunkt in den 2000ern hochschaukelten. Die Regierung, der Fed, die Wall Street und Mahars Kollegen in der Finanzpresse unterliegen alle der zunehmenden Komplexität der Inflation der Technikblase.

Das Buch liest sich wie ein historischer Roman. Der aufmerksame Leser wird mit vielen Lehrstunden belohnt werden.

3. «Black Monday», Tim Metz

Falls euch "Bull!" gefällt, so solltet ihr einen Blick in das atemberaubende Buch über den Crash von 1987 werfen. Man erfährt viel über die Strukturen des Marktes (sie ist “auslotend”’), es gibt blumige Charaktere, politische Verbindungen und Regulierungen.

4. «A Random Walk Down Wall Street: Time-Tested Strategy for Successful Investing», Burton G. Malkiel

Der Princeton Professor Malkiel ist bekannt für einige seiner großartigen Ideen, unter anderem dass Finanzmärkte generell effizienter darin sind Informationen in Eigenkapital zu verwandeln sowie in ihren Vorgängen weniger vorhersehbar sind, als es andere Theoretiker vorhersagen würden.

Deshalb wird es vermutlich ein vergeblicher Versuch sein, den Markt mit Prophezeiungen zur Bewegung einzelner Aktien schlagen zu wollen. Kein Fondmanager oder Investor kann den Markt über längere Zeit beherrschen. Individuen haben ganz einfach weniger Erkenntnis als der Markt selbst, denn es geht um die Käufe und Verkäufe von Millionen von Händlern. Er bringt ein unwiderstehliches Argument, indem er sagt, dass es besser wäre ein riesiges Register zu besitzen, als Aktien zu kaufen oder in den Markt einzugreifen.

Malkiel schreibt in angenehmem, leicht verständlichen Stil. In diesem Jahr wurde die 11 Auflage des Buchs veröffentlicht und es wurden bereits mehr als anderthalb Millionen Exemplare verkauft

5. «Schnelles Denken, langsames Denken», Daniel Kahneman

Der Gewinner des Nobelpreis für Wirtschaft des Jahres 2002 war kein Ökonom sondern ein Psychologe. Kahneman gewann für seine zukunftsweisende Arbeit (sein Wissenschaftspartner Amos Tversky starb 1996) im Fachbereich Finanzverhalten. Die beiden Kognitionspsychologen folgten der Idee des Homo Oeconomicus, das besagt, dass Menschen rational, eigenützig und profitorientiert in der wirtschaftlichen Welt handeln.

Das Buch legt zwei Modelle menschlicher Kognition vor: Im ersten vollziehen sich unsere schnelleren, instinktiven Reaktionen auf Ereignisse, im Zweiten dagegen ereignen sich langsame, durchdachte und logische Gedanken.

Von Kahneman lernen wir, dass das menschliche Gehirn, dieses atemberaubende Organ, dass uns selbst in einem sich rasant verändernden Lebensraum wie der Savanne überleben lassen würde, auf den Finanzmärkten nicht sonderlich gut funktioniert. Wir erkennen Muster, wo sich keine befinden und können leicht von kognitiven Fallen reingelegt werden. Unsere Ausrichtung ist zutiefst fehlerhaft und je schneller wir das verstehen, desto besser werden unsere Portfolios sein. Dieses Buch kann die Weise, wie wir über das Denken nachdenken, verändern.

6. «Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds», Charles Mackay

Wie sich herausstellt, besteht die Geschichte komplett aus Auf und Abs. Dieses Buch beschreibt ihre Entstehung und ihre Auswirkungen. Es ist faszinierend und aufschlussreich und sollte euch dabei helfen zu verstehen was passiert, wenn eine Gruppe Fußballfans und ein gewalttätiger Mob Hooligans aufeinandertreffen. Zum ersten mal im Jahre 1841 veröffentlicht, ist dieses Buch noch heutzutage ein Klassiker. (Falls euch das gefällt, solltet ihr euch auch “Manias, Panics and Crashes: A History of Financial Crises,” von Robert Z. Aliber und Charles P. Kindleberger ansehen.)

7. «The Myth of the Rational Market: A History of Risk, Reward, and Delusion on Wall Street», Justin Fox

Wenn “A Random Walk Down Wall Street” eine Diskussion über effiziente Märkte anstößt, dann erklärt dieses Buch, warum Märkte viel weniger effizient sind, als die meisten Menschen glauben. Fox spricht von den Wall Street Theoretikern, welche die Hypothese des effizienten Marktes aufstellten und es viel populärer machten als es hätte werden dürfen – sie verfolgten einen ideologischen Weg, der schließlich in der Zerstörung des Markts endete.

Dieses Buch ist weder trocken noch akademisch. Man hat viel Spaß beim lesen.

8. «The Quants: How a New Breed of Math Whizzes Conquered Wall Street and Nearly Destroyed It», Scott Patterson

Wer sind die Quantentheoretiker? Es sind Mathematiker und Raumfahrtwissenschaftler, die dem Markt mit mathematischen Theorien begegnen wollten. Das Buch erzählt eine mitreißende Geschichte über diese Außenseiter und die mathematischen Modelle, die den Aktienhandel vielleicht übernommen haben.

Wenn man diese Modelle mit Selbstüberschätzung und Einfluss verbindet, könnte es vielleicht zu einer Katastrophe führen. Quantentheoretiker spielten eine große Rolle in der letzten Finanzkrise und es ist wichtig ihre Rolle im Marktgefüge zu verstehen.

9. «The Big Short: Wie eine handvoll Trader die Welt verzockte», Michael Lewis

Die am besten erzählte Geschichte der Finanzkrise, vom Poeten der Wall Street. Lewis Narrativ, erzählt aus der eigenwilligen Perspektive einer Gruppe von Wall Street Außenseitern ist schlichtweg eine anziehende Version des Geschehenen. Und es zu lesen ist ein Genuss.

10. «Winning the Loser’s Game», Charles D. Ellis

Was ist das Verliererspiel? Im Profitennis gewinnen gute Spieler, indem sie Punkte gegen ihre Widersacher holen, ein Gewinnspiel also. Doch Amateure tendieren dazu zu verlieren, indem sie ungezwungene Fehler machen, vermeidbare Fehler also, durch die sie Punkte verlieren, ein Verliererspiel also. Wenn man es schafft, vermeidbare Fehler zu verhindern, so Ellis, dann kann man selbst als Amateur gewinnen.

Die Parallelen zum Investment sind offensichtlich. Ellis war der Erste, der herausstellte, dass Portfolio Manager dazu neigen, nicht so gut wie ihre Bezugspunkte zu sein. Diese Schwäche, sowie die Strafen sind es, die ihn dazu bewegen Indexfonds vorzuschlagen.

11. «When Genius Failed: The Rise and Fall of Long-Term Capital Management», Roger Lowenstein

Ein packendes Buch über Langzeit Hedgefonds Management. LTCM hat ein mehr als 100 Milliarden Dollar schweres Vermögen und es hatte einen Verschuldungsgrad von 100 zu 1. Die Selbstüberschätzung der LCTM Gründer, die die Möglichkeit eines Zusammenbruchs nicht wahrhaben wollten, führten letzten Endes zum Kollaps.

Lowensteins Buch bietet darüber hinaus eine Frühwarnung für die Finanzkrise 2008-2009, in der alle Faktoren des Kollaps von LTCM – abgeleitete Verträge, hohe Verschuldung, zusammenhängende Akteure und ein von der Federal Reserve Bank of New York bereitgestelltes Rettungspaket vermeidbar gewesen wären.

12. «Against the Gods: The Remarkable Story of Risk», Peter L. Bernstein

Zwei Jahre bevor LTCM zusammenbrach, veröffentlichte Bernstein eine brilliant dargestellte Historie des modernen Finanzsystems, in dem er die Rationalität und seine begrenzenden Effekte auf finanzielle Entscheidungen darstellt. Es diente auch als alternatives Ende für “When Genius Failed.”

Die Boston Federal Reserve rezensierte das Buch mit den Worten “Das moderne Denken begann, als die Menschen den Glauben verbannten, dass Ereignisse nach der Laune eines Gottes geschehen und sich die Ansicht verfestigte, dass wir aktiv und frei sind und Risiken bewältigen können.”

Es ist ein typischerweise brillantes Werk von Bernstein, in dem sich auf beinahe jeder Seite punktgenaue Beobachtungen und Analysen befinden.

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