Apple-Intel Deal
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Intel wird in einigen Modellen des iPhone 7 Modems anbieten. Was für Auswirkungen hat das auf die beteiligten Unternehmen?

Gerüchte gibt es schon seit einiger Zeit, aber Bloomberg berichtet nun, dass sich Intel (NASDAQ: Intel [INTC]) zumindest einige der LTE-Modembuchsen in Apples kommenden iPhone 7. Intel wird sich die Buchsen mit Qualcomm teilen, das zuvor alleiniger Modemlieferant für Apple-Smartphones gewesen war.

Für Intel, dem ein wirklicher Einstieg in den Smartphonemarkt bisher nicht gelungen war, ist das ein großer Triumph. Dieser erhöht zusätzlich weiter den Druck auf das Chip-Geschäft von Qualcomm und ermöglicht es Apple (NASDAQ: Apple [AAPL]), beide Hersteller gegeneinander auszuspielen.

Intels neues Standbein

Nach mehreren Jahren Entwicklungsarbeit bei Anwendungsprozessoren für Smartphones hat Intel sich Anfang des Jahres letztlich entschlossen, diesen Geschäftszweig einzustellen. Allerdings deutete die letztjährige Übernahme des Modemgeschäfts von Via Telecom bereits darauf hin, dass es sein Augenmerk nun auf den Modemmarkt legen würde. Dieser Schritt scheint sich ausgezahlt zu haben.

Intel wird laut Berichten von Bloomberg Basisband-Modemchips für über das AT&T-Netzwerk verkaufte iPhones liefern. BTIG-Analyst Walter Piecyk erwartet für AT&T (ICE Europe: Futures On WTI Crude Oil Mar 2017 [T]) den Verkauf von 22 bis 23 Millionen iPhones dieses Jahr. Intel wird überdies Modems für andere Modelle in internationalen Märkten bereitstellen. Allerdings bleibt die Buchse für in China verkaufte Modelle bei Qualcomm.

Selbst wenn Intel sich lediglich ein Viertel der Buchsen in iPhones sichern kann, bedeutet das für den Chiphersteller schon eine nette Umsatzsteigerung. Nach Schätzungen von IHS kostet der Qualcomm-Chip im iPhone 6 Aplle 13 Dollar pro Gerät. Bei von Apple angestrebtenVerkaufszahlen von 200 Millionen iPhones wäre das ein möglicher 650 Millionen Dollar-Zahltag für Intel.

Apples komfortable Verhandlungsposition

Es gibt nur wenige Unternehmen mit der Kaufkraft von Apple. Und wenn Apple eine Vielzahl von Optionen hat, sind das immer schlechte Neuigkeiten für Zulieferer. Obwohl der iPhone-Hersteller in der Regel lange bei seinen Zulieferern bleibt, kann er unnachgiebig dabei sein, Druck auf die Margen des Zulieferers auszuüben. Mit Blick auf die Stückzahlen des iPhones ist es trotzdem für neue Zulieferer kein schlechter Deal. Nur wenige andere Aufträge können praktisch Hunderte Millionen Einheiten garantieren.

Intel's Übernahme des Modemgeschäfts von Via Telecom hat zur Folge, dass Intel in der Lage sein wird, sowohl GSM- als auch CDMA-Modems zu produzieren. Damit könnte es theoretisch das gesamte Modemgeschäft übernehmen, sollte Apple seinen neuen iPhone-Lieferanten anzapfen wollen. Das wird den Druck auf Qualcomm weiter hochhalten.

Möglicherweise darf sich Apple also auf sinkende Kosten bei seinen iPhone-Modems einstellen. Aufgrund des größeren Bildschirmes stiegen die Materialkosten des iPhones beim iPhone 6 deutlich an. Allerdings erhöhte sich die Gesamtmarge von Apple dank weiter ansteigender Verkaufszahlen des bereits margenstarken iPhones. Trotzdem werden konstant niedrige Komponentenkosten Apple die Erzielung noch höherer Margen ermöglichen.

Das Basisband-Modem ist eigentlich kein besonders großer Kostenfaktor. Wie bereits erwähnt erhält Qualcomm lediglich 13 Dollar pro Stück. Doch wenn Einsparungen mit 200 Millionen Einheiten jährlich multipliziert werden, kommt doch einiges zusammen.

Qualcomm-Investoren hätten es kommen sehen müssen

Qualcomms Chip-Geschäft ist in letzter Zeit unter Druck geraten. Qualcomm-CEO Steve Mollenkopf äußerte beim letzten Bilanzkonferenz des Unternehmens gegenüber Investoren, er erwarte, dass „zusätzliche Lieferanten“ beim größten Auftraggeber in der Zukunft einen Gegenwind darstellen könne.

Der wichtige Umstand, den Investoren nicht aus den Augen verlieren dürfen, ist dass Qualcomm über ein robustes und patentes Portfolio bei der 3G- und 4G-Technologie verfügt. So erhält Qualcomm für jedes verkaufte 3G/4G-Modem eine auf dem Wert des Geräts basierende Lizenzgebühr – nicht dem der Komponente. Das Lizenzgeschäft von Qualcomm generiert den Großteil seiner Profite und ist von diesem Deal kaum betroffen.

Qualcomm steht an der Spitze der LTE-Technologie und liegt weit vor Intel. Daher ist dessen Lizenzgeschäft weiterhin der größte Geldverdiener, während das Chip-Geschäft stabil viel Umsatz einbringt, der wieder in Forschung und Entwicklung investiert werden kann. Solange es seinen beachtlichen Vorsprung bei IP gegenüber Intel verteidigen kann, stehen die Chancen für eine Rückeroberung der iPhone-Buchse nicht schlecht, während Träger die Technologie übernehmen.

Wenn auch die Neuigkeiten für Qualcomm nicht unbedingt schön sind – sie sind mit Sicherheit nicht das Ende der Welt.

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