Chinesische Mauer aus Sand
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China verändert die Geographie des Südchinesischen Meeres.

Vor dem Hintergrund eines sich nähernden Urteils bezüglich der territorialen Ansprüche Pekings haben chinesische Baggerarbeiten die Geographie des Südchinesischen Meeres verändert.

Lediglich bewaffnet mit einer Reihe rotierender Zähne hat der Tian Jing Hao, der größte Bagger Asiens, eine atemberaubende maritime Verstimmung ausgelöst.

Direkt unter den Augen der U.S. Seventh Fleet führte dieses Schiff eine zivile Armada ein, die fast 3.000 Acres (ca. 12 km²) Land auf versunken Riffen vor den Spratly Islands aufschüttete und damit ein strategisches Gleichgewicht veränderte, das bestand seit die großen Seegefechte des Zweiten Weltkriegs die Dominanz der USA im Westlichen Pazifik etabliert hatten.

Die Bauarbeiten begannen kurz nachdem die Philippinen im Januar 2014 Chinas Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer in Frage stellten und vor dem UNO-Tribunal in Den Haag Klage einreichten. Nun, kurz vor einem rechtlichen Urteil, hat China sein Ziel erreicht: eine neue Geographie in der meistgenutzten kommerziellen Wasserstraße der Welt, wo sich Chinas Ansprüche mit denen von fünf Nachbarländern überlappen, darunter auch Vietnam und Malaysia.

Wie auch immer die fünf Richter in dem Fall urteilen, hat China die Ausgangslage vor Ort nachhaltig zu seinen Gunsten verändert.

Die sieben Felsvorsprünge auf denen es Landebahnen, Hafenanlagen, Radarsysteme und andere Einrichtungen errichtet hat, ermöglichen China das Ausstrahlen neuer militärischer Stärke im Wettbewerb mit den USA um regionale Vorherrschaft.

Letztendlich macht Besitz schon neun Zehntel des Gesetzes aus. Und das Insel-Bauen Chinas könnte noch nicht einmal vorbei sein. Das Pentagon befürchtet, dass chinesische Bagger eine weitere Phase reger Bautätigkeit auf Scarborough Shoal planen könnten, welches es 2012 faktisch von den Philippinen beschlagnahmt hatte. Damit hätte die Volksbefreiungsarmee einen Ausgangspunkt lediglich 140 Meilen (ca. 225 km) von Manila entfernt. Außerdem würde China die Einrichtung einer Air Defense Identification Zone über das gesamte Südchinesische Meer weiter stärken, welche China von seinen künstlichen Inseln aus durchsetzen könnte. Das Land hat bereits angekündigt das Urteil des Tribunals ignorieren zu wollen.

Chinas Beanspruchung von Land wird die Rechtslage in Den Haag nicht verändern; halb versunkene Riffe werden auch nicht zu Inseln, wenn man darauf baut. Trotzdem haben schwerfällige chinesische Bagger die mächtigste Flotte der Welt ausmanövriert. Chinas politische Führungskräfte lagen richtig mit der Annahme, die USA würden keinen Krieg um einige unbewohnte Felsen und Riffe riskieren, um sie aufzuhalten.

Trotzdem erhöht das, was Admiral Harry Harris Jr., Kommandeur der US-Pazifikflotte, als „Chinesische Mauer aus Sand“ bezeichnet, das Risiko zukünftiger Konflikte.

Ein regionales Wettrüsten zeichnet sich ab. Die kleineren Nachbarn Chinas fühlen sich schikaniert und bedroht von dem, was zur vordersten Front von Pekings Diplomatie geworden ist: mächtige an die Bagger montierte Fräsen mit verheerenden Folgen für die Umwelt, die unberührte Korallen in Stücke hacken und Meereslebewesen bedrohen, wie zum Beispiel die wandernden Gelbflossenthun und Echte Bonito.

Ihre Befürchtungen werden nur teilweise von der sanfteren Art von Chinas regionalem Engagement zerstreut – hunderte Milliarden Dollar, die es für Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen hat.

Vielmehr haben Chinas Handlungen, Korallenriffe zu militärisch nutzbaren Plattformen auszubauen, zur Bildung neuer regionaler Netzwerke mit dem Ziel die chinesischen Vorstöße einzuschränken beigetragen.

Am Dienstag reagierte China verärgert auf eine Erklärung der Außenminister der "Gruppe der Sieben", in der diese ein Ende der „einschüchternden, erdrückenden und provokativen Handlungen“ im Süd- und Ostchinesischen Meer fordern.

Im Rahmen eines weiteren Beleges dafür wie die chinesische Entschlossenheit alte Kriegsgegner zusammenbringt, besuchen diese Woche zwei japanische Kriegsschiffe und ein U-Boot den philippinischen Marinestützpunkt Subic Bay. Dieser eröffnet den Blick auf die Spratlys, während Tausende US-amerikanische, australische und philippinische Streitkräfte gemeinsame Übungen zur Vorbereitung auf potenzielle Krisen durchführen.

Die sogenannten Schneidkopfsaugbagger – der von ihnen verursachte Schutt wird unter Wasser aufgesaugt und über lange Rohre auf die Riffe verteilt – bringen US-Präsident Barack Obama in ein Dilemma.

Er betrachtet sich selbst als Kind des Pazifik, geboren auf Hawaii und teilweise aufgewachsen in Indonesien, und der „Schwenk“ nach Asien war sein denkwürdigster außenpolitischer Schachzug. Trotzdem hat er sich für Zurückhaltung entschieden. China vor den Spratlys die Stirn zu bieten indem man zum Beispiel versucht, die Bagger und ihre schützenden Flottenverbände zu vertreiben, würde nicht nur bedeuten einen Krieg zu riskieren, sondern könnte auch die Kooperation mit Peking bei entscheidenden Themen wie Klimawandel oder Nordkorea scheitern lassen.

Die Vorsicht des Weißen Hauses sorgt allerdings bei den US-Marinekommandeuren für Frustration. Nachträglich haben sie die Freigabe der Politik erhalten, im Rahmen sogenannter „Freedom of Navigation“-Übungen mit Kriegsschiffen dicht an die künstlichen Inseln heranzufahren.

Diese Vorbeifahr-Missionen werden jedoch nicht die schnelle Militarisierung des Meeres aufhalten, das jährlich ein Handelsvolumen von 5 Billionen Dollar trägt. China hat kürzlich Boden-Luft-Raketen auf den Paracels stationiert, eine weitere Inselgruppe im Südchinesischen Meer. Peking wirft im Gegenzug den USA vor, mit ihren Patrouillen die Region zu militarisieren.

Währenddessen arbeiten der Tian Jing Hao-Bagger (der Name bedeutet „Himmlischer Wal“) und dessen Schwesterschiffe weiter.

Die Landnahme vor den Spratlys war lediglich die erste Phase eines gigantischen Bauprojekts, das sich zum persönlichen Projekt des chinesischen Präsidenten Xi Jinping entwickelt hat: das Projekt Maritime Seidenstraße zur Schaffung einer Kette von Häfen und Industriezonen von Ostasien über Afrika und Mittleren Osten bis nach Europa.

Auf diese Art will China anscheinend das „Pazifische Jahrhundert“ gestalten – eine gigantische Schaufel vom Meeresboden nach der anderen.

Anfang des Monats kündigten chinesische Staatsmedien eine Zeremonie zur Feier der krönenden Errungenschaft der Baggerübung vor den Spratlys an: ein 55 Meter hoher Leuchtturm auf dem Subi-Riff. Bei Nacht wird dessen Scheinwerfer einen Lichtstrahl über 22 nautische Meilen auf eine riesige Wasserfläche werfen, die Peking zunehmend als chinesischen See betrachtet.

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