Fed vs. Dollar
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Ein Teufelskreis wird es der Fed erschweren, dieses Jahr den Leitzins anzuheben Der US-Dollar steht im Zentrum einer Reihe von Negativtrends, die weltweit Finanzmärkte und Volkswirtschaften verunsichern. Es nähert sich dem Punkt, an dem die US-Notenbank gezwungen sein könnte, den Knoten zu entwirren.

Die Stärke des Dollar hat in den letzten anderthalb Jahren eine neue Qualität erreicht. Er hat 23 Prozent gegenüber dem Euro und 17% gegenüber dem Yen zugelegt – Bewegungen, die noch davon überschattet werden, wie er sich mit Blick auf Währungen vieler Schwellenmärkte entwickelt hat. Der Dollar hat 76% gegenüber dem Brasilianischen Real, 51% gegenüber dem Südafrikanischen Rand und 121% gegenüber dem Russischen Rubel gewonnen.

Diese Entwicklungen erschweren es US-Unternehmen, mit globalen Preisen zu konkurrieren und verlangsamt die ohnehin schwache Inflation, welche die Fed gerne steigen sehen würde. Weitere Risiken eines erstarkenden Dollars erschweren die Situation zusätzlich und verstärken weltweiten Druck, der der US-Wirtschaft gefährlich werden könnte.

Als Reaktion darauf könnten die Fed und ihre Vorsitzende Janet Yellen nicht nur für dieses Jahr geplante Zinserhöhungen nach hinten verschieben, sondern sie für 2016 komplett aussetzen. Schon zeigen die Zukunftsmärkte, welche Anfang des Jahres noch eine Zinserhöhung beim Märztreffen der Fed möglich erscheinen ließen, dass Investoren nun einen Verzicht der Zentralbank erwarten.

Zu den unterschiedlichen, miteinander verwandten Treibern des Dollar-Anstiegs gehören:

  • Die US-Wirtschaft hat sich besser geschlagen, als viele andere Volkswirtschaften, was sie zu einer scheinbar sichereren Wahl für globale Investoren macht.
  • Die Fed schickt sich an, das Zinsniveau zu erhöhen, während wichtige andere Zentralbanken auf weitere wirtschaftliche Anreize setzen.
  • Die Preise für Öl und andere Rohstoffe sind stark gefallen
  • Damit werden Rohstoffproduzenten unter Druck gesetzt und globales Wachstum weiter behindert.

Doch der Anstieg des Dollar verstärkt mittlerweile viele der Belastungen, die ihm zu seinem Höhenflug verholfen haben.

Ein Aspekt davon ist die beachtliche Summe an Dollarschulden, die von nicht-institutionellen Kreditnehmern außerhalb der Vereinigten Staaten gehalten werden. Zum Beispiel nahmen viele türkische Unternehmen in den letzten Jahren hohe Kredite in Dollar auf, obwohl sie kaum auf Dollar-Einnahmen hoffen konnten.

Der Anstieg des Dollar gegenüber der Lira von 38% in den vergangenen 18 Monaten hat es stark erschwert, diese Kredite zu bedienen und zurückzuzahlen. Solche Schuldenbelastungen verdunkeln die wirtschaftlichen Aussichten und verstärken das Bedürfnis nach Dollars. Doch dadurch wird der Dollar lediglich noch stärker.

In Dollar verschuldete Rohstoffproduzenten sind doppelt betroffen. Das Öl, Eisenerz und Sojabohnen, die Brasilien exportiert, werden weltweit in Dollar notiert. Wenn also ein steigender Dollar zu fallenden Preisen führt, nehmen diese Exporteure weniger ein. Verbunden mit dem Verfall des Brasilianischen Real hat dies ein starkes Bedürfnis nach Dollars zur Folge, was wiederum die Rohstoffproduzenten zwingt, mit noch größeren Nachlässen zu verkaufen.

Währenddessen macht die Schwäche der Währungen anderer Schwellenmärkte ein ohnehin schon schwächelndes China weltweit noch weniger wettbewerbsfähig. Das wiederum setzt chinesische Entscheidungsträger zusätzlich unter Druck, den Yuan noch weiter abzuwerten.

Schon die Sorge, dass dieser Fall eintreten könnte trägt zu dem Druck auf die Rohstoffpreise bei, da ein abgewerteter Yuan es chinesischen Unternehmen erschweren würde, Rohstoffe zu kaufen. Das wirkt sich wieder auf die Schwäche anderer Währungen aus, da die Devisenmärkte die Möglichkeit eines abgewerteten Yuan schon mit einpreisen.

Die Sorgen um den Yuan tragen zu den massiven Kapitalabflüssen bei, mit denen China derzeit konfrontiert ist, da chinesische Bürger ihr Geld außerhalb des Landes bringen, um sich vor zukünftigen Abwertungen zu schützen. Chinesische Entscheidungsträger haben US-Staatsanleihen liquidiert, um den Yuan trotz der Abflüsse stabil zu halten, doch wie der diesjährige Rückgang der Renditen für Staatsanleihen erkennen lässt, gab es eine Reihe williger Käufer für diese Schulden.

Tatsächlich könnte die Verfügbarkeit dieser Staatsanleihen die Liquidität aus anderen in Dollar gehaltenen Krediten abgezogen haben, womit sie eine ohnehin prekäre Situation weiter verschlimmerte.

Letztendlich befindet sich ein Großteil der Probleme, die den Dollar antreiben, außerhalb der USA. Doch es gibt kein Entkommen vor deren rückwirkenden Einflüssen. Die Kombination von Schwäche in Übersee und einem starken Dollar senkt die Importpreise, wodurch das Ziel der Fed, die Inflationsrate auf 2% zu bekommen, in noch weitere Ferne rückt. Sie trifft die Wirtschaft auch auf andere Arten: Ohne das sich ausweitende Handelsdefizit wäre das BIP der USA im vierten Quartal um 0,5 Prozentpunkte mehr gewachsen.

Während das Mandat der Fed sich ausschließlich auf die Vereinigten Staaten konzentriert, kann die Zentralbank diese Faktoren kaum ignorieren, was wieder einmal verdeutlicht, wie die US-Volkswirtschaft im Zuge der Globalisierung zunehmend dem Rest der Welt ausgesetzt ist.

Zu allem Überfluss haben die Entscheidung der Bank of Japan, für einige Reserven Negativzinsen einzuführen, und das Signal der Europäischen Zentralbank, nächsten Monat weitere Anreize setzen zu wollen, einmal mehr verdeutlicht, wie gegensätzlich die Standpunkte der Fed und die anderer Zentralbanken sind. Dies könnte dem Anstieg des Dollars neue Nahrung geben und die Fed endgültig dazu bringen, ein starkes Signal zu senden, dass die geplanten Zinserhöhungen vorerst auf Eis gelegt sind.

Es besteht jedoch das Risiko, dass dies nicht genug sein könnte, den Anstieg des Dollar zu stoppen und die Negativspiralen zu durchbrechen. Mit Sicherheit wäre das kein Wundermittel für die Probleme der Welt. Doch wenn die Alternative ist, einer gefährlichen Situation dabei zuzuschauen, noch riskanter zu werden, könnte die Fed am Ende keine Wahl haben.

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