Iran verweigert die Teilnahme an dem Haddsch
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Iran sagte die Teilnahme an der heiligen Wallfahrt nach Mekka ab und beschuldigte den Rivalen Saudi-Arabien, nachdem das problematische Verhältnis der beiden regionalen Mächte einen neuen Tiefpunkt erreicht hatte.

Die Entscheidung der Haddsch abzusagen geht auf diplomatische Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien zu Beginn des Jahres zurück. „Leider können Pilger aus den Iran dieses Jahr nicht zum Hadsch gehen“, erklärte Ali Jannati, der Kulturminister des Irans dem staatlichen Fernsehen.

Irans Hadsch und Pilgerorganisation machte „saudische Sabotage“ für die Absage verantwortlich. „Trotz aller Bemühungen der Islamischen Republik ignorierten die Saudis das absolute Recht der Iraner, die Hadsch Rituale durchzuführen“, gab sie bekannt.

Die Jährliche Pilgerreise führt in die Stadt im Westen Saudi Arabiens, der heiligsten im Islam.

Der Entscheidung gingen über Monate anhaltende Gespräche voraus, ob Iraner Visa für Saudi-Arabien erhalten sollten, nachdem Riad im Januar diplomatische Beziehungen zum Iran beendet hat. Der Bruch war eine Reaktion auf die Angriffe auf Saudi Arabische diplomatische Lager im Iran. Diese wurden von Menschen getätigt, die wegen der Hinrichtung eines prominenten shiitischen Klerikers und Aktivisten wütend auf das Königreich waren.

Der saudische Außenminister Adel al-Jubeir erklärte am Sonntag, dass das Königreich einem Großteil der Forderungen des Irans zugestimmt hatte und beschuldigt Teheran dafür, Sonderrechte gefordert zu haben, die über das hinausgeht, was anderen muslimischen Ländern in der Regel zugestanden wird.

„Es verlangte das Recht auf Semiproteste und Privilegien außerhalb des Rahmens normaler Organisation, was zu Chaos während des Haddschs geführt hätte“, sagte er. „Das ist inakzeptablel.“

Trotz einiger Besuche in iranischer Offizieller in Saudi-Arabien, die der Verhandlung über Visas und anderen logistischen Maßnahmen für den Hadsch im September dienen sollten – darunter auch Saeed Ohadi, dem Kopf der Haddsch Organisation – verpassten es die beiden Seiten Einigkeiten zu erzielen, wie beispielsweise bezüglich der Visa-Probleme.

Iranische Amtsträger beharrten darauf, dass sie Visas für den Iran ausgestellt hätten, während saudische Offizielle konterten, dass Iraner sich über ein Online Portal für Haddsch Visas bewerben können.

Ein iranischer Amtsträger wies diesen Monat darauf hin, dass die Zeit abgelaufen wäre, um die Teilhabe des Irans am Haddsch adäquat zu planen und forderte das Saudische Ministerium des Haddsch und Umrah dazu auf, den Iran für den Bruch verantwortlich zu machen.

Mr. Jubeir sagte, dass Saudi-Arabien an der Organisation der Teilnahme von Pilgern aus dem Iran gearbeitet hätte. Er sagte:

„Wir glauben, dass es mehr als negativ wäre, wenn der Iran nach Ausreden gesucht haben sollte, um die Teilnahme seiner Bürger am Hadsch zu verhindern. Falls der Grund über der Prozedur und den Vereinbarungen liegt, dann glauben wir, dass wir weit über das übliche Maß unserer Verpflichtungen hinausgegangen sind und dass die Iraner diejenigen sind, die sie abgelehnt haben.“

Das saudische Kabinett kritisierte den Iran für die vermeintliche Politisierung eines religiösen Rituals:

„Das Königreich weist Versuche des Irans zurück, die darauf abzielen den iranischen Pilgern Hürden in den Weg zu stellen und den Hadsch zu politisieren und Saudi Arabien zu verletzen.“

Nachdem die Delegation des Irans das Königreich am Freitag verließ ohne eine Einigung erzielen zu können, sagte die Regierung Saudi-Arabiens, dass Amtsträger des Irans „die Verantwortung im Angesicht Allahs des Allmächtigen und seines Volkes dafür tragen, dass die Bürger des Irans dieses Jahr nicht am Hadsch teilnehmen können.“

Zuletzt boykottierte der Iran die Wallfahrt für drei Jahre zwischen 1988 und 1990, nachdem beim Haddsch im Jahr 1987 schiitische Pilger mit saudischen Sicherheitskräften aneinander geraten waren, was schließlich zum Tod von mehr als 400 Iranern führte. Zudem veranlassten die Ereignisse Saudi Arabien dazu, das Maximum der iranischen Teilnehmer am Hadsch auf 45.000 zu senken. Der Anteil ist seitdem wieder erhöht worden.

Die Absage wird tausende Iraner dazu zwingen, mindestens noch ein Jahr auf die Teilnahme an der Wallfahrt zu warten, was die Wut auf Saudi-Arabien eventuell tiefgreifender werden lassen könnte.

„Wenn sie am Flughafen ihre Fingerabdrücke abgeben müssen oder von Spürhunden getestet werden, dann wollen sie dort nicht hingehen“, sagte einer der Organisatoren der Pilgerschaft in Teheran, der seinen Namen aufgrund der politischen Sensibilität des Themas nicht nennen möchte. Er fügte hinzu:

“Iraner wollen nicht von Saudis missachtet werden.“

Die Reisen zum Hadsch nach Saudi-Arabien werden streng kontrolliert und die Visas basieren auf der Einigung von Saudi Arabien und anderen Ländern. Über 64.000 Iraner nahmen im letzten Jahr am Haddsch teil, einer religiösen Pflicht, an der Muslime mindestens einmal in ihrem Leben teilnehmen müssen.

Spannungen zwischen Saudi Arabien und dem Iran verschärften sich seit dem letzten Jahr aufgrund der Diskussionen über die Leitung des Hadsch und den in der Nebensaison stattfindenden Wanderungen Umrah durch Saudi Arabien.

Aufgrund von Vorwürfen, dass saudisches Sicherheitspersonal zwei Jungen aus dem Iran, die sich im letzten März auf der Rückreise vom Umrah befanden, belästigt haben sollen, veranlasste den Iran dazu, Umrah Pilgerungen kurz zu verbieten. Ein saudisches Gericht wird im Juni über den Vorfall urteilen.

Der Tod von mehr als 400 Iranern während der schlimmsten Massenpanik in der Geschichte des Haddschs im letzten September ließ die Wut des Irans auf Saudi-Arabien noch weiter steigen. Iranische Amtsträger kritisierten Riad dafür keine Kontrolle über die großen Menschenmassen zu haben und die Sicherheit der Pilger nicht garantiere zu können.

Die Feindschaft zwischen den Ländern fand seinen Höhepunkt früher in diesem Jahr, nachdem iranische Demonstranten sich wütend über die Hinrichtung des schiitischen Klerikers Nemer al-Nemer zeigten und die saudische Botschaft in Teheran stürmten.

Nachdem Saudi-Arabien diplomatische und wirtschaftliche Vereinbarungen mit dem Iran beendet hatte, erklärten mehrere saudische Bündnispartner ihre Verbindungen mit der Islamischen Republik für beendet.

Die Entscheidung des Irans erinnert daran, dass die Spannungen in den nächsten Monaten wohl nicht verschwinden werden, sagte Sabahat Khan, Chefanalyst am in Dubai ansässigen Institute for Near East and Gulf Military Analysis.

„Teheran wird die Schuld auf Riad schieben, doch die Saudis werden die Schuld natürlich abstreiten und die Regierung des Iran verantwortlich machen“, sagte er. „Beim gewöhnlichen Iraner führt das zu Wut – für einige auf die saudische Regierung und für andere auf die Regierung des eigenen Landes.

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