Zeiten der Prüfung
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Skandale, turbulente Wirtschaft, getrübte Vermächtnisse oder einfach ungewisse Zukunftsaussichten: Es sind Zeiten der Prüfung für die Anführer einiger der bedeutendsten Länder der Welt.

Sie stehen vor völlig unterschiedlichen Problemen, aber sie ringen alle nach einer Atempause von der scharfschießenden, verbitterten Wählerschaft und der launischen Finanzmärkte, die das Jahr bisher geprägt haben. Was erwartet diese Staatsoberhäupter?

Jacob Gedleyihlekisa Zuma (73), Staatspräsident von Südafrika

Das erste Mal in seiner achtjährigen Karriere als Vorsitzender der führenden Partei wird Zuma mit einer wahren Bedrohung seiner Macht konfrontiert.Einige ältere Mitglieder des afrikanischen Nationalkongresses versuchen, ihn aufgrund seiner Beziehungen zu einer prominenten Familie zu verdrängen, welcher nachgesagt wird, dass sie die Beziehung ausnutzt, um ihre Geschäftsinteressen zu fördern und ebenfalls Einfluss auf die Besetzung von Regierungsposten zu nehmen.

Als er von der Opposition letzte Woche gefragt worden ist, im Parlament zurückzutreten, war Zuma unnachgiebiger als jemals zuvor dem Thema gegenüber, ob seinen Freunden Positionen im Kabinett angeboten wurden. "Fragen Sie mich nicht", sagte er. "Wo spiele ich hier eine Rolle?" Zuma hat alle Gegner bisher überlistet und er hat immer noch eine starke Kontrolle über den Großteil des afrikanischen Nationalkongresses. Die Frage lautet, wie lange seine Widerstandsfähigkeit noch anhalten kann.

BESTES ERGEBNIS: Er festigt seinen Einfluss innerhalb des afrikanischen Nationalkongresses und verdrängt alle Meuterer, was ihm erlaubt, zu entscheiden, wer im Jahr 2019 sein Nachfolger wird.

SCHLIMMSTES ERGEBNIS: Genügend ältere Mitglieder des afrikanischen Nationalkongresses lassen ihn im Stich und drängen ihn in den kommenden Monaten aus dem Amt. Wenn das passiert, gibt es sogar eine Chance, dass alte Korruptionsvorwürfe in vollem Umfang wieder aufgenommen werden.

Dilma Rousseff (68), Präsidentin der Föderativen Republik Brasilien

Nachdem zwei Jahre lang die Korruption untersucht worden ist, die sich von Geldwäschern über Unternehmen und dann hin zu Politikern ausbreitete, sind es nun ein paar entscheidende Monate für die 68-jährige Rousseff.

Seit ihr Mentor und Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva der Geldwäsche angeklagt worden ist, wird sie dafür angegriffen, dass sie ihn angeblich schützt. Im Kongress wird eine Kommission für Amtsenthebungen, welche Sitzungen abhält, seine Empfehlung aussprechen. Wenn Rousseff verliert, wäre sie die zweite Präsidentin, die ihres Amtes enthoben wurde seit Brasilien im Jahr 1985 zur Demokratie zurückgeführt worden ist.

BESTES ERGEBNIS: Amtsenthebungsverfahren finden keine Beweise und sie findet einen Weg durch den Morast der brasilianischen Wirtschaft, um ihre Amtszeit im Jahr 2018 abzuschließen.

SCHLIMMSTES ERGEBNIS: Gewalt auf der Straße und die Wahrscheinlichkeit einer Amtsenthebung drängen sie in den kommenden Wochen zum Rücktritt.

Angela Dorothea Merkel (61), Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Sie ist die längste Zeit an der Macht – ein Jahrzehnt– und wird mit der größten Bedrohung ihrer Kanzlerschaft konfrontiert, da die Deutschen was ihre Politik der offenen Grenzen während Europas größter Flüchtlingskrise seit dem zweiten Weltkrieg angeht gespalten sind.

Zu Hause wurde die Öffentlichkeit auch durch die Terroranschläge in Paris und jetzt in Brüssel erschüttert, in den Händen europäischer einheimischer Dschihadisten. Dank der Wähler verzeichnete die Alternative für Deutschland, eine Anti-Einwanderer-Partei, ihren bisher größten Erfolg bei den Landtagswahlen am 13. März. Im Ausland scheint das Talent, welches sie beim Einsatz europäischer Alliierter während Griechenlands Schuldenkrise unter Beweis stellte, sie im Moment zu verlassen. Momentan hält Merkel noch fest: "Ich habe schon einmal Krisen überstanden", sagte sie bei einer Wahlkampfveranstaltung ihrer Partei diesen Monat.

BESTES ERGEBNIS: Ankünfte von Flüchtlingen auf griechischem Boden lassen nach während syrische Friedensgespräche voranschreiten. Merkel tritt gestärkt Deutschlands Wahlen für 2017 an und gewinnt eine vierte Amtszeit.

SCHLIMMSTES ERGEBNIS: Ein EU-Abkommen mit der Türkei, die Migration zu begrenzen, kommt nicht zustande und Syriens Bürgerkrieg zieht sich in die Länge. Merkel schließt Deutschlands Grenzen und strebt Neuwahlen an, jedoch nur noch als ein Schatten ihres früheren politischen Selbst.

David William Donald Cameron (49), Premierminister des Vereinigten Königreichs

Anders als bei den anderen Politikern sind Camerons Probleme eher selbst gemacht. Weniger als ein Jahr ist es her, als er überraschend einen Wahlsieg einfahren konnte und seine Kritiker verblüffte und die Opposition durcheinander brachte.Aber wenn er das Referendum am 23. Juni über den Verbleib des Vereinigten Königreiches in der Europäischen Union verliert, ist es schwer zu sagen, wie er seinen Job behalten wird.

Er berief die Abstimmung ein, um seine konservative Partei zu beschwichtigen, könnte aber den Grad der Befürwortung des Verlassens der EU seitens Aktivisten und Gesetzgebern unterschätzt haben. Umfragen einer zunehmend geteilten und fragmentierten Wählerschaft legen nahe, dass die Abstimmung eng werden könnte. Sollte Großbritannien entscheiden, die EU zu verlassen, würde Schottland zweifellos wieder nach Unabhängigkeit streben. Somit könnte Cameron, 49, mit zwei bitteren Trennungen konfrontiert werden, die sich vor seinem Auge entfalten, nachdem er sein Amt verlässt.

BESTES ERGEBNIS: Eine klare Abstimmung dafür, in der U.K. zu bleiben lässt ihn seine Partei davon überzeugen, dass die Öffentlichkeit nicht seine europäische Besessenheit teilt. Er übergibt rechtzeitig an seinen Finanzminister George Osborne, um die Wahlen 2020 zu gewinnen.

SCHLIMMSTES ERGEBNIS: Verschreckt durch die Terroranschläge auf dem Kontinent und einer steigenden Anzahl an Migranten, die in Richtung Westen strömen, stimmen die Briten dafür ab, die EU zu verlassen. Cameron tritt zurück, nachdem er die Öffentlichkeit nicht überzeugen kann und wird von seinem langjährigen Rivalen, dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson ersetzt.

Barack Hussein Obama II (54), Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Obamas zweite Amtszeit neigt sich dem Ende zu und er wird durch das Wettrennen, ihn zu ersetzen, belastet. Es war eines der eigenwilligsten und erbittertsten in der jüngsten Vergangenheit und hat immer noch fast acht Monate vor sich.

Der milliardenschwere Donald Trump hat das US-politische Establishment geschockt und Obama eindeutig verärgert, der viele seiner Leistungen auf den Kopf gestellt sehen könnte, wenn die Republikaner das Weiße Haus zurückzugewinnen. "Wir haben uns vulgäre und zweifelhafte, an Frauen und Minderheiten gerichtete Rhetorik angehört", sagte Obama am 15. März.

Das Problem ist, dass Trumps Anstieg auch wiederspiegelt, wo die Wirtschaft unter Obama scheiterte, vor allem bei stagnierenden Löhnen. Die langsam vergehenden Auswirkungen der Rezession, die vor fast sieben Jahren endete, überschatten die Präsidentschaftskampagne. Die führende Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, wird von 52 Prozent der Amerikaner nicht als Favoritin angesehen, wie eine Umfrage, die am 8. März veröffentlicht worden ist, zeigte.

BESTES ERGEBNIS: Er umarmt Clinton nach einem Sieg, übergibt die Schlüssel für das Weiße Haus einer Demokratin in dem sicheren Wissen, dass sein politisches Erbe sicher ist.

SCHLIMMSTES ERGEBNIS: Trump gewinnt. Punkt.

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