Wird Google Twitter kaufen?
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Immer öfter liest man, Google könnte einen Kauf von Twitter vorbereiten. In der Vergangenheit rief ein möglicher Deal gemischte Gefühle hervor, doch plötzlich scheint die Vorstellung nicht mehr so verrückt zu sein.

Google könnte Twitter mit Sicherheit gebrauchen um sich bei den sozialen Netzwerken zu etablieren während Twitter einen Teil seines Gesichtes wahren könnte, indem es Anteilseignern einen weitaus höheren als den aktuellen Aktienpreis bietet.

Im Verlauf des letzten Jahres fand eine Reihe strategischer Initiativen zwischen Google (NASDAQ: Alphabet Class C [GOOG]) und Twitter (NYSE: Twitter [TWTR]), die auf mögliche Verbesserungen bei Nutzungserfahrung und Anzeigengeschäft konzentriert waren. Das würde es Twitter erlauben, erfolgreicher am Anzeigenmarkt zu agieren, während Google bei einem Markt den Fuß in die Tür bekommen würde, dem bis 2018 2,5 Milliarden Nutzer projiziert werden.

Soziale Netzwerke sind das eine Feld in dem Google noch Nachholbedarf hat (siehe Google Plus), also warum nicht eines der im Feld bereits etablierten Unternehmen übernehmen? Das ist wahrscheinlich eine bessere Idee, als eine eigene Plattform von Grund auf aufzubauen oder zu versuchen, einen kleineren Namen aufzuwerten, wie es Yahoo bei Tumblr versucht hat.

Der vielleicht interessanteste Aspekt eines möglichen Deals wäre der Blick auf Periscope. Twitter CEO Jack Dorsey diskutierte im Rahmen einer Telefonkonferenz zum vierten Quartal eine mögliche Ausweitung der Anwendung, während Google mit YouTube bereits eine etablierte Videoplattform besitzt. Während die Zahlen der monatlichen Twitter-Nutzer eine Delle verzeichnen, steigen die Nutzerzahlen von Periscope weiter rasant. Mit Blick auf das Wachstum der Livevideo-Plattform könnte man behaupten, dass Periscope selbst in den nächsten paar Jahren Milliarden wert sein könnte.

Finanziell erscheint dies in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Erstens hat Google bereits in der Vergangenheit eine Reihe von Übernahmen erwogen und das Unternehmen hat einiges an Kapital, um das auch zu tun. Twitter schloss am Montag bei einem Marktwert von knapp über 11 Mrd. Dollar, was sich auf 9 Mrd. Dollar beläuft, wenn man Kapital und Verbindlichkeiten abzieht. Ein Kaufpreis von 15 Mrd. Dollar würde lediglich die Hälfte des US-Kapitals aufbrauchen, dass Google in seinem 2010er Geschäftsbericht auswies. Dank historisch niedriger Zinssätze könnte sich das Unternehmen sogar entschließen einen Teil über Kredite zu finanzieren.

Was das Wachstum betrifft wächst das weitaus kleinere Twitter natürlich aktuell viel schneller. Das Umsatzwachstum von Twitter wird dieses Jahr doppelt so hoch erwartet, wie das von Google. Bei jenen, die über die nächsten Jahre eine Verlangsamung der Einnahmesteigerungen von Google auf einen hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Wert befürchten, könnte Twitter diese Sorgen zerstreuen helfen.

Das Geschäft würde zudem perfekt in Google's Berichtsstruktur passen. Jeder konzentriert sich bei Google auf die non-GAAP-Gewinne je Aktie, welche Bereiche wie aktienbasierte Vergütung ausschließen. Während Twitter letztes Jahr einen GAAP-Verlust von über 521 Mio. Dollar verzeichnete, lag die aktienbasierte Vergütung bei über 682 Mio. Dollar. Twitter's non-GAAP Nettoeinkommen lag laut der Investorenmitteilung für das vierte Quartal sogar mit 276 Mio. Dollar im Plus. Wie ich schon in der Vergangenheit näher betrachtet habe, zeigten die GAAP-Zahlen von Google in den letzten Jahren nicht besonders viel Fortschritt, und dieser Deal würde den Trend noch verstärken. Da sich jeder ohnehin größtenteils auf die non-GAAP-Zahlen konzentriert würde Twitters Beitrag sowohl zu den Umsätzen als auch den non-GAAP EPS die Situation tatsächlich verbessern.

Auf der anderen Seite wäre ein Geschäft auch für Twitter sinnvoll. Wenn Google knapp 25 Dollar je Aktie biete (der oben erwähnte Betrag von 15 Mrd. Dollar) könnten Twitter-Aktionäre am höchsten Punkt seit Dezember verkaufen. Zusätzlich sehen die meisten Wall Street-Bewertungen die Aktie gegenwärtig bei ungefähr 20 Dollar, also würde Twitter ein gutes Geschäft machen. Überdies könnte Jack Dorsey sich endlich wieder Vollzeit auf die Leitung von Square konzentrieren, anstatt seine Zeit zwischen zwei Unternehmen aufteilen zu müssen.

Mit Twitter-Aktien im mittleren zweistelligen Bereich ist es vielleicht an der Zeit die Möglichkeit eines Verkaufs in Betracht zu ziehen. Google hat das nötige Kleingeld und könnte mit Sicherheit einen entscheidenden Schub im Bereich sozialer Medien gebrauchen. Das Twitter-Segment würde sich dank Googles Möglichkeiten im Anzeigengeschäft weitaus besser schlagen und Twitter-Aktionäre könnten noch einen akzeptablen Preis erzielen. Finanziell würde der Deal Google am oberen und unteren Ende helfen, vor allem da ein Großteil der GAAP-Verluste von Twitter von den non-GAAP-Ergebnissen ausgeschlossen wären.

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