Doha Gespräche
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Förderstopp: Alles was man über den Gipfel in Doha wissen muss

Die Nationen, die ungefähr die Hälfte der globalen Rohölproduktion erbringen, werden am 17. April in Doha zusammenkommen, um gemeinsame Anstrengungen zur Stabilisierung der Preise zu diskutieren. Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela haben bereits im Februar eine vorfristige Übereinkunft getroffen und versuchen nun mehr Ölproduzenten zu integrieren und so die gegenwärtige Preiserholung auszuweiten.

Wer nimmt Teil?

Zusätzlich zu den Unterzeichnern des vorigen Abkommens werden Algerien, Angola, Aserbaidschan, Kolumbien, Ecuador, Indonesien, der Irak, Kuwait, Nigeria, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate dabei sein. Argentinien, Brasilien, Libyen und Norwegen lassen das Treffen aus während Kasachstan, Mexiko und der Iran noch unentschlossen sind.

Wer ist nicht dabei?

Einige der weltgrößten Ölproduzenten wie die USA, Kanada, China, Brasilien und Norwegen werden nicht teilnehmen. Unter den 13 OPEC-Staaten hat nur Libyen – dessen Fördervolumen durch den Konflikt stark eingeschränkt ist – sich zur Teilnahme entschlossen. Das größte Fragezeichen steht über dem Iran, der darauf bestand seine Produktion solange nicht einzuschränken bis das Förderniveau von vor den Sanktionsmaßnahmen wieder erreicht sei. Ölminister Bijan Namdar Zanganeh ist sich über sein Erscheinen noch unschlüssig.

Wie wahrscheinlich ist eine Einigung?

Vierzig von Bloomberg diese Woche befragte Trader und Analysten waren zu gleichen Teilen für und wider das Zustandekommen einer Einigung. Während das russische Energieministerium “optimistisch” ist und das von Katar “ein positives Gefühl” hat ließ Saudi-Arabien verlautbaren, dass es seine Ölförderung nur deckeln werde wenn der Iran nachziehe – eine Aussage, die Teheran als “lächerlich” abwehrte.

Welchen Einfluss hätte ein Förderstopp auf die Ölpreise?

Rohöl hat sich um über 30 % auf mehr als 40 $ pro Barrel erholt seit die im Vorfeld erzielte Fördermengendeckelung Mitte Februar einen Wandel in der Marktstimmung hervorrief. Ein finale Anstrengung dazu könnte dieses Ziel festhalten oder laut Merrill Lynch von der Bank of America sogar auf 50 $ ausweiten. Dennoch wird ein Stopp der Produktionserhöhung wenig zum Aufkehren der Scherben beitragen da Saudi-Arabien und Russland – die größten Rohölproduzenten der Welt – bereits jetzt nah am Rekordniveau produzieren. Morgan Stanley sagte dass “unsere niedergeschlagenen Sicht auf das Öl” angesichts der Produktionsdeckelung “unverändert” bleibe.

Um welche Fördermengen geht es?

Die Produzenten mit bestätigter Teilnahme förderten im Januar rund 47 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Viele dieser Länder haben bereits ihr Fördermaximum mit geringen Aussichten auf Steigerung erreicht. Russland und Saudi-Arabien haben die Produktion beide seit Januar stabil gehalten, sogar vor dem genannten vorfristigen Abkommen. Der Ausstoß der 11 Mitglieder der OPEC die das Abkommen unterstützen liegt bereits jetzt fast eine halbe Millionen Barrel pro Tag unter dem im Januar.

Würde eine Deckelung einen Unterschied machen?

Da von den meisten Teilnehmern in Doha eine konstant bleibende Fördermenge erwartet wird, ist für den Ölmarkt viel relevanter was in den USA und im Iran passieren wird. Von der zurückgehenden Schieferölproduktion wird laut IEA erwartet, dass sie den Löwenanteil der Reduzierung um 710000 Barrel pro Tag im Ausstoß der Nicht-OPEC-Staaten ausmacht. Der Iran plant seine tägliche Fördermenge um ca. 700000 Barrel in diesem Jahr in Bezug auf die 3,3 Millionen Barrel im März dieses Jahres zu erhöhen.

Was würde die Einigung für US-Produzenten bedeuten?

Jeder Deal der die Preise nach oben treibt wäre “selbstzerstörerisch” da er ein Revival der Förderung durch US-Schieferölproduzenten ermöglichen würde, die laut GoldmanSachs ab 55 $ pro Barrel die Arbeit wieder aufnehmen könnten. Das wiederum würde das Erreichen der den Analysten zufolge für einen Wiederausgleich des globalen Markts notwendigen Fördermengen hinauszögern.

Wie könnte die Deckelung überwacht und durchgesetzt werden?

Während voriger Fördermengendeckelungen hatte die OPEC die Kooperation ihrer Mitglieder mit Hilfe externer Organisationen wie etwa Nachrichtenagenturen und Öltanker-Beobachtern überwacht. Sie verfügte über keinerlei Instrumente um die Länder zu sanktionieren, die ihre Limits übersteigen oder die Quoten der Gruppe notorisch überstrapazieren, bevor die Produktionsziele im Dezember effektiv aufgegeben wurden.

Was passierte, als die OPEC zuletzt einen Deal mit Nichtmitgliedern hatte?

Die OPEC hat Gründe an der Ernsthaftigkeit ihrer Partner zu zweifeln. Das letzte Mal gab es Ende 2001 eine Übereinkunft mit rivalisierenden Produzenten, als Russland, Mexiko, Oman und Norwegen versprachen, ihren Ausstoß auf 500.000 Barrel pro Tag zu reduzieren. Aber zur Mitte des folgenden Jahres hatte Russland seine Produktionsmenge sogar erhöht und die einzigen Förderrückgänge gab es in Mexiko und Norwegen – von denen keiner von einer Teilnahme am Doha-Gipfel sprach.

Was, wenn es keinen Deal gibt?

Mit den steigenden Erwartungen der letzten Woche sind die Trader in einen Kaufrausch verfallen, der die Rohölpreise auf ein Vier-Monats-Hoch hievte. Wenn die Minister eine Einigung verfehlen werden die Preise laut Vorhersage der Citigroup Inc. einen “ernsthaften negativen Einfluss erleben”. Die Weigerung der OPEC ihren Ausstoß im Jahr 2014 zu begrenzen provozierte bereits Abgesänge auf die Organisation und die Unfähigkeit eine Deckelung zu finalisieren könnte diese nun in Stein gemeißelt werden lassen. Laut der Saxo Bank A/S könnte die darauf folgende Enttäuschung die Preise pro Barrel auf 30 $ herunterziehen.

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