Privatkapital hinter der sauberen Energie
Carlos Barria/Reuters
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Privatkapital wittert Geld bei Subventionskürzungen bei Erneuerbaren in Europa. Eine Handvoll privater Kapitalgesellschaften kauft in Turbulenzen geratene Anlagen für saubere Energie und restrukturiert die Schuldenlast und ganze Projekte in dem Versuch fette Gewinne bei den verhältnismäßig riskanten Investitionen zu erzielen.

Die Anstrengungen – von Fonds wie Cerberus Capital Management LP aus New York, Oaktree Capital Management LP aus Los Angeles und Zouk Capital LLP aus London – laufen gegen den Trend in der Privatkapitalbranche, die im letzten Jahr ihre Arbeit mit Erneuerbaren zurückgefahren hat. Während ein Großteil privater Kapitalgesellschaften von Mainstream-Investoren aus der sauberen Energie gedrängt wurde, streichen diese Fonds ganz in Ruhe stattliche Gewinne ein.

Die drei bedienen sich am Unglück der Branche, nachdem Spanien, Kroatien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien ihre Unterstützung für erneuerbare Energien gedrosselt haben. Bei dem Versuch horrende Subventionsrechnungen abzubauen haben weitere 12 Länder Kürzungen bei ihren Programmen für saubere Energie vorgenommen, darunter U.K., Portugal, Italien und Österreich.

Erich Becker, Leiter des Teams für Infrastruktur bei der in London ansässigen Zouk Capital, welche aktiv nach unter Druck geratenen Anlagen in Westeuropa sucht, sagt:

„Diese Projekte können mithilfe verschiedener Werkzeuge wirtschaftlich überlebensfähig gemacht werden. Private Kapitalgesellschaften haben einen großen Vorteil auf dem Feld der Erneuerbaren, wir können weitaus kreativer bei Umstrukturierung und Abbau sein.“

Private Kapitalgesellschaften konzentrieren sich auf den Aufbau von Konzernstrukturen bei Branchen im Aufwind und waren ein großer Unterstützer der Erneuerbaren, als die Industrie im vergangenen Jahrzehnt erblühte. Als sich dann die Produzenten von Wind- und Sonnenenergie zu sichereren Anlageplätzen entwickelten, ersetzten Pensionfonds und traditionelle Investoren die Spezialisten. Laut von Bloomberg zusammengetragenen Daten fielen die Investitionen der PE-Fonds in der Branche letztes Jahr um 53% auf 1,3 Mrd. Dollar, den niedrigsten Stand seit 10 Jahren.

Thomas Rottner, Managing Partner bei Platina Partner LLP, das im letzten Jahrzehnt mehr als 200 Gigawatt sauber Energie entwickelt hat, meint:

„Ich bin mir nicht sicher, ob das nach wie vor ein gutes Investment für Privatkapitalgesellschaften ist. Zeitrahmen und Ertrag sind eher wie bei der Infrastruktur. Risikokapital und Privatkapitalgesellschaften sind auf viel höhere Erträge ausgerichtet, als sie die erneuerbaren Energien in Europa derzeit bieten können.“

Wo die Risiken hoch sind, könnte auch die Belohnung folgen. An dieser Stelle investieren Fonds wie Zouk. Ihre Ziele liegen an Orten, wo Projekte kurz vor dem Bankrott stehen, entweder aufgrund von Fehlern unerfahrener Entwickler, oder weil die jeweilige Regierung ihre Unterstützung entzogen hat.

Becker sagte, die Branche „war über die letzten 15 Jahre zu sehr verwöhnt durch Mechanismen wie Einspeisevergütungen, garantierte Abnahmevolumen, Subventionen und Zuschüsse.“

Für über 1 Milliarde $ übernahm Cerberus im Oktober den spanischen Entwickler für saubere Energie Renovalia Energy SA. Nach Berichten der spanischen Zeitung Expansion sicherte sich Oaktree im November die in Madrid ansässige Eolia Renovables SA. Die Privatkapitalgesellschaften standen für Interviews nicht zur Verfügung.

Janis Hoberg, Analyst bei Bloomberg New Energy Finance, teilte via E-Mail mit:

„Spanien's rückwirkende Subventionskürzungen haben erhebliche Notlagen verursacht, vor allem bei kleineren Playern im Bereich der sauberen Energie. Daher ist es keine Überraschung, dass spezialisierte Fonds wie Cerberus den Markt aktiv durchkämmen, um Erneuerbare Portfolios für kleines Geld aufzukaufen.“

Während funktionierende Projekte im Feld der Erneuerbaren vielleicht nicht die Art von Renditen abwerfen, nach der Privatkapitalgesellschaften suchen, sei das bei denen, die in Schwierigkeiten geraten sind, durchaus möglich, so Andreas Angelopoulos, Leitender Direktor beim Private Equity Institute an der University of Oxford in England. Unter Druck geratene Projekte aufzukaufen, könne Erträge zwischen 8 und 12 Prozent einbringen, sagte er.

„Es ist schwieriger und kompetitiver in einem eher ausgereiftem Markt, doch gute Fondsmanager können Geld nicht nur im Wachstum erwirtschaften, sondern auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen“, so Angelopoulos. „Ich glaube, Privatkapitalgesellschaften werden weiterhin eine große Rolle bei den alternativen Energien spielen.“

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