Vertrauensbasierte Wirtschaft
Hauptseite Wirtschaft

Wenn wir zu komplett Fremden ins Auto steigen, im Bett von Leuten schlafen, die wir noch nie getroffen haben und Menschen am anderen Ende der Welt Geld leihen, bedeutet dies den Aufstieg einer mächtigen neuen Währung – der vertrauensbasierten.

Am beeindruckendsten hinsichtlich der Shared Economy ist nicht die Technologie, welche sie erst ermöglicht hat, sondern die tiefgreifenden Veränderungen die sie in der Gesellschaft ausgelöst hat. Sie hat einen neuen Sinn für Gemeinschaftlichkeit hervorgebracht, mehr Kollaborationen ermöglicht, neue Denkweisen angestoßen und gegenseitigem Vertrauen eine neue Wertigkeit verliehen. Dabei berührt sie grenzüberschreitende Bedürfnisse und steckt immer noch voller Möglichkeiten.

Wenn du nicht darauf hinarbeitest, Vertrauen aufzubauen und zu zeigen könnte dich die Zukunft gerade hinter sich lassen, da sich Vertrauen mit großer Geschwindigkeit zur globalen – und wertvollsten – Währung der modernen Welt entwickelt.

Kodierung von Vertrauen

Vertrauen war einstmals eine teures Unterfangen. Banken wurden aus luxuriösen Materialien in kühnen architektonischen Entwürfen errichtet, mit kräftigen Marmorsäulen und Verzierungen zur eindringlichsten Verdeutlichung von Solidität, Tradition und Vertrauenswürdigkeit – und um eine Art historischer Kontinuität zu suggerieren. „Du kannst uns vertrauen – sieh nur wie viel Geld wir in unsere Gebäude stecken können!“

Vertrauen basierte vor allem auf absichtlicher Verschwendung.

In ähnlicher Weise repräsentierten kostspielige Ausbildungen an Eliteuniversitäten nicht nur ein bestimmtes Maß an Intellekt oder Leistung, sondern eine Aura der Exzellenz, die ein Abschluss an einer vertrauenswürdigen akademischen Institution mit entsprechender Reputation mit sich brachte. Sie stellte einen sozialen Status und die finanzielle Potenz dar, mehr als nötig auszugeben um Teil eines elitären Kreises zu sein und suggerierte wie ein Genehmigungsstempel potenziellen Arbeitgebern bestimmte Qualitäten.

Oder man denke an die Hotelbranche. Historisch betrachtet erreichten Hotels den Erfolg vor allem durch Standardisierung – indem sie unter einer Dachmarke oder Kette ein bestimmtes Level an Komfort und Qualität boten, oftmals basierend auf Symbolen von Sicherheit, Vertrauen und Tradition.

All das hat sich verändert. Heute sind wir bereit unser Leben in die Hände von Menschen zu legen, über die wir rein gar nichts wissen. Wir haben unsere instinktive Furcht vor dem Unbekannten innerhalb weniger Monate über Bord geworfen.

Ermöglicht hat diese Verschiebung von Werten vor allem die Kodierung von Reputation – es sind die fünf Sterne neben den Namen von Personen, die es ermöglichen Jemandem zu vertrauen, über den man ansonsten nichts weiß. Und sie verändert unsere Art zu leben: Von der Mitfahrt in einem UberX bis zur Übernachtung in einem Airbnb; vom An- und Verkauf handgemachter Produkte über Etsy zu direkten Darlehen; von der Auftragsvergabe über Upwork oder TaskRabbit bis zur Buchung von Reinigungskräften über Handy oder dem Mieten eines Autos auf Turo.

Gleichzeitig lässt sich eine Kodierung von Einfluss und Status beobachten, deren Ergebnis ebenfalls Vertrauen ist. Die auf LinkedIn erhaltenen Empfehlungen und die mit einem möglichen Arbeitgeber geteilten Verbindungen können darüber entscheiden, ob man den Job bekommt. Und der Instagram-Auftritt – vor allem das Gewinnen der 'Unterstützung' prominenter Follower – legt das nächste Date fest, zumindest wenn man eine Mitgliedschaft bei Raya anstrebt, einer neuen Dating-App die damit wirbt, eine private Community von Prominenten und Kreativen zu bilden.

Reputation basiert mittlerweile auf einem neuem System, dass eher flüchtige Kategorien wie Glaubwürdigkeit, Einfluss und Status nimmt und in messbare Werte verwandelt. Es 'digitalisiert' Beziehungen und soziale Kontakte, zieht Werte und Informationen aus unseren Verbindungen und kodiert sowie kommerzialisiert Vertrauen – repräsentiert und verkauft es.

Neue Markenwerte mit Vertrauen als Grundlage

PR-, Marketing- und Werbekampagnen haben lange versucht, potenziellen Kunden Faktoren wie Qualität, Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit zu vermitteln.

Als Konsumenten vertrauten wir darauf, dass eine wiedererkennbare Hotelmarke eine tolle Kundenerfahrung bieten müsse – andernfalls wäre sie nicht in der Lage gewesen sich einen Namen zu machen.

Tatsächlich waren im vor-digitalen Zeitalter Werbekampagnen zur Markenbildung vor allem teuer – und das war entscheidend. Genauso wie Banken viel Geld für Marmorsäulen ausgaben, musste alles in TV-Werbespots eine Ära von Qualität ausstrahlen, basierend auf der Wahrnehmung, dass Werbung einen hohen Produktionswert hatte und Sendezeit begrenzt war.

Schaut man sich die dezentralisierte und fragmentierte Medienlandschaft von heute an, werden die Herausforderungen für Marken deutlich. Was wird aus markenorientiertem Vertrauen wenn wir Nachrichtenbeiträge lesen die unsere Freunde liken und mit uns teilen, Produkte aufgrund von Amazon-Nutzerberichten kaufen und in Hotels übernachten, weil sie auf Instragram markiert sind?

Die grundsätzliche Wahrnehmung von Markenwerten verändert sich tiefgreifend.

Zunächst ist sie weniger physisch. Daher rührt auch der Aufstieg von Bitcoin – es ist nicht an physische Werte wie den Goldstandard gebunden; es beruht auf den kollektiven Überzeugungen und Hoffnungen seiner Besitzer. In ähnlicher Weise kann jeder für 29 Dollar auf Wix eine e-Commerce Seite aufbauen, mit einem begleitenden Social Feed der Produkte unter dem Mantel eines sorgfältig kuratierten erstrebenswerten Lifestyles verkauft.

Die moderne Sprache des Vertrauens ist ein gekonntes User-Interface, ein angemessener Buchungsstrom und aussagekräftige Bilder; vor allem aber geht es um gute Rezensionen, Bewertungen und Einfluss.

Wird es eine einzige Einheit für Vertrauen geben?

Vertrauen könnte schon bald ein Rohstoff werden den die Verbraucher nicht nur von Marken erwarten, mit denen sie interagieren, doch von dem sie auch bei anderen Menschen Bescheid wissen wollen. Es wird nicht nur um Marken rezensierende Kunden gehen, sondern auch um die Anbindung unserer eigenen Persönlichkeiten an Punktwerte oder Reputation; die Menschen selbst werden 'bemessen'.

Angefangen bei unserem Einfluss, über soziales Following und Arbeitsverbindungen bis hin zur Kreditwürdigkeit könnte all das unseren Vertrauenswert ausmachen. Das könnte letztendlich darüber entscheiden, wer auf einem Flug hochgestuft wird, wer bestimmte Produkte kaufen kann oder bevorzugten Kundenservice erhält.

In dieser neuen Welt wird unser Vertrauenswert die einzige Einheit sein, die Menschen benötigen um Entscheidungen zu treffen, wie und mit wem sie Geschäfte machen. Letztendlich wird er zum neuen Bonitätswert. Für jemanden mit VC-Finanzierung ist die Chance im nächsten Jahr eine exklusive Währung für Vertrauen zu finden sehr hoch.

Die Frage lautet: Was tut man aktiv um ein Vertrauensverhältnis mit seinen Kunden aufzubauen? In einer Welt, in der deine Marke weniger davon abhängt was du sagst, sondern von den kollektiven Erfahrungen aller Nutzer, kann man sich bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen nicht einfach nur auf Marketing verlassen.

Хотите узнать больше о гражданстве за инвестиции? Оставьте свой адрес, и мы пришлем вам подробный гайд

Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.