Die wirklich schlechten Investoren
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Unternehmen verlieren Milliarden durch Rückkauf eigener Aktien

Wenn du glaubst, dass deine Aktien schlecht laufen, dann schau dir die Performance einiger der erfolgreichsten Investoren an, die mehr als jeder Andere darüber wissen, was innerhalb der Unternehmen vor sich geht: Unternehmen, die ihre eigenen Aktien kaufen.

Unternehmen, die Geld bei diesen Geschäften verlieren, haben über die vergangenen drei Jahre zusammen 126 Mrd. Dollar verloren, was einen Rückgang um 15% bedeutet.

Viele Aktiengeschäften hätten besser daran getan, ihr Geld in einen Indexfond zu investieren, statt in ihre eigenen Aktienpakete. Der gesamte Markt wuchs im selben Zeitraum um 39%. Die Unternehmen hätten das Geld auch in Form von Dividenden an ihre Anteilseigner ausschütten und ihnen damit ermöglichen können, das auszugeben, was letztendlich ihr eigenes Geld ist.

Und es sind nicht nur einige große Verlierer, die für den ganzen Schmerz verantwortlich sind. Zur Gruppe gehören 229 Unternehmen aus dem Standard and Poor's 500-Index, nahezu die Hälfte der in der von FactSet für die Associated Press vorbereiteten Studie betrachteten Unternehmen.

Wenn ein Unternehmen Geld in die Hand nimmt, um die eigenen Aktien zu kaufen, klatscht die Wall Street normalerweise Beifall. Diese Aktion lässt die Gewinnspanne pro Aktie des Unternehmens steigen, und viele sind der Meinung, dass derartige Rückkäufe eine zentrale Rolle beim Anstieg der Kurse im sieben Jahre währenden "Bullenmarkt" spielten.

Doch Rückkäufe können Unternehmen auch Liquidität entziehen, die diese nutzen könnten, für die Zukunft zu wachsen, unabhängig von der Preisentwicklung der Aktien.

Und die jüngsten Verluste verweisen auf einen weiteren Kritikpunkt: Unternehmen mögen gut darin sein, Öl zu erschließen oder Badzubehör zu verkaufen, doch sie sind nicht immer clevere Aktieninvestoren. Einige Firmen kauften immer mehr ihrer eigenen Anteile, selbst als die Preise sich im Vergleich zur Finanzkrise bereits verdreifacht hatten und sich die Anzeichen verdichteten, dass der Markt überbewertet war.

Nicholas Colas, Chief Market Strategist bei der Maklerfirma ConvergEx Group, sagt:

„Wann immer man einen Rückkauf beobachtet, sagt das Unternehmen: 'Wir glauben, unsere Aktien sind billig'“

Manchmal sind sie ihrer Sache so sicher, dass sie massive Kredite aufnehmen, nur um mehr und mehr Aktien zu erwerben. Dass eben diese Aktien jetzt im Wert abgestürzt sind, bezeichnet Colas als „große Ironie“ des Bullenmarktes.

Unter den Unternehmen mit den größten Verlusten in den Büchern befinden sich jene, die noch kauften, obwohl ihr Kurs schon fiel, nur, um den Preisen weiter beim Fallen zuzusehen. Macy's (NYSE: Macy's [M]), unter Druck geratener Einzelhändler, hat bei seinen Ankäufen 1,5 Mrd. Dollar eingebüßt, ein Verlust von 26% . American Express (NYSE: American Express Company [AXP]) hat 4,1 Mrd. Dollar verloren (34%). Mit dem Verfall des Ölpreises sammelte das Ölunternehmen Chevron (NYSE: Chevron Corporation [CVX]) 2,8 Mrd. Dollar an Verlusten (28%).

Die Verluste türmen sich auch an unerwarteten Stellen, wie zum Beispiel bei Unternehmen, die im Verlauf des Bullenmarktes größtenteils solide Gewinne verbuchten. Das könnte bedeuten, dass es selbst gefährlich werden könnten, wenn die Kurse von Top-Performern zu hoch steigen. Starwood Hotels & Resorts Worldwide (NYSE: HOT) und Ford Motor (NYSE: Ford Motor Company [F]) haben beide hunderte Millionen bei ihren Rückkäufen verloren, mehr als ein Fünftel ihrer Ausgaben.

Verteidiger der Rückkäufe sagen, dies sei eine intelligente Geldanlage, wenn es in einer unsicheren Weltwirtschaft, die Expansionen gefährlich mache, kaum andere Verwendungsmöglichkeiten gäbe. Anders als Dividenden, müssen Anteilseigner so auch keine Steuern zahlen. Kritiker halten dagegen, dass Rückkäufe Mittel von Forschung und Entwicklung, Ausbildung und Einstellung und der Art von Dingen abhielten, die Unternehmen langfristiges Wachstum sicherten.

„Das Unternehmen mit den meisten Rückkäufen investiert oft nicht genug in sein Geschäft“, meint Gregory Milano, CEO von Fortuna Advisor und als Berater Autor mehrerer Studien, die sich kritisch mit den Ankäufen auseinandersetzen. Er sagt, dass die meisten Rückkäufe „finanzielle Konstrukte“ und Geldverschwendung sind.

Die Studie betrachtete 476 Unternehmen aus dem S&P 500-Index, unter Ausschluss von Mitgliedern, die im Betrachtungszeitraum Teile ihrer Firmen abgespalten hatten. Hier einige der Ergebnisse:

Der 100-Millionen-Dollar-Club

Nahezu ein Drittel der betrachteten Unternehmen, insgesamt 153, verloren 100 Mio. Dollar oder mehr bei ihren Ankäufen der letzten drei Jahre.

Es geht nicht nur um's Öl

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Vincent Kessler/Reuters

Vier der 10 größten Verlierer sind Energieunternehmen. Doch eine Vielfalt an Firmen ist von hohen Verlusten betroffen, darunter Versicherer, Banken, Einzelhändler, Technologieunternehmen, Fluglinien und Unterhaltungsfirmen.

Größter Gewinner, größter Verlierer

MasterCard verbuchte die höchsten Gewinne aus Rückkäufen: 7,9 Mrd. Dollar. IBM verzeichnete die größten Verluste: 9,8 Mrd. Dollar. IBM sagt, dass man langfristige Investitionen nicht vernachlässige und der für Forschung & Entwicklung, große Projekte oder Übernahmen aufgewendete Betrag dreimal so hoch gewesen sei, wie der zum Ankauf eigener Aktien.

Profiteure helfen, irgendwie

Wenn man die Unternehmen, welche in den vergangenen drei Jahren von den Rückkäufen profitiert haben, mit den Verlierern verrechnet, verringern sich die Verluste auf 11 Mrd. Dollar. Insgesamt von allen Unternehmen in Rückkäufe investierte Summe: 1,43 Billionen Dollar, mehr als die jährliche Wirtschaftsleistung von – außer 12 - allen 193 Ländern der Welt, laut Weltbank.

Die Kurse könnten sich natürlich erholen und Verluste in Gewinne verwandeln. Doch die Geschichte von Rückkäufen macht nicht gerade viel Hoffnung.

Unternehmen kaufen nach Meinung von Experten oftmals zur falschen Zeit, weil sie erst nach Jahren wirtschaftlicher Erholung ausreichende Geldmittel haben, um guten Gewissens im großen Stil in Rückkäufe einzusteigen. Das schließt sich oft an, wenn Unternehmen alle offensichtlichen Maßnahmen ergriffen haben, ihr Geschäft zu verbessern – Kosteneinsparungen, Technologie zur Effektivitätssteigerung, Expansion im Ausland – und sich nicht sicher sind, was sie als Nächstes tun sollen, um ihr Kurswachstum zu erhalten.

„Für das Durchschnittsunternehmen wird es zunehmend schwieriger, die Gewinnspanne pro Aktie zu erhöhen,“ meint Milano. „Es bringt sie dazu, Rückkäufe genau dann zu starten, wenn sie es nicht tun sollten.“

Und Rückkäufe erreichten kürzlich - wie sollte es auch anders sein – Rekordwerte, obwohl die Gewinne des S&P 500 fielen und Aktien teurer wurden. In den 12 Monaten vor September gaben Unternehmen 559 Mrd. Dollar für ihre eigenen Anteile aus. Laut dem letzten Bericht der S&P Dow Jones Indizes liegt dieser Wert nur knapp unter dem Höchstsand von 2007 – dem Jahr, bevor die Börsen ihren heftigsten Absturz seit der Großen Depression erlebten.

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