Worauf achten die Investoren
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Der sprunghafte Anstieg der Rohstoffpreise in diesem Jahr zeigt, dass Investoren mehr Zeit damit verbrachten einander zu beobachten, als die Grundlagen.

In Märkten, wie im Leben, kann ein plötzlicher Schreck schnell durch ein verlegenes Lachen ersetzt werden. Die frühe Angst dieses Jahres ist offensichtlich bereits durch nervöses Kichern in den westlichen Aktienmärkte abgelöst worden, während in einigen Rohstoffbereichen, wo der Schock am schwerwiegendsten war, anscheinend auf Vollhysterie geschaltet wurde.

Jeder, der Ende Januar wieder Rohstoffe zu ihrem Kurstief gekauft hat, konnte den ganzen Weg zur Bank lachen. Bis zum Ende der vergangenen Woche haben sich globale Minenaktien zu 75% erholt, auf den stärksten Wert über einen vergleichbaren Zeitraum seit mindestens 1994, als die Daten für den FTSE World Mining Index erstmals erhoben wurden.

Wenn das nach viel klingt, soll man den rasenden Anstieg im vorher obskuren Futures-Kontrakt Handel für Stahlbewehrungsstäbe oder Bewehrungsstahl in Shanghai letzte Woche betrachten, wo der Umsatz höher war als auf dem gesamten Aktienmarkt.

Diese wilden Schwankungen der Anlegeremotionen fanden statt, während die Weltwirtschaft nicht mehr als leichte Schwankungen zeigte und die Unternehmensgewinne hohe Verluste hinnehmen mussten.

Zu verstehen wie dies passieren konnte ist wesentlich für den Versuch herauszufinden ob die Rallye ihren Lauf genommen hat. Es zeigt auch wieder einmal eine der großen Wahrheiten des Investierens: Die auf dem Markt verbringen viel mehr Zeit damit, sich gegenseitig zu beobachten, als damit die Grundlagen zu beobachten.

Die einfache Erklärung für das, was passiert ist, ist dass die Anleger im Januar und Anfang Februar viel zu pessimistisch waren. Als die Wirtschaftsdaten nur mäßig blieben, anstatt im Chaos zu enden wie es viele erwarten hatten, erkannten die Anleger ihren Fehler und fühlten sich zu dem Rennen aufgefordert, welches wieder in außergewöhnliche – im Fall von Minenaktien – Rekorde umgesetzt wurde.

Rohstoffe bieten das extremste Beispiel dafür, wie verängstigt Anleger waren. Hedgefonds und andere, die im Futuresmarkt spekulieren, waren zu keinem Zeitpunkt seit 2003 so negativ gegenüber Rohstoffen eingestellt, sagt David McBain, Leiter der technischen Strategieabteilung bei Absolute Strategy Research.

Die Stimmung gegenüber Aktien war nicht ganz so schlimm, aber immer noch schrecklich. Investoren dachten die Finanzwelt würde auf einen Abgrund zusteuerte. Als sie beschlossen, es sei doch nicht so, oder zumindest noch nicht, war ihre Erleichterung genauso intensiv wie ihre vorherige Panik.

Kann es so weitergehen? Stimmungsmesser meinen mehrheitlich ja, zumindest für eine Weile.

Bei den Rohstoffen überwiegen spekulative Wetten auf Gewinne jetzt Wetten auf einen weiteren Rückgang, aber nicht bei weitem. Die Positionierung könnte noch leicht weit positiver auf den US-Terminbörsen ausfallen, bevor es beginnt ausgedehnt zu wirken, jedoch nicht in China, wo das volle spekulative Fieber Einzug gehalten zu haben scheint.

In Shanghai, haben sowohl die Betonstahl und Warmbreitband Stahl-Futures in diesem Monat ihren Preis verdoppelt, während mehrere andere Rohstoffkontrakte auch Sprünge gemacht haben, was einen Austausch veranlasst hat, um zu versuchen, den Markt zu kühlen.

Bei den Aktien hat sich die Stimmung von tief negativ zu etwas positiv verändert. Auch hier gibt es Spielraum für Investoren weit optimistischer zu werden, bevor es eine Notwendigkeit gibt, sich um übermäßigen Überschwang zu kümmern.

Natürlich ist die Stimmung nur ein Teil der Geschichte. Auf längere Sicht haben sich die Sorgen hinter dem Ausverkauf zu Beginn des Jahres nicht aufgelöst, sie sind nur weiter in die Zukunft verschoben worden. Die beiden offensichtlichsten waren, dass Chinas kämpfende Wirtschaft eine Abwertung hervorbringen würde, was die Herstellung in den Industrieländern bedrohen würde, und somit die US an den Rande einer Rezession führen könnte.

Solide Daten aus China und den USA zeigten jedoch, dass nichts von dem unmittelbar bevorstand. Doch Chinas verbesserte Leistung wurde durch noch mehr Kreditvergabe untermauert, was wohl kaum ein Allheilmittel für eine Wirtschaft sein kann, in der die Hauptsorge ist, dass Unternehmensanleihen vermieden werden sollen.

Und die USA zeigt immer noch nur ein schwaches Wachstum, trotz anständigem Wachstum von Arbeitsplatzzahlen. Dieses unkonstante Jahr zeigt noch einmal die Schwierigkeit dabei, sich rein auf Fundamentaldaten zu konzentrieren, wenn so viele Händler aufeinander fokussiert sind.

Der große Ökonom John Maynard Keynes hat es am besten im Jahr 1936 beschrieben, als er den Markt mit einem Schönheitswettbewerb verglichen hat, in denen Richter nicht das hübscheste Mädchen wählen, sondern das Mädchen, welches am beliebtesten bei allen Juroren ist.

Die Art und Weise Geld auf kurze Sicht zu machen basiert darauf zu antizipieren, ob das Publikum den Markt nach oben oder unten schieben wird, nicht darauf zu antizipieren, was bei Gewinnen oder in der Wirtschaft passieren wird.

Auf lange Sicht bleiben die Fundamentaldaten wichtig, aber auf lange Sicht, wie Keynes in einem anderen Zusammenhang gesagt hat, sind wir alle tot. Für Fondsmanager bedeutet auf lange Sicht eine immer kürzere Zeit, und auch für diejenigen mit treuen Kunden bedeutet dies ein absolutes Maximum von drei Jahren.

Die Underperformance bedeutet, dass Kunden ihr Geld schnell woanders investieren und die Verkäufe austrocknen. Kein Wunder, dass sie so viel Aufmerksamkeit auf die Stimmung ihrer Konkurrenten lenken, auch wenn die Gewinne fallen und das Wirtschaftswachstum nirgendwo hingeht.

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