Diamanten, Wein oder ein Picasso?
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Man könnte meinen, Negativzinsen würden einen Boom bei Diamanten, Antiquitäten und edlem Wein auslösen, da die Leute auf der Suche nach Alternativen dazu sind, Bargeld unter der Matratze zu horten. Doch man läge falsch: die Preise für alle drei sinken.

Während einige „Sammlerstücke“ wie zum Beispiel Schmuckuhren, Luxushandtaschen und Oldtimer sich noch recht gut halten, gibt es bei anderen Probleme. Das Phänomen vermeintlich sicherer Häfen, die sich mitunter doch nicht als das beste Versteck herausstellen, wurde kürzlich vom Gadfly-Kollegen Nir Kaissar untersucht, der Gold, Bargeld und Immobilien hinterfragte.

Der Handel mit Sammlerschätzen wie kleineren Picassos oder Patek Philippes kann genauso unzuverlässig sein. Natürlich ist ihr größter Vorzug, dass sie nicht mit den aufgewühlten Finanzmärkten korreliert sind, doch sie sind niemals komplett losgelöst von der Realität. Tatsächlich ist der Grund für die schwache Performance einiger alternativer Anlageklassen deren Verbindung mit China. Wohlhabende Chinesen drängten in den vergangenen Jahren in den High-End Luxussektor, doch die Großoffensive gegen verdächtige Ausgaben hat sich bereits jetzt immens auf bestimmte Sammlerstücke ausgewirkt, wie die untenstehenden Grafiken zeigen.

Edler Wein

Die Preise für edle Weine stehen und fallen mit dem chinesischen Markt. Nach einer Steueraufhebung 2008 wurde China ein großer Einkäufer von Wein, und trieb damit laut Justin Gibbs, Direktor und Mitbegründer des Liv-ex Marktplatzes für edle Weine, die Preise nach oben. Entsprechend drückten aber Sparsamkeit und weniger Geschenke in China den Markt seit 2011 nach unten gedrückt.

Diamanten

Zur Zeit sind Diamanten niemandes beste Freunde, da sich der starke Dollar negativ auf die Nachfrage auswirkte. Auch China ist keine Hilfe. Die Anti-Extravaganz-Bewegung habe sich dort „nachhaltig darauf ausgewirkt, wie die Leute Diamanten sehen“, meint Martin Rapaport, Gründer des gleichnamigen Diamantenberichtes, wobei er darauf hinweist, die Nachfrage bei Verlobungsringen sei weiterhin „absolut stabil“.

Kunst

Chinesische Sammler spielen auch auf dem Kunstmarkt eine zentrale Rolle. Laut Jonathan Yee von Artnet hat deren Nachfrage in den letzten Jahren die Preise nach oben getrieben. Clare McAndrew, Gründerin von Arts Economics, sagt die weltweiten Verkaufszahlen bildender Kunst fielen letztes Jahr um 7% auf 63,8 Milliarden Dollar. Dieser Rückgang habe unter anderem auch mit der Anti-Extravaganz-Kampagne in China zu tun, wo die Kunstverkäufe um 23% zurückgingen.

Antiquitäten

Chinesische Käufer hatten bisher wenig Einfluss auf edle antike Möbel, obwohl sich die Verkäufer wahrscheinlich wünschen, dass es so wäre. Jüngere Leute in Großbritannien und den USA bevorzugen moderne Stile, was wiederum den Antique Collectors' Club Antique Furniture-Preisindex auf dessen niedrigsten Stand seit den 1980ern drückte. Die Chinesen jagen zwar laut dem Auktionshaus Bonhams High-end Möbelstücke, präferieren dabei allerdings aus den drei hochwertigsten Holzarten des Landes gefertigte Möbel, deren Preisen seit 2000 in die Höhe geschossen sind.

Schmuckuhren

Sogar in Anlageklassen, denen es gut geht, so wie bei Uhren, bestimmen chinesische Sammler den Markt. Nach Informationen des Auktionshauses Christie's, machen sie ungefähr 30-40 Prozent der weltweiten Sammler aus.

Luxushandtaschen

Ähnlich sieht es bei den Luxushandtaschen aus. Laut Matthew Rubinger, Sachverständiger bei Christie's, „mehr zu einer Anlageklasse geworden, als zu einem One-Hit Wonder.“ Während die Nachfrage in Europa und dem Mittleren Osten zunimmt, bleibt Asien eine wichtige Region für diese aufstrebende Kategorie. Hermes, ein Favorit chinesischer Konsumenten, ist dabei die bevorzugte Marke der Sammler.

Sammlerautos

Und chinesische Vorlieben könnten bei einer weiteren alternativen Anlageklasse eine noch größere Rolle spielen. Beschränkungen bei der Einfuhr von Gebrauchtwagen haben China bisher davon abgehalten, ein wichtiger Player bei Sammlerautos zu werden. Sollte China diese Restriktionen lockern – und einige glauben, dass es das tun wird – könnte es sich laut Jonathan Kringer von der Sammlerauto-Versicherungsfirma Hagerty zu einem großen Markt für alte Automobile entwickeln. Derzeit konzentrieren sich chinesische Enthusiasten auf moderne Sportwagen und Luxusautos, deren natürliche Weiterentwicklung Sammlerautos seien, so der Experte.

Briefmarken

Während das Wachstum des Marktes für britische Briefmarken sich über die letzten Jahre abgeschwächt hat, hat die chinesische Nachfrage für lokale Briefmarken deren Preise nach oben getrieben, so der Broker Stanley Gibbons.

Wenn man also meint, die eigenen Investitionen wären unabhängig, sollte man das noch einmal überdenken. Wie auch in anderen Bereichen des Wirtschaftslebens, ist der chinesische Einfluss überall zu spüren. Wenn man sich um dessen finanziellen Zustand sorgt, könnte letztendlich doch einiges für diese Matratze sprechen.

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