OPEC und US-Schieferöl
AP Photo/Chris Carlson
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OPEC und US-Schieferöl könnten einen Beziehungsberater brauchen. Nach anfänglichem Ignorieren, dann Sorgenmachen und zuletzt dem Führen eines Preiskampfes gegen die US-Schieferölindustrie, ist die OPEC nun zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht weiß, wie sie sich ihr gegenüber positionieren soll.

“Schieferöl in den Vereinigten Staaten, ich weiß nicht, wie wir miteinander umgehen sollen”, sagte Abdalla Salem El-Badri, Generalsekretär der OPEC, vor einem brechend vollen Raum von Führungskräften der Industrie aus Texas und North Dakota anlässlich des jährlichen IHS CERA Week-Treffens in Houston.

Die Organisation erdölexportierender Länder, welche ungefähr 40 Prozent der globalen Ölproduktion kontrolliert, musste sich noch nie zuvor mit einer Ölbezugsquelle auseinandersetzen, die sich derart flexibel an Preisschwankungen anpassen könne, wie das US-Schieferöl, so El-Badri. Das erschwert die Fähigkeit des Kartells, die Preise durch eine Förderbeschränkung zu stützen.

Er sagte:

“Bei jeder Preissteigerung wird das Schieferöl sofort zu Stelle sein und jedwede Reduzierung ausgleichen.”

Schieferölproduktion

OPEC und US-Schieferöl
Zuma\TASS

Am Montag gab die Internationale Energieagentur der Sorge von OPEC neue Nahrung, indem sie bekanntgab, dass die gesamte Rohölproduktion der USA, zu großen Teilen aus Schieferbecken, trotz niedriger Preise von 2015 bis 2021 um 1,3 Millionen Barrel täglich zunehmen wird. Während angenommen wird, dass die US-Prduktion von Schieferöl in diesem Jahr um 600.000 Barrel täglich, gefolgt von weiteren 200.000 im Jahr 2017, zurückgeht, wird sie laut der IEA von 2018 an wieder zulegen.

“Jeder, der glaubt, dass wir hier zum letzten Mal Wachstum der US-Schieferölproduktion gesehen haben, sollte sich das nochmal überlegen”, heißt es im Medium-term Report der IEA.

John Hess, Vorstandsvorsitzender eines der größten Pächter in der Bakken-Schieferregion in North Dakota, sagte, das Schieferöl könne unter Umständen nicht ganz so schnell reagieren, wie die OPEC befürchtet. Es gebe logistische Hürden im Zusammenhang mit dem erneuten Transport der benötigten Ausrüstung und Arbeiter zurück zum Ölfeld, um die Produktion wieder hochzufahren, zusätzlich zu finanziellen Hürden.

“Die Bilanzen der Schieferölproduzenten befinden sich im freien Fall”, sagte Hess, dessen Unternehmen vor kurzem den ersten Jahresverlust seit 13 Jahren verkündete. “Sie müssen ihre Bilanzen in Ordnung bringen, bevor sie wieder anfangen können, zu investieren.”

Die OPEC lancierte im November 2014 einen Preiskampf gegen US-Schieferöl- und andere kostenintensive Produzenten, darunter kanadische Ölsande und brasilianische Tiefsee-Ölfelder, indem sie die Förderung trotz weltweiten Überangebots nicht beschränkte. Seitdem haben sich die Ölpreise um mehr als die Hälfte reduziert und fielen am 11. Februar auf 26 Dollar, den tiefsten Stand seit 12 Jahren.

Mit dem seltenen Eingeständnis, dass dieses Vorgehen nicht wie gewünscht funktioniert habe, gab El-Badri zu, dass die OPEC keinen derart starken Verfall der Ölpreise erwartet habe, als sie die Entscheidung traf, weiterhin mit voller Kapazität zu fördern.

Strategiewechsel

Die OPEC begann letzte Woche ihre Strategie zu ändern, als sich die Ölminister von Saudi-Arabien und Russland darauf verständigten, ihre Förderung auf dem Niveau von Januar einzufrieren, sofern andere ölreiche Staaten sich dem anschlössen. El-Badri sagte, die neue Ausrichtung werde über die nächsten drei bis vier Monate evaluiert, bevor weitere mögliche Schritte in Erwägung gezogen würden.

Ohne auf die Details nähe eingehen zu wollen sagte er:

“Das ist der erste Schritt um zu sehen, was wir erreichen können. Sollte sich dies als erfolgreich herausstellen, werden wir in der Zukunft weitere Schritte unternehmen.”

El-Badri sagte auch, die niedrigen Ölpreise hätten Unternehmen dazu veranlasst, zu viele Ausgaben zur Erschließung neuer Förderquellen abzubauen, was die Grundlage für “einen sehr hohen Preis” in der Zukunft sein könne.

“Die Sorgen drehen sich aktuell um fehlende Investitionen, mangelndes Angebot in der Zukunft. So einfach ist das”, sagte er. “Wenn der Markt nicht versorgt wird, werden die Preise steigen.”

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