Die Übernahmekandidaten
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Vor dem Hintergrund übertriebener Aktienbewertungen und schwachen Unternehmenswachstums in den USA muss man sich mittlerweile nach speziellen Katalysatoren umsehen, um die eigenen Investitionen anzukurbeln. Eine Möglichkeit ist Anteile an einem Unternehmen zu halten, das eventuell für einer Übernahme stehen könnte. Die Vorhersage von Übernahmen ist natürlich ein riskantes Geschäft. Doch es kann sich lohnen.

Es folgt ein Blick auf vier Unternehmen die vielleicht ein Übernahmeangebot erhalten könnten. Wer immer noch skeptisch ist sollte sich vor Augen führen, dass es für einen guten Profit letztendlich gar nicht unbedingt zur Übernahme kommen muss. Manchmal können schon Übernahmegerüchte den Kurs um 20% oder mehr nach oben schießen lassen.

Twitter: Der Versuch, nicht MySpace zu sein

Twitter (NYSE: Twitter [TWTR]) ist die erste Adresse für die letzten Neuigkeiten über Prominente oder kontroverse Tweets exzentrischer Politiker, alles in Echtzeit. Doch dieser starke Fokus auf Celebrities und Nachrichten-Junkies könnte auch das rückläufige Nutzerwachstum erklären.

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Klar, Promi-Fans sind nicht zu stoppen. Doch es gibt nur eine gewissen Zahl von ihnen. Twitter könnte sein Maximum erreicht haben. Facebook Inc. (NASDAQ: Facebook [FB]) hingegen war auch nach Erreichen der derzeitigen 320 Millionen-Marke von Twitter weiter klar auf Wachstumskurs, weil anscheinend fast jeder auf der Welt gerne persönliche Neuigkeiten – und leider auch Essensbilder - mit Freunden und Familie teilt.

Bei Twitter sehen die Basiswerte nicht besonders gut aus, vor allem im Vergleich zu Facebook und Google (NASDAQ: Alphabet Class C [GOOG]), allerdings auf anti-intuitive Weise, was wiederum gerade das Verkaufspotenzial erhöht.

LinkedIn: Niedrigere Bewertung erhöht Übernahmepotenzial

LinkedIn-Aktien (NYSE: LNKD) verloren im Februar an Wert als die Ergebnisse unter trägen Werbeeinnahmen und schwachem Wachstum im Mobilsegment litten. Dazu kamen noch eine langweilige Performance seines Kundeninformations-Generators Sales Navigator, gepaart mit Schwächen in Europa und Asien.

Der Kurs fiel von über 200 $ auf aktuell 115 $. Dieser schwere Schlag verbesserte die Bewertung spürbar. LinkedIn wird nun trotz immensen erwarteten Wachstums auf Niveau des Branchenschnitts gehandelt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme.

Ein Hindernis: LinkedIn hat eine Struktur unterschiedlicher Aktiengattungen, welche das Stimmrecht konzentriert. Doch selbst ohne Übernahme könnte es LinkedIn gut gehen, führt man sich den großen Nutzerkreis und deren starke Bindung an die Seite vor Augen – und dazu kommen noch all die wertvollen Nutzerinformationen, die das mit sich bringt.

Yahoo: Bezahl mich jetzt oder bezahl mich später

Yahoo Inc. (NASDAQ: Yahoo! [YHOO]) steht bereits zum Verkauf. Die einzige Frage ist, ob es in einzelnen Stücken verkauft wird, wie es CEO Marissa Mayer gerne hätte, oder als Ganzes, wie es der aktivistische Hedgefonds Starboard Value anstrebt.

Mayers Plan besteht darin, weiterhin jährlich Elemente wie Patente, Eigentum und nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte im Umfang von 1 bis 3 Milliarden $ zu veräußern und sich parallel auf die Fortsetzung des Umbruchs im Kerngeschäft zu konzentrieren – Suchdienst, Werbeanzeigen, E-Mail und Tumblr. Das Unternehmen ist außerdem auf der Suche nach einer steuersparenden Variante, sich von seinem 15%-Anteil der Alibaba Group Holding Ltd. (NYSE: Alibaba Group Holding [BABA]) zu trennen.

Allein diese Maßnahmen könnten den Kurs innerhalb eines Jahres vom derzeitigen Level um 33 $ auf bis zu 47 $ hochtreiben, meint der Morgan Stanley-Analyst Brian Nowak. Er geht für das Kerngeschäft von einem Aktienwert von 9 $ aus, 6 $ für die 35,5%-Beteiligung bei Yahoo! Japan und ungefähr 32 $ je Aktie für die Alibaba-Beteiligung (ausgehend von einem Aktienwert von 115 $ bei Alibaba).

Das Problem ist nur dass Starboard Value sich von Yahoo!'s kürzlich vorgestellter Strategie kaum beeindrucken lassen dürfte.

„Wir glauben nicht, dass irgend etwas der vorgestellten Restrukturierungen oder möglichen Verkäufe von Werten außerhalb des Kerngeschäftes zur Beruhigung aktivistischer Investoren führen wird,“ sagt Barclays-Analyst Paul Vogel. Wobei er jedoch zugibt, das Mayers Plan Yahoo! für einen möglichen Verkauf in Form bringen könnte.

Groupon: Doch nicht so tot wie gedacht

Nach mehreren Quartalen lausiger Performances standen die Aktien von Groupon Inc. (NASDAQ: Groupon [GRPN]) im Februar eigentlich kurz vor dem Kollaps. Der Kurs lag nahe 2 $. Dann verkündete Alibaba seine Beteiligung von 5,6 % und bestätigte damit, dass es doch nicht so kurz vorm Tod war wie gedacht. Das befeuerte Groupons Aktienkurs. Dieser stieg auf über 5 $, bevor er sich bei um die 4 $ einpegelte.

Und was kommt als Nächstes? CEO Rich Williams, der den Posten im November übernahm, hat das Unternehmen radikal verschlankt und dessen Präsenz von 47 auf 28 Länder begrenzt. Außerdem gewinnt er Neukunden. Wir sehen positive Signale. Der Umsatz wuchs im vierten Quartal um fast 9%. Diese Nachrichten ließ die Kurse bereits steigen, als die Alibaba-Bombe noch gar nicht geplatzt war.

Eine Übernahme ist jedoch weiterhin möglich, wobei Amazon.com Inc. (NASDAQ: Amazon.com [AMZN]) als potenzieller Käufer bereitstünde. Was daran liegt, dass Groupon Segmente besetzt mit denen sich Amazon bisher schwergetan hat. Groupon tut sich mit kleineren lokalen Geschäften zusammen, die auch mittelfristig vor allem vom direkten Kundenkontakt leben, wie Spas und Restaurants.

Die Vorhersage von Übernahmen ist so schwierig, dass ein Verkauf aller genannten Unternehmen eher unwahrscheinlich ist. Doch mit Blick auf all die bereits gefallen Internetunternehmen schauen sie viel mehr nach Übernahmekandidaten aus.

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