Was steuert die Ölpreise?
Obama in Cushing, Oklahoma. AP Photo/LM Otero
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2. März 2016
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Warum ist Crushing wichtig?

Die Weltpreise für Öl werden von der Menge an Rohöl gesteuert, die in Cushing, Oklahoma eingelagert ist. Das ist der Fall, weil Cushing die Preisreferenz für WTI (West Texas Intermediate)-Ölpreise ist, der meistgehandelte Öl-Terminkontrakt der Welt.

Das Lager in Cushing bestimmt die Weltpreise für Öl

WTI und Brent-Ölpreise haben eine gute negative Korrelation mit dem in Cushing gelagerten Volumen von Rohöl. Komparativer Bestand, das aktuelle Ölvolumen in Relation zum Fünfjahres-Schnitt, und Ölpreis-Volatilität, das Ausmaß, in dem sich Ölpreise nach oben und unten bewegen, sieht man in der Grafik.

Von Anfang 2014 bis Ende Juli sank der komparative Bestand und die weltweiten Ölpreise waren hoch, durchschnittlich über 100 $ pro Barrel. Von August bis zum Zeitpunkt des OPEC-Treffens vom 28. November stiegen die Bestände in Cushing und Öl fiel unter 70 $. Die OPEC-Entscheidung, die Produktion nicht zu beschränken, verursachte einen scharfen Anstieg der Volatilität und die Preise sanken bis Ende Januar 2015 auf 46 $ pro Barrel.

Im Februar stiegen die Preise auf Grundlage der Hoffnung, dass ein sinkende Zahl von Bohranlage zu einem Rückgang der US-Produktion führen würde. Steigende Bestände in Cushing holten die Märkte zurück in die Realität und die Preise begannen im März wieder zu fallen.

Von Mitte April bis Mitte Juni 2015 nahmen die Cushing-Bestände wieder ab und die Ölpreise stiegen auf 60 $ pro Barrel. Sorgen hinsichtlich des chinesischen Wirtschaftswachstums und die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran trugen zu einer Abflachung der Cushing-Bestände bei und Öl fiel auf nahezu 38 $ pro Barrel Mitte August.

Als die Bestände Ende August wieder fielen, legten die Preise auf fast 50 $ pro Barrel zu und blieben dann bis Ende Oktober stabil. Die Bestände hatten sich abgeflacht, doch die Aussicht auf Wachstum in China hatten sich vor verbessert, als die People's Bank of China Anreizmaßnahmen ankündigte.

Von Anfang November bis Ende 2015 nahmen die komparativen Bestände wieder zu und die Ölpreise sackten auf unter 30 $ pro Barell, was fast zum Kollaps der chinesischen Aktienmärkte führte.

Sich abflachende komparative Bestände Anfang 2016 und Gerüchte über eine Produktionsbeschränkung durch OPEC, gefolgt von einem partiellen Förderstopp trieben die Ölpreise wieder zurück auf über 30 $ pro Barrel, wo sie im Verlauf des Februar auch verblieben.

Erwartungen und Wirklichkeit haben beide einen Einfluss auf Ölpreise, doch die Grafiken 1 und 2 zeigen, dass die Wirklichkeit der Veränderungen in den komparativen Beständen in Cushing der dominierende Faktor ist. Weltwirtschaftliche und -politische Ereignisse haben die Macht, Ölpreise zu beeinflussen, doch ohne die Unterstützung der Lagerbestände in Cushing sind diese Veränderungen nur von relativ kurzer Dauer.

Was passieren muss, damit die Ölpreise steigen

Cushing, Oklahoma ist weltweit größte Farm für Öl-Lagertanks. Sie hat eine verfügbare Kapazität von 73 Millionen Barrel, circa 13% der gesamten Lagerkapazitäten der USA. Eine Reihe wichtiger Öl-Pipelines kommen dort zusammen, auf dem Weg des Öls von den Förderstätten zu den Raffinerien an der Golfküste.

Cushing ist Liefer- und Preisreferenz für die Rohöl-Termingeschäfte der West Texas Intermediate. Wöchentlich werden hier WTI-Termingeschäfte im Volumen von über 300 Millionen Barell gehandelt. Für die am 26. Februar 2016 zu Ende gegangene Woche war das Volumen von WT-Geschäften (3,1 Millionen Geschäfte) fast dreimal so groß wie der Umfang von Brent ICE-Geschäften (1,2 Millionen Geschäfte). Jedes Geschäft beinhaltet 1000 Barrel Öl.

Die Lagerbestände in Cushing haben zugenommen, seit im Dezember die Rohöl-Exportsperre aufgehoben wurde. Seitdem nahmen die Bestände wöchentlich im Schnitt um 500,000 Barrel zu, und die gesamten US-Lagerbestände um circa 1,5 Millionen Barell wöchentlich. Die aktuelle Lagerkapazität in Cushing ist zu 89% ausgelastet. Solange die Lagerbestände in Cushing und an der Golfküste zu über 80% ausgelastet sind, werden die Ölpreise niedrig bleiben.

Damit die Ölpreise steigen, müssen die Lagerbestände in Cushing fallen. Daraus folgt, dass sowohl die Förderung dichten Öls in den USA, vor allem aus dem Bakken-Feld, als auch die Förderung leichten kanadischen Öls, das via Pipeline nach Cushing gebracht wird, zurückgehen müssen.

Obwohl globale Ereignisse eine Rolle spielen, dominieren die komparativen Bestände in Cushing die Weltpreise für Öl. Daraus folgt allerdings keineswegs, dass eingeschränkte Förderung und sinkende Bestände anderswo auf der Welt die Ölpreise nicht beeinflussen würden. Es lässt sich jedoch schlussfolgern, dass die ausgeweitete Ausbeutung unkonventioneller Ölquellen in Nordamerika das Überangebot verursachte, welches zum Kollaps der Ölpreise führte.

Eine relativ kleine Verringerung der Cushing-Bestände um 3 bis 5 Millionen Barrel könnte zu einem 10 $ bis 15 $ hohen Anstieg der WTI-Preise führen, ähnlich den Vorgängen von April bis Juni 2015. Im Gegenzug könnte eine Steigerung der Lagerbestände um einige Millionen Barrel die Ölpreise in den niedrigen Bereich von 20 $ drücken. Das ist vor allem abhängig von der Förderung unkonventionellen Öls in den USA und Kanada.

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