Beständig unbeständige Märkte
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Zu Beginn des Jahres erwartete man eine Verlagerung der Märkte weg von den Charakteristika, die sie letztes Jahr ausgemacht hatten. Stattdessen muss man sagen, dass wir uns größtenteils den gleichen – unbeständigen – Märkten gegenübersehen, die 2015 zu einem schwierigen Investment-Jahr gemacht haben.

Es wirkt, als würden die Märkte seit mittlerweile über einem Jahr still stehen. Wir befinden uns immer noch in der gleichen Handelsspanne. Das ist eine wichtige Beobachtung. “Dass etwas unverändert geblieben ist” ist eine ganz andere Aussage als “Dinge haben sich zunehmend verschlimmert.”

Wir sind an einem Übergangspunkt des Makrozyklus angelangt. Die Übergänge sind holprig und sie zeugen von Uneinigkeiten über den Markt. Zudem sind wir spät dran im Investmentzyklus und Schätzungen über Risikoanlagen sind nicht mehr sonderlich günstig.

Das bedeutet auch, dass die Volatilität hoch bleiben wird und dass es im Falle falscher Urteile weniger Polster geben wird. Der Markt wird empfindlicher. Die Weltökonomie ist weniger schlecht als ängstlich. Es ist wacklig.

Die Tatsache, dass immer mehr enttäuschende Verkäufe und Gewinne auf den Märkten zu beobachten sind, schlägt auf das Selbstbewusstsein. Vertrauen-statt-prüfen lautet die derzeitige Devise von Privatinvestoren. Eine wahre Herausforderung waren die in das Wachstum von Verkäufen und Gewinnen eingebetetten Störungen aufgrund eines starken Dollars und durch den Absturz der Energiepreise.

Vor allem in Europa und Japan ist es schwer geworden, Profit von schwächeren Währungen zu trennen und wirklichen Fortschritt im Verschuldungsgrad auszumachen. Es ist wichtig, denn wir glauben, dass stabile Ertragspositionen der Schlüssel zu Eigenkapitalrenditen sind; die Schätzungen haben ihren Teil getan. Es wird wohl erst Mitte des Jahres dazu kommen, dass Gewinnschätzungen auch zu sicheren Prognosen führen können.

Das Risiko für eine Rezession ist dieses Jahr zwar höher, doch das ist nicht das Basisszenario. Selbstverständlich rückt das Risiko für eine Rezession näher heran, je länger eine Wachstumsphase dauert. Märkte sind vorausschauend und je später wir an einem Kreislauf teilnehmen, desto unruhiger wird er. Generell sind wir von einer Marktbeständigkeit verwöhnt worden. Die Unbeständigkeit sollte höher sein, so wie Renditerwartungen abnehmen sollten.

Wie die Gewinnschätzungen, so sollten auch die Märkte eine weitere Stabilisierung des US-Dollars sehen. Zu schnell zu viel von irgendetwas ist destabilisierend und so ist auch die Geschwindigkeit der Stärke des Dollar keine Ausnahme. Dies galt vor allem für aufstrebende Märkte. Der Ruck, der vor kurzem durch aufstrebende Märkte ging, mutet technisch und nicht fundamental an.

Die Bewegung des Dollars muten in der letzten Zeit technisch und fundamental beeinflusst an. Der Euro war im Vergleich zum Dollar im letzten Jahr in einer Handelsspanne von 1.05-1.15. Während die EZB eine Quantitative Lockerung durchführte und eine Negativzins-Politik verfolgt, so hat sie nach den letzten Eingriffen angekündigt, sich vorerst zurückzuhalten. Der Fed konnte die Zinssätze im Dezember zwar anheben, doch auch er kündigte eine Pause von Eingriffen an. Das lässt uns in einem Niemandsland für den Dollar zurück, doch es geschieht, nachdem der Dollar mehr als 20% an Wert gewonnen hat.

Die Aktivitäten der Bank of Japan, die der EZB in ihrer Politik des Negativzinses folgt, ließ die Redewendung ‘pushing on a string’ aufkommen. Das bedeutet, dass etwas komplett ins Leere führt. Es muss allerdings noch eine Analogie für Zentralbanken gefunden werden, die einen negativen Leitzins verfolgen. Negative Leitzinse verzerren lediglich den risikofreien Zinssatz; sie regen weder die Nachfrage an, noch regen sie Kapitalinvestment an. Sie beeinträchtigen lediglich den Konsum, indem sie Einzelne dazu zwingen, mehr anstatt weniger zu sparen.

Das trifft zum Teil schon für Privatinvestoren zu, während fast zwei-Drittel der Staatsanleihen weniger als 1% einbringen. Wenn du dich in einem Loch befindest, solltest du aufhören zu graben.

Wahlen erzeugen Lärm, die von den Mäkten aber letztendlich ohne große Beeinträchtigung weggesteckt werden. Die Ausnahme machen dabei ökonomische Wendepunkte, wenn die Veränderungen dramatisch werden können. Beispiele dafür sind die Jahre 1992 und 2008.

Außerdem kümmert uns die politische Richtung, die eingeschlagen wird. Politik gewann in unserem Investmentausschuss in diesem Jahr an Bedeutung. Viel mehr, als es für eine lange Zeit hatte. Was auf dem Selbstbewusstsein lastet, das wirkt sich auch auf die Vitalität aus, also werfen wir einen näheren Blick darauf. Wir sehen uns bisher keinem bedeutungsvollen Wechsel in der US-Politik gegenüber, bisher bloß lärmende Politik.

Demokratie kann chaotisch sein. Doch sollte Großbritannien für einen Austritt aus der EU im Juni stimmen, so wird das weitreichende Folgen für Europa haben. Wir vermuten, dass eine Entscheidung von Großbritannien für den Austritt einen großen politischen und strukturellen Wandel bedeuten würde, der sich sicherlich auch auf die Märkte auswirken dürfte. Wirft man einen Blick auf den Zyklus vorheriger US-Präsidenten, so könnte man einen generellen Takeaway der Märkte vermuten. In einem offenen Wahljahr, so wie der derzeitigen Wahl in den USA, neigen die Märkte dazu in Jahren ohne Wahl oder in Jahren der Wiederwahl hinter den Erwartungen zurück zu bleiben.

Märkte pausieren, um Kandidaten zuzuhören, der Prozess empfiehlt einen politischen Wandel, reflektiert die Wahrscheinlichkeit der Veränderung wertet die Makroebene neu um. Dabei ist interessant, dass Wahljahre in einer vierjährigen Präsidentschaftsperiode jeweils die schwächsten für die Märkte sind.

Verwirrung hat zwar nur zeitweilige Kosten, doch Wahlen führen grundsätzlich zu mehr Zerstreuung als zu Entgleisung.

Die Politik und das geopolitische Risiko werden weiterhin auf die Stimmung schlagen. Die Stabilität des Dollars hat einen langen Weg vor sich, um eine bessere Sichtbarkeit für Gewinne und die Maßnahmen von Zentralbanken zu erzeugen.

Zudem hilft die Energiestabilität. All das lässt uns ausgeglichen in unserer Investment-Position erscheinen: geduldig und nicht übersteigert. Als Langzeitinvestoren werden wir Investoren bleiben, auch wenn wir defensiver agieren. Die Positionierung spiegelt, dass wir uns spät im Investmentkreislauf befinden. An einem wichtigen Makro-Übergang und das Schätzungen, weit gesprochen, hoch sind. Wir bleiben konstruktiv und doch vorsichtig in unserer Prognose.

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