Wirtschaftsparadies Island
Reuters
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Das früher von Krisen überschüttete Island fühlt sich heute besser, als manch andere entwickelte Wirtschaft.

Verärgerte Isländer habe ihren Premierminister vor kurzem dazu gezwungen sein Amt niederzulegen und drohen bei einer Vorwahl damit, selbsternannten Piraten die Macht zu übergeben.

Und während andere Europäische Wähler die traditionellen Parteien wegen ihrer Schwäche auslesen, rebelliert Reykjavik aus Stärke.

Im Kontrast zu Ländern der Eurozone (im Kern und auch in der Peripherie), denen aufgrund von massiven Schulden im Ausland die Hände gebunden sind, hat Island seine Auslandsschulden von 61 Milliarden US-Dollar zurückgezahlt und ist nun auf einem sicheren Grund wie eins im Jahr 2006.

Das Land, das im Vergleich zu anderen Ländern den größten finanziellen Schaden durch die Finanzkrise 2008 davontrug, ist nun dank seiner Einnahmen durch die Fischerei, den Tourismus, der Umwandlung von Aluminium in erneuerbare Energien und der Informationstechnologie bereit für einen neuen Boom.

Das BIP des Landes, das pro Kopf zu den höchsten der Welt zählt, ist zurück über dem Niveau vor der Krise und (laut Vorhersagen der Zentralbank) für ein Wachstum um 4% im Jahr 2016 und 2017 bereit – doppelt so viel wie die Raten der Eurozone und Großbritanniens.

Auch wenn die übergroßen Banken des Landes ein Hauptgrund für die globale Finanzkrise waren, antwortete Island darauf ganz gegensätzlich zum Rest von Europa – und auch im Gegensatz zur Vorhersage der meisten Ökonomen. Das Land erlaubte seiner Währung den Wertverlust – eine Option, die Länder der Eurozone nicht ziehen können und folglich Löhne und Preise durch eine “Innere Abwertung” senken mussten.

Es hat die großen Banken, die in unbezahlbare Schulden geraten waren verstaatlicht und riskierte damit lediglich den Zusammenbruch der Binnenwirtschaft. Es verhängte Kapitalkontrollen, so dass die Kreditgeber der Banken und Auslandsinvestoren ihr Geld nicht abheben konnte. Einwohner und auch solche mit Rentenfonds, konnten nicht im Ausland anlegen.

Lasst uns steuerpolitisch werden

Die Zentralbank hat auch die Geldpolitik verschärft. Ihre Zinssätze waren im Jahr 2009 auf dem Höhepunkt von 18% und war auch in diesem Monat noch auf 5,75%. In Großbritannien, der Eurozone und den Vereinigten Staaten senkten die Zentralbanken ihre Zinssätze auf beinahe null und drängten auf eine Quantitative Lockerung. Den Einschränkungen, die sich durch Europa ziehen, trotzend, erlaubte Island seiner Fiskalpolitik, die ökonomische und soziale Belastung zu strapazieren. Im speziellen wurde das öffentliche Geld dazu genutzt Haushalte von ihren Schulden zu befreien, die ansonsten keinen Aufschwung durch Ausgaben herbeiführen hätten können.

Der Ökonom Paul Krugman, der wahrscheinlich von der Aussicht auf einen Nobelpreis von der Orthodoxie abgehalten wurde, hat wiederholt darauf aufmerksam gemacht, auf welche Weise diese politischen Maßnahmen es dem von der Regel abweichenden Island erlauben, sich weitaus schneller als weniger betroffene Länder der Eurozone – sogar als Irland, dem Aushängeschild herkömmlicher “Anpassungspolitik” – von den Auswirkungen der Finanzkrise zu erholen.

Bis heute hatten Kritiker nur einen Gegenschlag zu diesem unwahrscheinlichen Lichtstrahl der Nordischen Sonne zu setzen. Sie sagen, es war eine unechte Dämmerung. Sie argumentierten, dass sich die gesamte Erholung seit November 2008 lediglich auf Grundlage drakonischer Kapitalkontrollen vollzog. Sie aufzugeben wäre schmerzhaft geworden, doch sie prompt anzuheben hätte ebenfalls Konsequenzen nach sich gezogen.

Ausländische Investoren hätten verzweifelt versucht ihr festgehaltenes Geld zurück zu bekommen – was es den Isländern unmöglich machte, auch weit entfernt von jeglichen Bankgeschäften erstrebenswerte Investitionen machen zu können. Die Kritiker sagten, dass die Ersparnisse der Einheimischen, ohne dass sie irgendwo anders hinfließen könnten, den bereits sehr starken Tourismus und den Aktienmarkt in überhitzte Blasen verwandeln, die mit ihrem Platzen weitaus mehr Ärger hervorrufen würden.

Aus Kapitalkontrollen hervorzutreten ist äußerst kompliziert, vor allem wenn sie bereits seit acht Jahren bestehen und wenn es sich um eine kleine, offene Wirtschaft mit einer niedrigen Produktivität handelt, die vornehmlich aus Fischern und Walbeobachtern besteht. Und so tendierten die Pessimisten dazu zu sagen, dass das gesamte Märchen über den Aufschwung zusammenbrechen wird, wenn sich die Kontrollen verschärfen sollten.

In diesem Alptraumszenario würde Islands Währung (Kronen) stark fallen, sobald es keine Fonds aus dem Ausland mehr geben sollte. Die Zinssätze würden immer weiter steigen, um den Wechselkurs zu sichern und so Investments zu drosseln ohne die Inflation zu stoppen, die durch immer teuer werdende Importe entstehen würde. Die schwächere Krone würde trotz ihrer kürzlichen Herabsetzung das Land verlassen, ohne die Schulden im Ausland ausgleichen zu können.

Kronen Kapitalismus

In der Praxis hat Island seine ökonomische Stärke innerhalb seines goldenen Käfigs zurückgewonnen – und vor allem kann es nun aus ihm ausbrechen, den Käfig einschmelzen und das Gold verkaufen. Die derzeitigen Überschüsse der Leistungsbilanz, die durch die Abwertung hervorgerufen worden sind und die verstaatlichte Bank, die nach dem erneuten Anwachsen der Wirtschaft an Wert gewonnen hat, erlauben nun die Zurückzahlung von so vielen ausländischen Schulden, dass der Rest auch lösbar sein wird, auch wenn der Wert der Währung sinken sollte und die Kontrollen aufgehoben werden.

Es ist ein unheimlicher Kontrast zur Eurozone und vor allem zu Griechenland, die ihre Kreditgeber um einen Schuldenerlass baten, der nicht vor 2018 eintreten wird.

Das Risiko für einen Crash der Krone haben sich verringert, weil sich die gegenwärtige Bilanz der Währung wieder im Überschuss befindet (ausländische Transaktionen bringen mehr Geld ein, als sie abführen) und weil Island ein attraktiver Standort für ausländische Investoren ist. Sie mögen hohe Zinssätze, Aussichten auf Wachstum und Möglichkeiten für Investments. Isländische Haushalte und Unternehmen können mit höheren Kreditkosten leben, weil sie ihre eigenen Schulden bezahlt haben, während die Einkommen stark gestiegen sind.

Auch wenn die abgelegene Insel mit 300.000 Einwohnern und speziellen natürlichen Ressourcen für einen speziellen Fall gehalten werden könnte, macht Islands beachtliche Renaissance seine Hilfsmittel zu einer wahren Herausforderung für die vorherrschenden Meinungen. Krugmann ist nicht der einzige, der hilfreiche Lektionen in dieser Nordischen Sage findet. Die IMF, die auf freien Kapitalverkehr als Voraussetzung für Unterstützung und Genesung bestand, hat eine Untersuchung veröffentlicht, die Kapitalkontrollen eine wertvolle Rolle der Erhaltung von Stabilität in einer Welt von flüchtigen Internationalen Geldströmen zuschreibt.

Freibeuter statt Privatier

Der Clou dieser unwahrscheinlichen Geschichte ist ein politischer, kein finanzieller. Die Genesung wurde von den Sozialdemokraten und den Grünen während ihrer Koalition von 2009-2013 hervorgerufen und von einer Koalition der Freiheitspartei und den Progressiven vorangetrieben.

Jedoch scheinen die isländischen Wähler alle politischen Gruppen angegriffen zu haben, die als Regierung und Opposition gewaltet haben. Die Piraten, die im Jahr 2012 in Island mit einer Kampagne für mehr Demokratie und Informationsfreiheit gegründet worden waren, haben ihn vor kurzem abgehaltenen Meinungsumfragen mit 40% der Wählerschaft geführt.

Der Neoliberalismus könnte, in Gestalt von David Oddsson, der (als Finanzminister, Premierminister und Leiter der Zentralbank) quasi ein Architekt der finanziellen Liberalisierung war, die 2008 im Crash endete und jetzt ein ungewohnt volles Feld betrat, wieder in Erscheinung treten.

Doch sollte je die normale politische Lage wiederhergestellt werden, würde es nur deshalb passieren, weil eine absolut abnormale Wirtschaft die Fehler der vorangegangenen Regierung wieder gut machen konnte.

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