Saudi-Riyal: Kurs auf Devalvation
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Das große Geld setzt gegen Saudi-Arabien

Der saudische Aktienmarkt fällt, seine Berge an Kapital aus Ölverkäufen schmelzen dahin und jetzt spekuliert mindestens einer der Elite-Investoren gegen die Währung des Landes.

Der Milliardär Bill Ackmann sagte Investoren diese Woche, dass sein Hedgefond Optionen erworben hat, die sich im Falle des Wertverlustes des saudischen Riyal auszahlen. Ackmans Pershing Square hat bereits jetzt einen moderaten Gewinn aus diesem Handel erzielt. Er sagte, dass dies ihm sehr nützlich sei als Sicherungsgeschäft gegen den derzeitigen Ölausverkauf.

Ackmann verwies auf den „steigenden Druck“ auf den Riyal und zweifelte die Plausibilität der Entscheidung Saudi-Arabiens an, hunderte Milliarden Dollar für den Schutz der Kopplung seiner Währung an den US-Dollar auszugeben.

Der Milliardär ist Teil einer wachsenden Gruppe von Investoren, die darauf spekulieren, dass der Zusammenbruch der Ölpreise Saudi-Arabien dazu zwingen wird, seine Währungskopplung aufzugeben.

„Da die Ölpreise ein 12-Jahrestief durchbrochen haben, wird Saudi-Arabien versucht sein, seine Währung vom US-Dollar abzukoppeln,“ schrieb Meredith Persico, eine Research-Analytikerin des R-Squared Macro Managment, kürzlich in einem Kundenbericht.

Kippt Saudi-Arabien die Dollar-Kopplung?

Ein Argument dafür wäre, dass die Abwertung des Riyal den sinkenden Einnahmen Saudi-Arabiens, die zu 75 % aus Öl generiert werden, einen sofortigen Schub geben könnte. Jedes Barrel Öl, das in US-Dollar ausgepreist ist, würde anteilsmäßig mehr Gewinn erzielen. Durch das Aufgeben der Währungskopplung würde Saudi-Arabien zudem davor bewahrt, immense Gelder in den Schutz seiner Währung investieren zu müssen.

Die Spekulationen um den Riyal wurden so intensiv, dass laut Bloomberg News die saudische Zenralbank kürzlich Banken vorschrieb, die Möglichkeiten von Tradern gegen die Währung zu setzen, durch das Zurückhalten bestimmter Optionsverträge einzuschränken.

Trotz des Drucks ließ Saudi-Arabien konsequent verlautbaren, an der Dollar-Kopplung festhalten zu wollen. Dem stimmen viele Beobachter zu – unter Verweis darauf, dass diese Kopplung für das Königreich ein Garant ökonomischer Sicherheit in den letzten 30 Jahren war.

„Wir glauben weiterhin daran, dass die Devaluation nur als Ultima Ratio genutzt werden wird,“ schrieb Jason Turvey, Ökonom für den Mittleren Osten bei Capital Economies, in einem Kundenreport.

Persico von R-Squared warnte davor, dass eine Abwertung des Riyal „die wahrgenommene Ökonomische Stabilität verschlimmern“, einen Inflationsschub auslösen und einen “Dominoeffekt“ ähnlicher Aktionen benachbarter Golfstaaten hervorrufen könnte.

Saudische Aktien fallen um Schuldenwelle aufzufangen

Auch außerhalb des Währungsbereiches mehren sich die Belege für den finanziellen Druck auf Saudi-Arabien. Der Aktienmarkt des Königreiches öffnete sich im letzten Sommer unter großer Beachtung für Finanzinstitute, die mindestens 5 Mrd. Dollar in Anlagen verwalten.

Aber der Tadawul-Index als Saudi-Arabiens Benchmark ist bis jetzt in 2016 um 18% gefallen und um 34% im Laufe des letzten Jahres.

„Die Investoren ziehen sich vom Markt zurück,“ sagte Michael Daoud, Vizepräsident der Africa/Middle East Equities bei Auerbach Grayson, einer Broker-Dealer-Gesellschaft, spezialisiert auf Wachstums- und Grenzmärkte.

Investoren werden auch in Bezug auf den Zustand der Bilanzen Saudi-Arabiens nervös. Das Königreich wies zuletzt ein Budgetdefizit von knapp 100 Mrd. Dollar im Jahr 2015 aus und Standard & Poor’s setzte seine Kreditwürdigkeit Ende Oktober herab.

Das erklärt laut FactSet Research, warum die fünfjährige Kreditsicherung Saudi-Arabiens um 26% im letzten Monat anstieg.

„Dieser Trend wird sich ohne Zweifel fortsetzen angesichts der prekären Fiskalsituation des Landes, welche keine Anzeichen der Erholung in Hinblick auf das 10-Jahrestief der Ölpreise zeigt,“ schrieb der Research-Analyst bei Markit, Simon Colvin, in einem aktuellen Bericht.

Saudi-Arabien wurde dazu gezwungen, seine öffentlichen Ausgaben um 14% zu kürzen, um seine finanzielle Situation zu verbessern. Dies umfasste die Reduzierung teurer Vergünstigungen, die es seinen Bürgern gewährte, was in einem Anstieg der Gaspreise um 50% resultierte. All jene Faktoren zusammengenommen tragen dazu bei, Bedenken über die Bedrohung durch soziale Spannungen zu nähren, welche die Situation im Mittleren Osten weiter destabilisieren könnten.

„Niedrige Ölpreise könnten es den Saudis unmöglich machen, ihre eigene Landeswährung stabil zu halten – ganz zu schweigen vom Rest der Region,“ sagte Brad McMillan, Chief Investment Officer beim Commonwealth Financial Network.

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