Dornenkrone für Euro und Yen
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Schwellenländer sind nicht die einzigen, denen ihre Währungen aufgrund der Verwerfungen an den Finanzmärkten Probleme bereiten.

Euro und Yen schlagen zurzeit all ihre großen Kontrahenten, weil sie inmitten des Absturzes der Rohstoffpreise, welches seitdem Jahreswechsel mindestens 16 Währungen auf Rekordtiefe schickte, als sichere Häfen gelten. Das dürfte weder Europäischer Zentralbank, noch Bank of Japangefallen, denn die beiden würden doch lieber eine schwächere Währung sehen, um Inflation und Wachstum wieder anzuheizen.

Zu allem Überfluss mehren sich Zeichen, dass die Währungen weiter steigen dürften. Ein sich verringernder Abstand zwischen europäischen und US-amerikanischen Zinssätzen, gekoppelt mit einer größeren Kluft des Euro gegenüber seinem Wechselkurs, lässt auf weitere Gewinne hoffen. Hedge-Fonds und große Spekulanten sind zum ersten Mal seit 2012 insgesamt optimistisch für den Yen. Mario Draghi könnte nach einer finanzpolitischen Entscheidung am Donnerstag gleich die Gelegenheit bekommen, gegen die Stärke des Euros anzugehen.

“EZB und BOJ werden nicht dastehen und ihren Währungen beim Steigen zusehen,” meinte Lee Ferridge, Leiter Macro Strategy für Nordamerika bei State Street Global Markets, einer Abteilung von State Street Corp. in Boston. “Wenn Euro-Dollar sich wieder in Richtung 1,15 Dollar bewegen würde, gäbe es sicher einige Äußerungen zumindest von Draghi und vielleicht wäre auch die Rede von neuen Anreizen.” State Street verwaltet ca. 2,2 Billionen Dollar.

Bärenmarkt

Zeichen einer wirtschaftlichen Abkühlung in China und Ausverkauf an den Rohstoffmärkten verunsichern die globalen Märkte und treiben damit Euro und Yen an. Der MSCI All-Country World Index fiel in einen Bärenmarkt und der Rohölpreis sank auf ein 12-Jahres-Tief, während Russischer Rubel und Mexikanischer Peso auf neue Tiefstwerte fielen. Dies nährt Sorgen, dass sich die globalen Wachstumsaussichten eintrüben und die Federal Reserve die für dieses Jahr geplanten strengeren Maßnahmen neu überdenken muss. Sowohl Eurozone als auch Japan erwirtschaften derzeit Budgetüberschüsse, was sie in eher vorsichtigen Zeiten zu attraktiven Zielen für Kapital macht.

Die Gemeinschaftswährung ist in London Stand 8:01 Uhr um 0,4 Prozent auf 1,0909 Dollar gestiegen, während der Yen um 3 Prozent gestiegen ist und bei 116,71 auf den Dollar lag.

Das könnte die EZB Donnerstag zum Handeln zwingen. Der Euro dürfte, laut Ferridge von State Street, aufgrund der sich verkleinernden Differenz zwischen Zinsen auf deutsche und US-amerikanisch Staatsschulden ohnehin weiter zulegen.

Marktmaßnahmen

Andere Indikatoren zeigen, dass sich der effektive Wechselkurs der Gemeinschaftswährung vom Kurs des Euro gegen den Dollar abgekoppelt hat. Optionspreise zeigen, dass die Händler die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar so positiv einschätzen wie zuletzt 2013.

“Wir sind beim effektiven Wechselkurs an einem Punkt, wo die EZB in der Vergangenheit schon verbal Einfluss genommen hat”, sagte Valentin Marinov, Leiter der Group-of-10 Foreign-Exchange Research bei der Corporate- und Investment-Banking-Abteilung von Credit Agricole SA in London.

Für die Entscheidungsträger in Japan ist die Lage ähnlich. BOJ Leiter Haruhiko Karoda sagte letzte Woche, dass die Vertreter nicht zögern würden, falls notwendig neue Anreize zu setzen.

Am 29. Januar verkündet die Zentralbank ihre nächste Richtungsentscheidung.

Masahiko Shibayama, ein Berater von Premierminister Shinzo Abe, sagte am Dienstag, es sein noch “zu früh”, eine Entscheidung zu treffen, wie die BOJ auf die letzten Bewegungen an den Aktien- und Devisenmärkten reagiere. Zentralbank Leiter Haruhiko Kuroda sagte vor dem Parlament, dass die Wirtschaft sich erhole und der Preistrend sich bessere, er allerdings im Ernstfall wolle handeln, ohne zu zögern.

Echter Schaden

“Die gegenwärtigen Konditionen an den Finanzmärkten behindern ernsthaft die Bemühungen der BOJ, den unterschwelligen Inflationsdruck etwas abzubauen,” schrieb Derek Halpenny, der in London tätige Leiter der European Markets Research bei Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ Ltd., in einer Mitteilung an Kunden. Die Spekulation über eine weitere Lockerung der Geldpolitik werden zunehmen, doch es ist schwer, sich unter den gegenwärtigen Umständen eine Maßnahme vorzustellen, die entscheidenden Einfluss auf Kapitalmarktverluste und Stärke des Yen haben könnten.”

In der Woche vom 5. Januar waren Hedge-Fonds und andere große Investoren zum ersten Mal in drei Jahren in einer Netto-Long-Position zum Yen und bauten diese Positionen letzte Woche sogar noch weiter aus, wie Daten der Commodity Futures Trading Commission zeigen.

Geldmanager schließen Wetten darüber ab, dass politische Entscheidungsträger den Euro drücken werden. Nachdem Draghi im Dezember, durch ein unerwartet kleines Maßnahmenpaket zur Marktbelebung einen Euro-Anstieg ausgelöst hatte, vertrauen sie nun darauf, dass er zum Treffen am Dienstag Korrekturen vornimmt und weitere Lockerung in Aussicht stellt.

“Die Märkte sind gespalten zwischen allgemeiner Risikovermeidung und dem Euro als sicherem Hafen, da die Quelle des Schocks China und die Schwellenmärkte sind, und der Aussicht auf weitere Lockerungen der EZB,” sagte Salman Ahmed, Chefstratege bei Lombard Odier Investment Managers in London. “Die Dynamik des Euro wird von Natur und Ausmaß der EZB-Lockerung im Vergleich zur Fed abhängen.”

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