Ära des billigen Geldes ist noch nicht vorbei
REUTERS/Murad Sezer
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Auch nach der Zinswende der Fed ist die Ära des billigen Geldes in der Weltwirtschaft noch lange nicht vorbei.

Selbst nachdem die Vorsitzende der Federal Reserve Janet Yellen und ihre Kollegen den Zielkorridor ihres Leitzinses auf 0,25 bis 0,5% angehoben haben, ist dieser immer noch weit unter dem Durchschnittszinssatz von 2% seit dem Jahr 2000 und 3,2%, dem Durchschnittszinssatz von 2000 bis 2007.

Das bedeutet auch, dass die gewichtete Durchschnittszinsrate von JP Morgan Chase & Co. für acht entwickelte Staaten und die Eurozone auf dem Weg ist, das Jahr 2016 bei gerade einmal 0,36% zu beenden. Das sind ganze drei Prozentpunkte weniger als der Durchschnitt von 2005 bis 2007.

Wenn die Fed ihren Leitzins innerhalb des nächsten Jahres auf 1,5% erhöhen sollte, wie JP Morgan voraussagt, sehen seine Volkswirte die Durchschnittsrate der Industrieländer im nächsten Dezember immer noch unter 1%, da die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan in der Warteschleife bleiben.

Niedrig für lange

Das Ergebnis für die Weltwirtschaft ist, wie es der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney diese Woche beschreibt, eine „niedrig für lange“ Umwelt mit niedrigen Zinsen, selbst wenn die Fed anzieht. Während aktuell das Potenzial von Geldpolitik in Frage steht, fordern schwache Inflation und glanzloses Wachstum danach, dass sie locker bleibt.

David Hensley, Leiter von global economics bei JP Morgan in New York, sagt dazu:

„Der Weg der Fed ist langsam und niemand, egal wie groß, folgt ihm. Die EZB und die BoJ werden ihre Zinsen in absehbarer Zukunft nicht anheben.“

In den nächsten zwölf Monaten könnte es etwa so viele Zinsanhebungen wie -senkungen geben. Von den 31 von JP Morgan beobachteten Zentralbanken erwarten sie, dass neun weiter lockern werden, darunter China, Schweden, Neuseeland und Malaysia. Da sich einige Zentralbanken in den Emerging Markets von ihrer Bindung an die Zinsrate des Dollars gelöst haben, müssen nicht mehr so viele wie früher der Fed hinterher laufen.

Dennoch wird von JP Morgan neben der Fed für zehn weitere Zentralbanken ein Anziehen vorhergesagt, darunter die Bank of England im zweiten Quartal und die Bank of Canada im vierten. Hensley sagt, dass manche Emerging Markets sich in einer Situation wiederfinden werden, mehr zu erhöhen, als sie jetzt antizipieren.

Bilanzen

Ungeachtet der Zinsraten gibt es noch immer Extrabilanzen, die durch die Jahre des Quantitative Easing geschwollen sind. Die Bank of America Corp. Hat ausgerechnet, dass die vier großen Zentralbanken sie von heute 11 Billionen US-Dollar bis Ende 2017 auf 13,5 Billionen US-Dollar ausweiten werden.

Die Fed plant nicht ihren Bestand an Assets zu reduzieren, bevor der Anhebungszyklus zementiert ist. Die BofA sagt derweil voraus, dass die EZB und die BoJ ihre Anleiheaufkäufe beschleunigen werden.

Die Bilanz der Fed ist jetzt ungefähr bei 25% des BIP der USA. Die BofA schätzt, dass die der EZB im Mai 2017 auf 33,8% und die der BoJ am Ende jenen Jahres auf 108% des jeweiligen BIP ansteigen werden. Michael Hanson, Volkswirt bei der BofA, sagt in einem Bericht von diesem Monat:

„Ein beträchtlicher Betrag an Liquidität wird in den nächsten beiden Jahren, wenn nicht länger, an die globalen Märkte fließen, selbst wenn einige Zentralbanken langsam ihre Zinsen anheben. Diese Kombination sollte dabei helfen global eine sehr anpassungsfähige politische Haltung zu bewahren, welche im Umkehrschluss zu globalem Wachstum, einem helfenden Boden unter der Inflation und Unterstützung für die Nachfrage riskanter Assets führen sollte – in der Zwischenzeit bleibt ein Deckel auf den langfristigen Anleihezinsen.“

Steve Barrow, der Leiter der Group-of-10 Strategie der Standard Bank Group Ltd. in London, ist davon nicht überzeugt und argumentiert, dass die Welt an einem „Wendepunkt“ steht. Zinssenkungen und Anleihekäufe üben nicht das gleiche Gewicht aus wie bei der Fed, denn der US-Dollar bleibt die internationale Leitwährung und ist darauf ausgerichtet stark zu sein.

„Unterm Strich wird die Entwöhnung der Welt von der monetären Großzügigkeit der Fed hart werden, auch wenn es jetzt noch nicht so aussieht. Wir sollten uns auf höhere Volatilitäten, einen festeren US-Dollar und geringere Preise für riskante Assets vorbereiten.”

Wenn die USA an einem Zeitpunkt zurück in eine Rezession rutchen sollte, werden Zinsen wie in der jetzigen Talsohle wieder auf der Tagesordnung stehen, so der frühere US Treasury Secretary Lawrence Summers diese Woche zu Bloomberg. Er bezifferte die Gefahr eines solchen Rückgangs innerhalb der nächsten zwei Jahre auf 50%.

„Wir werden nicht für immer auf Wiedersehen zur Nullgrenze sagen.“

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