Ölproduzenten verhandeln
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Ölbremse: Irak bereit Förderung zu deckeln, Iran erhält Niveau aufrecht

Saudi-Arabien und Russland, die weltgrößten Förderer von Rohöl, schlossen sich Venezuela und Katar in der Übereinkunft an, die Förderung zu beschränken, um die Preise aus ihrem 12-Jahres-Tief zu holen. Ob der Deal Erfolg hat, hängt davon ab, ob Iran, Irak und andere wichtige Exporteure mitmachen. Das sagten einige der weltgrößten Ölproduzenten nach dem Deal:

Iran

Iran, vergangenen Monat endlich von Sanktionen befreit, “wird nicht auf seinen Marktanteil verzichten,” zitierte Shana, der Nachrichtenservice des Ölministeriums, den Ölminister Bijan Namdar Zanganeh. Am Mittwoch wird er seine Amtskollegen aus dem Irak und Venezuela in Teheran treffen.

Der Iran ist mit einer Fördermenge im Januar von 2,86 Millionen Barrel täglich der fünftgrößte Produzent innerhalb der Organization of Petroleum Exporting Countries (OPEC). 2010 produzierte er noch 3,8 Millionen Barrel täglich, bevor seine Exporte mit internationalen Sanktionen belegt wurden. Das Land plant, die täglichen Exporte dieses Jahr um 1 Million Barrel zu steigern. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem man bis 20. März die Förderung pro Tag um 500.000 Barrel steigert, berichtete Shana am Mittwoch und berief sich dabei auf Roknoddin Javadi, Geschäftsführer der National Iranian Oil Co.

Iran ist der größte Stolperstein, hat allerdings auch bei jeder Art von Vereinbarung zur Begrenzung der Förderung am meisten zu verlieren. Viele andere Förderländer – von Russland bis zum Irak – fördern auf oder nahe historischen Höchstniveaus.

Einst zweitgrößter Produzent der OPEC, betrug die Fördermenge des Iran 2,8 Millionen Barrel täglich – von 3,6 Mio. B/T im Jahr 2011. Die Exporte liegen bei circa 1,1 Mio. B/T, was der des Niveaus vor den Sanktionen entspricht.

Der iranische OPEC-Gesandte Asali warf den OPEC-Rivalen Iran's „unverantwortliches“ Verhalten vor, als diese die Produktion ausweiteten, als der Iran mit Sanktionen belegt war. Er fügte hinzu:

„Nun, da die Ölpreise infolge der Produktionssteigerung dieser Länder gefallen sind, erwarten sie vom Iran, zu kooperieren und den Preis für einen Markt im Gleichgewicht zu zahlen.“

Doch der Iran ist gerade erst wieder dabei, Produktion und Exporte nach Jahren westlicher Sanktionen aufgrund seines Atomprogrammes hochzufahren. Er ist unnachgiebig in seinem Ansinnen verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.

Irak

Der Irak, zweitgrößter Produzent von OPEC, ist bereit, Saudi-Arabien bei dem Vorhaben zu folgen, die Fördermenge zu deckeln oder gar zu verringern. Dies gelte allerdings nur, wenn sich auch andere Förderländer dem Abkommen anschlössen, sagte ein Beamter, der darum bat, nicht identifiziert zu werden, da die Ölpolitik privat sei.

Ölminister Adel Abdul Mahdi sagte am 26. Januar, dass Saudi-Arabien offen gegenüber Einschnitten bei der Ölförderung sei. Im Januar erhöhte der Irak die Produktion laut Bloomberg-Zahlen auf 4,37 Millionen Barrel täglich, ausgehend von 2,4 Millionen Anfang 2010, in dem Vorhaben, sich nach Jahren von Krieg und fehlenden Investitionen wieder aufzubauen.

Kuwait

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Faisal Al Nasser/Reuters

Kuwait werde dem Abkommen beitreten und die Förderung beschränken, wenn wichtige OPEC- und nicht-OPEC-Produzenten ebenfalls zustimmten, teilte der Finanz- und amtierende Ölminister des Landes, Anas Al-Saleh, am Dienstag via E-Mail mit. OPEC's drittgrößter Produzent begrüße den Deal, da dieser gut für Markt- und Preisstabilität sei.

Die Abmachung solle mindestens drei Monate währen, da OPEC zunächst die Marktreaktionen verstehen und den Aktienkursen Zeit zum Fallen geben müsse, bevor man in Erwägung ziehen könne, das Angebot einzuschränken, sagte eine Person mit direkter Kenntnis der Pläne des Landes, die darum bat, anonym zu bleiben.

Vereinigte Arabische Emirate

“Die Politik der VAE besteht darin, mit allen Förderländern hinsichtlich gemeinsamer Interessen der Marktstabilität zu kooperieren“, sagte Ölminister Suhail Al Mazrouei via Twitter. “Wir schauen zuversichtlich in die Zukunft.”

Die Ölpreise seien “nicht adäquat” für die Produzenten weltweit, äußerte Mazrouei in einem am 10. Februar online veröffentlichten Interview mit Sky News Arabia. Die Länder sind bereit, zusammenzuarbeiten und werden keine Einschränkungen vornehmen, wenn nicht absolute Kooperation herrsche, sagte er. Laut von Bloomberg zusammengetragenen Daten förderten die von Abu Dhabi geführten VAE im Januar 2,97 Millionen Barrel täglich.

Saudi-Arabien

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Naseem Zeitoon/Reuters

Das Abkommen zur Förderungsbeschränkung “ist lediglich der Beginn eines Prozesses, während der nächsten Monate zu überlegen, ob weitere Schritte zur Stabilisierung des Marktes nötig sind,” sagte der saudi-arabische Ölminister Ali Al-Naimi nach dem Treffen mit seinen russischen, katarischen und venzolanischen Amtskollegen in Doha. “Wir wollen einen stabilen Ölpreis.”

Naimi's Kommentare befeuerten Spekulationen, dass die weltgrößten Ölproduzenten unter Umständen Maßnahmen zur Wiederbelebung der Preise ergreifen könnten. Das Königreich hat bisher mit der Argumentation auf jedwede Einschnitte bei der Förderung verzichtet, dass es lediglich Marktanteile einbüßen würde, solange sich die Kontrahenten nicht ebenfalls verpflichteten, das Angebot zu verknappen.

Katar

“Wir werden fast sofort den intensiven Austausch mit anderen wichtigen Produzenten suchen, OPEC und nicht-OPEC, inklusive Iran und Irak”, sagte der katarische Energieminister Mohammed bin Saleh al-Sada im Anschluss an das Treffen in Doha am Dienstag. Katar wird die Überwachung des Abkommens zur Förderbeschränkung übernehmen.

Katar gehört zu den kleinsten Ölproduzenten bei OPEC, ist aber der weltgrößte Exporteur von verflüssigtem Erdgas. Die meisten Verträge über Erdgas sind an die Ölpreise gekoppelt, weshalb der Preisverfall die katarische Volkswirtschaft betrifft. Das Land hat von Algerien die Rolle übernommen, eine Übereinkunft der weltweit größten Ölproduzenten zur Verknappung des Angebots zu vermitteln.

Venezuela

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Naseem Zeitoon/Reuters

Das lateinamerikanische Land ist unter den am meisten vom Ölpreisverfall Betroffenen und es verstärken sich Sorgen, die Regierung könnte ihre Schulden nicht mehr bedienen. Die Nation versucht schon seit Monaten, Russland und seine OPEC-Verbündeten von Produktionsbeschränkungen zu überzeugen. Ölminister Eulogio Del Pino war Teil der Gespräche am Dienstag in Doha und wird seine Bemühungen bei Gesprächen mit Vertretern von Irak und Iran am Mittwoch fortsetzen, sagte er.

Aserbaidschan

Aserbaidschan hege keinerlei Absichten, seine Ölproduktion zu deckeln, sagte Natiq Abbasov, stellvertretender Energieminister des Landes, via E-Mail.

“Aserbaidschan ist kein besonders größer Ölproduzent, also würde eine Einschränkung oder Deckelung der Förderung nichts ändern”, sagte er. Laut Bloomberg produzierte das Land im Dezember täglich 794,000 Barrel Rohöl.

Norwegen

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Stine Jacobsen/Reuters

Norwegen habe “registriert”, dass vier Länder vereinbart hätten, die Ölproduktion auf dem Niveau von Januar zu deckeln, habe aber nicht an derartigen Gesprächen teilgenommen, sagte Ella Bye Moerland, Sprecherin des Erdölministeriums, via E-Mail. Man gehe für 2016 ohnehin von einem Rückgang der Ölproduktion im Vergleich zum Vorjahr aus, sagte sie.

Brasilien

Brasilien, zweitgrößter Produzent Lateinamerikas, werde nicht an Diskussionen anderer Länder über den Ölmarkt teilnehmen, äußerte das Energieministerium in einer E-Mail. Brasilien passe gerade seine Öl-Gesetzgebung an, um Investitionen anzuziehen, um auch langfristig die Versorgungsunabhängigkeit des Landes sicherzustellen, sagte das Ministerium.

Russland

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Alexey Pawlishak/ТАSS

Russland werde die Förderung deckeln, wenn andere Produzenten sich beteiligten, äußerte sich das russische Energieministerium in einer Stellungnahme. Der größte Ölproduzent des Landes, Rosneft OJSC, habe nach wie vor Fragen bezüglich des Abkommens und dessen Bedingungen, sagte Vize-Präsident Michail Leontyew telefonische aus Moskau. Saudi-Arabien und Iran müssten dafür verlässliche Garantien abgegeben, fügte er hinzu.

Russland förderte im Januar die Rekordmenge von 10,9 Millionen Barrel Rohöl täglich. Bei einer Beschränkung der Produktion im Winter würde sich das Land technischen Einschränkungen ausgesetzt sehen, da Pipelines gefrieren könnten.

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