It's Stream Time!
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Diese Woche benutzte ein Mann die Periscope Smartphone App von Twitter, um ein Video seiner betrunkenen Raserei durch Long Island live zu übertragen.

Während die Technikbesessenen damit beschäftigt waren, das Jahr 2016 als das Jahr der virtuellen Realität oder als das Jahr des großen Einhornsterbens zu bezeichnen, hat der Mann aus Long Island die Technikexperten unwissentlich in der Frage um das wahre Thema des Jahres 2016 besiegt: Das ist das Jahr, in dem die Technikkonzerne verrückt werden nach Livevideos im Netz.

Facebook (NASDAQ: Facebook [FB]) hat eine Strategie durchgesetzt, die vor drei Monaten der breiten Masse nutzbar gemacht wurde, so dass man das Video von Timmys Fußballspiel in Echtzeit teilen oder 45 Minuten am Morgen damit verbringen kann, von Martha Stewart zu lernen, wie man Zimmerpflanzen zieht. Der Konzern hat Prominente mit Geld gelockt Livevideos zu drehen und getönt, dass Politiker die live Facebook-Videos dazu nutzen, sich selbst den Wählern näherzubringen.

Leitende Angestellte von Facebook können nicht aufhören von ihrer neuen Liebe zu sprechen. Das Wort „Video“ oder ein Synonym davon haben sie in einer Telefonkonferenz über finanzielle Ergebnisse im Januar 35 Mal benutzt. Damit ist es öfter gefallen als die Begriffe „Instagram“ (24 Mal) oder „Oculus“ (9 Mal), die neue firmeneigene virtuelle Realitäts-Spielerei.

Der Geschäftsführer von Twitter (NYSE: Twitter [TWTR]) Jack Dorsey hat die Periscope-App, die Twitter vor einem Jahr gekauft hat, zum zentralen Element seiner Überlebensstrategie gemacht. Amazon (NASDAQ: Amazon.com [AMZN]) hat am Dienstag mitgeteilt, dass es seine erste tägliche Live-Internetvideoshow, die nach einer Mischung aus Teleshopping und der Today-Show klingt, einführen möchte. Amazon und Facebook sind auch unter denjenigen Technikkonzernen, die um die Senderechte kämpfen, Footballspiele der NFL live über das Internet übertragen zu dürfen.

Der Großvater des Internetvideos, YouTube, dass im Besitz von Google (NASDAQ: Alphabet Class A [GOOGL]) befindet, ist keineswegs ein Neuling im Bereich des Livevideos, sondern hat im letzten Jahr das Verfahren vereinfacht, so dass nun jedermann live Webcasts aufnehmen kann.

Was bringt es? Technikkonzerne haben sich in das einträgliche Potential von Videowerbungen verliebt. Ein Live Internetvideo ist ähnlich zum gewöhnlichen Fernsehen, eine Goldmine in Sachen Reklame.

Und heutzutage kleben die Menschen regelrecht vor ihren digitalen Bildschirmen. Laut Ustream, einer im Januar von IBM (NYSE: International Business Machines [IBM]) erworbene Livevideotechnik, verbringen die Leute 2 bis 3 Mal so viel Zeit ein Video einer Aktivität anzusehen als diese selbst dauern würde. Auch Smartphonen haben es vereinfacht, Videos live zu filmen und diese ohne Verzögerung zu teilen.

Die Vernarrtheit in Livevideos spiegelt sich auch in der Beliebtheit von Snapchat wider, das mit der Live-Option sehr erfolgreich geworden ist, die Videoschnipsel von Zuschauern und Teilnehmern von Veranstaltungen wie zum Beispiel das Kentucky Derby oder dem Abschlusstag der Fashion Week in Paris zusammenträgt.

Es gibt jedoch große Risiken, sowohl für die Nutzer, als auch für die Anbieter. Da wäre zum Beispiel das Ermüdungsproblem. Wenn jemand zum 150. Mal Engländer live streamt, wie sie um eine teichgroße Pfütze lenken, beginnt das gesamte Echtzeitvideokonzept seine Neuartigkeit zu verlieren.

Auf der Gründerseite hat Burn-Out bereits ein Opfer gefordert. Meerkat, die für ca. 48 Stunden Ende März 2015 angesagteste Technikfirma, hat die Livevideostrategie aufgegeben, weil laut eines Berichts in der Re/code die Menschen nicht so begeistert davon waren, ständig Videos von sich selbst oder ihrer Umgebung zu verbreiten. Es hat weniger als ein Jahr gedauert bis sich die Meinung der Nutzer von Meerkat von: “Oh, Livevideos von meinem Handy sind so cool!“ bis zum völligen Desinteresse gewandelt hat. (Es hat auch nicht unbedingt geholfen, dass Facebook und Twitter aufgrund ihrer Größe Meerkat verdrängt haben.)

Facebook hat bisher noch nicht versucht mit Livevideos Geld zu verdienen. Ein leitender Angestellter hat letzte Woche mitgeteilt, dass der Konzern Ressourcen für den Livevideobereich verwendet und dass die Firma einträgliche Konzepte entwickeln werde, falls Livevideos weiter auf dem Vormarsch blieben. Die Ausgaben haben sich nun angehäuft.

Facebook prognostiziert, dass es dieses Jahr 4 bis 4,5 Milliarden USD für Datenzentren und andere Investitionsprojekte ausgeben werde, oder anders gesagt mehr als 6 Mal so viel wie vergleichbare Posten im Jahr 2011. Facebook auszubauen ist im Allgemeinen teuer, Livevideos schlagen jedoch besonders auf bei Kosten für Rechenkapazität um digitale Daten zu speichern und zu bewegen. Den Nutzern kosten Livevideos Zeit und Datenvolumen auf dem Smartphone. Videos vom Handy zu verbreiten kann sehr schnell mobile Datenvolumen aufbrauchen.

Videos sind die Fenster in unsere Leben und es ist großartig über mehr Technologien zu verfügen, um diese zu teilen. In unternehmerischer Hinsicht scheint es jedoch ein Wagnis mit klar definierten Kosten und ungewissen möglichen Ertrag zu sein.

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