Frankreichs Euro 2016 Kopfschmerzen
Gonzalo Fuentes/Reuters
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Die französischen Behörden haben die Hände voller Arbeit, denn die Fußballfans strömen in Massen für das einen Monat andauernde Turnier ins Land.

Müll, der bei einem globalen Sportevent auf den Straßen Französischer Städte herumstinkt? Das ist noch gar nichts.

Für die Fußball Europameisterschaft 2016 strömen hunderttausende Fußballfans ins Land und die Französischen Behören sehen sich viel größeren Problemen als Streiks gegenüber: zu gewährleisten, dass Besucher des einen Monat dauernden Turniers vor Terrorangriffen geschützt werden.

Obwohl Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, dass keine „besondere“ Gefahr über der Europameisterschaft schwebt, warnen die Behörden davor, dass Frankreich ein bevorzugtes Ziel des Islamischen Staates bleibt. Ein Angriff während eines weltweiten Events würde seine Wirksamkeit ins Unermessliche steigern – ein Faktor, der den Terroristen natürlich nicht unbekannt sein sollte.

Mohamed Abrin, ein Verdächtiger der Terrorangriffe von Paris und Brüssel, erklärte den Ermittlern, dass die Europameisterschaft das ursprüngliche Ziel der Terrorangriffe von Brüssel sein sollte, doch der Plan geändert wurde, weil der Druck der Sicherheitsbehörden zunahm.

Im Mai drängte ein Mitschnitt des Sprechers des Islamischen Staates, Mohammed al-Adnani, seine Anhänger dazu, den muslimischen Fastenmonat Ramadan, der zur gleichen Zeit wie die Europameisterschaft stattfindet, für Nichtgläubige zu einem „Monat des Unheils“ zu machen.

Vergeltungsangriffe

Frankreichs Euro 2016 Kopfschmerzen
Attentat in Paris, Nov 2015, Reuters/Charles Platiau

Anti-Terror Funktionäre, wie der Leiter der innerstaatlichen Sicherheitsbehörde DGSI, warnten einen Monat vor Beginn des Turniers, dass der Islamische Staat einen Anschlag verüben will.

In ihren Rückzugsorten in Syrien und dem Irak, in der eine gemeinsame Bombenoffensive sowie Bodenangriffe die eroberten Gebiete des Islamischen Staates zurückgewonnen hatten, könnte die fundamentalistische Gruppierung „Zerstreuung schaffen und Rache für die gemeinsamen Luftangriffe nehmen wollen“, erklärte Patrick Calvar, Chef der DGSI, der Parlamentarischen Kommission laut Le Figaro.

Die Polizei und Anti-Terror Streitkräfte führten 30 großangelegte Übungen durch, die komplexe und gut geplante Terrorangriffe simulieren sollten.

„Wenn wir sagen, dass es keinen 'spezifischen' Plan für einen Terrorangriff gibt, dann bedeutet dies, dass wir von keiner speziellen Gruppe mit einem besonderen Plan wissen“, sagte Claude Moniquet, ein ehemaliger Französischer Anti-Terror Beamter und Leiter des in Brüssel ansässigen European Strategic Intelligence and Security Centers.

„Doch dass globale Bedrohungslevel bleibt in Frankreich außerordentlich hoch, auf dem gleichen Niveau, auf dem es am 14. November 2015 war“ – dem Tag, nachdem in Paris nach einer Serie von Terroranschlägen 130 Menschen getötet worden waren.

Die Bedrohungen haben ein Leichentuch über das Turnier gelegt, das in 10 Städten stattfindet und von dem erwartet wird, dass es Millionen Besucher anlocken wird. Das Auswärtige Amt der Vereinigten Staaten teilte Reisenden mit, dass Stadien und Fanmeilen – abgesperrte, öffentliche Plätze, auf denen Fans die Spiele auf riesigen Bildschirmen sehen können – potenzielle Ziele für Terroristen sein könnten. Eine Warnung, die auch das Britische Außenministerium wenige Tage später Reisenden mitteilte.

Die Französische Regierung will der Bedrohung keine Chance geben. In den Monaten vor Beginn des Turniers haben die Polizei und Anti-Terror Streitkräfte 30 großangelegte Übungen durchgeführt, in denen komplexe und gut organisierte Anschläge auf Fanzonen oder Stadien simuliert wurden, dazu gehörten Geiselnahmen, Selbstmordattentate und sogar Anschläge mit chemischen oder biologischen Waffen.

Moniquet sagte:

„Es gibt definitiv einen psychologischen Aspekt bei solchen Übungen. Die Regierung will den Bürgern beweisen, dass es für alles gewappnet ist, sogar wenn wir wissen, dass ein Angriff mit chemischen oder biologischen Waffen extrem schwierig zu verüben ist und sich vermutlich außerhalb des Machtbereichs der Terroristen befindet.“

Um Fans zu schützen und die Fanmeilen und Stadien abzusichern, stellt Frankreich große Mittel zur Verfügung. Der Innenminister erklärte früher in diesem Monat, dass 90.000 Polizisten, Gendarmen, Privatsicherheitsagenten, Rettungshelfer und Bombenentschärfer über das gesamte Turnier, das bis zum 10. Juli geht, eingesetzt werden:

„Niemand kann uns davon abhalten, uneingeschränkt und frei zu leben. Frankreich muss Frankreich bleiben und das ist der Grund, warum die Europameisterschaft 2016 stattfinden wird.“

Aufgrund der verschärften Sicherheitsvorkehrungen könnten sich die Anschlagsplaner des Islamischen Staates dazu entscheiden, die Europameisterschaft zu meiden und anschließend in unerwarteter zuschlagen, fügte Moniquet hinzu.

„Falls ich der Anführer der auswärtigen Einsätze des Daesh wäre[ein Arabisches Akronym für den Islamischen Staat] – der ich nicht bin – würde ich die Europameisterschaft vorübergehen lassen und an einem anderen Ort zuschlagen, wie etwa an einem überfüllten Strand in Italien im Sommer“, sagte er. „Das ist eine Konstante im Handeln der Daesh: Ihr Streben, die Dinge jedes Mal anders durchzuführen, so dass sie uns überraschen können.

Fußball und Kampf

Auch ohne die Bedrohung eines Anschlags, hat die Polizei mit der Überwachung von Hooligans, die ihrem Nationalteam hinterher reisen und nach Schlägereien suchen, genug zu tun. Über 2000 potenziell gewalttätige Fans wurden im Vorfeld der Europameisterschaften von der Einreise nach Frankreich ausgeschlossen, wie Französische Medien berichteten. In Frankreich werden sich Polizisten aus vielen der am Turnier teilnehmenden Nationen aufhalten, um die Hooligans ihres Landes zu überwachen.

Der Druck, der beim managen so vieler verschiedener Bedrohungen entsteht, hat in der letzten Woche zu einem Streit zwischen zwischen den hohen Regierungsbeamten Frankreichs geführt.

Streikende Arbeiter in einer großen Müllverbrennungsanage in Paris ließen verlauten, dass sie ihren Streik während der Europameisterschaft weiterführen wollen.

Der Pariser Polizeichef Michel Cadot schrieb in einem an die Öffentlichkeit gelangten Brief an den Innenminister, dass er die Schließung einer Fanmeile am Fuß des Eiffelturms, die 90.000 Fans Platz bieten würde, aufgrund von Sicherheitsbedenken empfehlen würde und die Erschöpfung von Verantwortlichen nach dem Monate langen erzwingen des Außnahmezustandes mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in Frankreich zitiert.

Es gibt einen, wenn auch sehr spärlichen, Vorteil der angehäuften Sicherheitsvorkehrungen: Fans könnten womöglich vom Gestank des Mülls auf den Straßen Französischer Städte abgelenkt werden, der durch streikende Mitarbeiter der Müllabfuhr hervorgerufen wurde, die gegen geplante Neuerungen der Arbeitsgesetze protestieren.

Während Streiks im Bahn- und Ölverarbeitungssektor vorüber sind, ist der Streik der Müllabfuhr gerade erst ins Rollen gekommen. Gewerkschaftler blockierten die Ausgänge von Parzellen, in denen Sammellastwagen geparkt werden und zwangen das Pariser Rathaus dazu, sie von der Blockade zu befreien, indem sie weitere städtische Arbeiter anfordern sollten. Doch selbst dann sammelte sich Abfall vor Gebäuden in vielen der Hauptstädte der 20 Bezirke des Landes und fing bei den steigenden Temperaturen stark zu stinken an.

Streikende Arbeiter in einer großen Müllverbrennungsanlage nahe Paris weigerten sich, ihren Protest während der Europameisterschaft aufzugeben.

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