Ölexporteure haben es immer schwieriger.
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Das passiert, wenn ölreiche Nationen ihre Rechnungen nicht bezahlen.

Im Sommer 2014 begann der Ölpreis von über 110 US-Dollar für ein Barrel Brent Crude Oil bis auf unter 40 US-Dollar, wo er jetzt ungefähr ist, zu fallen. Billiges Öl ist gut für die Verbraucher, doch in den ölproduzierenden Ländern hat es mehr als nur ein paar Kopfschmerzen verursacht.

Einige Länder wie Norwegen haben die Einnahmen aus den Ölexporten genutzt, um sich einen massiven Wohlstand aufzubauen. Andere dagegen haben sich darauf verlassen, dass das Öl ihre Leistungsbilanz ausgleicht.

Diese Länder haben es nun bei den aktuellen Ölpreisen schwer, ihre nationalen Haushalte auszugleichen. Der folgende Chart von Michael Hseuh, einem Strategen bei der Deutschen Bank, zeigt die break-even Preise der großen ölproduzierenden Länder.

Wie Sie sehen können sind 40 US-Dollar für keines der Länder ausreichend, um die Haushalte auszugleichen. Abgesehen von drei Nationen benötigen alle einen Preis über 100 US-Dollar je Barrel, um auch nur break-even zu sein.

Einige Länder haben Reserven aufgebaut

Niedrige Ölpreise können für einige Staaten verheerend sein. Nehmen wir z.B. Venezuela, wo Öl 95% der Exporte und mehr als die Hälfte des BIP ausmacht. Venezuela leidet aktuell unter lahmender Inflation und ist am Rande eines Zahlungsausfalls.

Andere Staaten sind mit ihrem Geld klüger umgegangen und haben Reserven in Form von Staatsfonds (SWF) gebildet. SWFs sind vom Staat geleitete Investmentfonds, die in Aktien, Anleihen, Immobilien, Edelmetalle und andere alternative Investments investieren.

Im März 2015 hielten laut dem Staatsfonds Institut Staatsfonds rund um den Globus Aktiva in Höhe von 7,1 Billionen US-Dollar. 4,29 Billionen US-Dollar davon sind in Händen von Staatsfonds, die von Öleinnahmen abhängen. Fünf der größten Staatsfonds, die von Energieeinnahmen abhängen, halten etwa 45% aller Staatsfondsaktiva weltweit.

Das einzige Land, welches bei Ölpreisen von etwa 40 US-Dollar je Barrel in der Lage ist, seinen Haushalt auszugleichen, ist Norwegen. Mit 200% des nationalen BIP hat Norwegens Staatsfonds riesige Reserven für Ölpreisschwankungen. Und er hat keine Angst diese zu nutzen.

Norwegen plant für 2016 und damit mindestens 20 Jahre früher als geplant erstmals den Staatsfonds anzuzapfen. Neben Steuersenkungen beinhaltet der Haushalt für 2016 auch den Plan, 25,2 Milliarden US-Dollar aus dem Ölfonds auszugeben, das sind etwa 2,8% des Fondswertes und damit weniger als die jährliche Wachstumsrate des Fonds, die bei 3,8% liegt. Bislang gibt Norwegen also nur die Zinsen aus, die sein massiver Staatsfonds einnimmt.

Andere müssen drastische Maßnahmen durchführen

Andere große Ölstaaten haben nicht den selben Luxus wie Norwegen. Die Marktgegebenheiten zwingen sie ihre Fässer mit Verlust zu verkaufen.

Eine Möglichkeit diesen Schlag abzumilder ist die Ausgaben zu kürzen.

Die Ratingagentur Fitch schätzt, dass der break-even Preis für Saudi Arabien um 31 US-Dollar je Barrel geringer wär, wenn es 2014 keine Investitionen getätigt hätte. Doch bei einem aktuellen break-even Preis von etwa 106 US-Dollar je Barrel wäre auch diese drastische Reduzierung nicht ausreichend, um Saudi Arabiens Haushalt in sichere Gefilde zu führen.

Eine andere Möglichkeit ist in ihre schwarze Kassen einzutauchen.

Dies würde die Liquidation einiger Aktiva erfordern. Staatsfonds, die direkt an den Energieeinnahmen hängen, verwalten mehr als die Hälfte der 7 Billionen US-Dollar. Dies könnte Schockwellen auf den globalen Märkten auslösen.

Genau wie bei Staatsunternehmen sind auch die Details von Staatsfonds manchmal unklar. Manche Fonds sind transparenter als andere. Ein schneller Blick auf die Richtlinien einiger dieser Fonds zeigt, wie Staatsfonds mit den globalen Märkten verflochten sind.

Im November 2015 hatte Nowegens Staatsfonds 60% in Aktien (36% US), 37% festverzinslich und 3% in Immobilien investiert. Die Richtlinien für den Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate sind 35 bis 50% Nordamerika, 20 bis 35% Europa, 10 bis 20% entwickeltes Asien und 15 bis 25% Emerging Markets.

Billiges Öl ist gut für die Verbraucher, doch wenn Staatsfonds dadurch gezwungen sind, Aktiva abzustoßen, dann könnten die Verkäufe schnell zu Ansteckungsreaktionen auf den weltweiten Märkten führen.

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