Gemeinsame Antwort für Europa
AP Photo/Peter Dejong
Hauptseite Analytik

Zwei Tage nach den Anschlägen auf Brüssel durch den Islamischen Staat werden Abgeordnete der Europäischen Union versuchen, ihre Differenzen zu überwinden und die Bürger davon zu überzeugen, dass sie die Welle an Terrorismus stoppen können, welche umliegende Metropolen überrollt.

Während die belgische Polizei weiterhin nach den überlebenden Attentätern sucht, werden sich am Donnerstagnachmittag Innenminister in Brüssel treffen, um nach den Explosionen am Flughafen und in einer U-Bahn-Station mit 31 Toten und 270 Verletzten Sicherheitskonzepte gegen Terrorismus und für mehr Sicherheit an Flughäfen auszuarbeiten.

Die Ermittler, die zwei der Selbstmordattentäter als die Brüder Khalid und Ibrahim El Bekraoui identifiziert haben, gaben an, dass sie in einem Versteck im Brüsseler Norden Sprengstoff gefunden hätten - darunter 15 kg TATP, 150 Liter Aceton, 30 Liter Wasserstoffperoxid, Sprengzünder, einen Beutel Nägel und Kunststoffschalen, so die Staatsanwaltschaft.

Sie fanden auch ein Testament in einer nahe gelegenen Mülltonne, welches von Ibrahim auf einem Computer geschrieben worden ist; er beschrieb sich selbst als "wild, unentschlossen, was zu tun ist und überall verfolgt", so Bundesanwalt Frederic Van Leeuw gegenüber Reportern.

Terroristische Ausbildung

Nach zwei Übergriffen auf Zivilisten in Paris im vergangenen Jahr machten die Attentate in Brüssel deutlich, wie schwierig es ist, die schiere Menge vermeintlich islamischer Radikaler zu verfolgen. Deutschland, bis jetzt von einem groß angelegten Angriff noch verschont, gibt an, Daten zu 450 gefährlichen Islamisten zu besitzen. Viele in Europa geborene Radikale verbrachten Zeit in Syrien, um dort eine Terror-Ausbildung durch den islamischen Staat zu bekommen, welcher ebenfalls die Verantwortung für die Gräueltaten in Brüssel übernommen hat.

Ein Selbstmordattentäter am Flughafen konnte als Najim Laachraoui identifiziert werden, so berichtete die belgische Zeitung De Standaard auf ihrer Website. Laachraoui ging im Jahr 2013 nach Syrien und wurde im September an der Österreich-Ungarischen Grenze festgenommen, während er mit Salah Abdeslam unterwegs war, der letzte Woche als Verdächtiger im Fall der Pariser Angriffe im November festgenommen wurde, wo 130 Menschen ums Leben kamen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan teilte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch mit, dass einer der Brüsseler Attentäter zuvor in Gaziantep im Osten der Türkei festgenommen und anschileßend abgeschoben worden ist und macht so zum Ministertreffen die Bühne frei für wahrscheinliche Gegenbeschuldigungen zum Kampf der EU gegen den Terrorismus.

Der belgische Justizminister Koen Geens sagte gegenüber dem Fernsehsender VRT, dass er nicht bestätigen könnte, ob Belgien Türkeis Warnungen vor Ibrahim bekannt waren als dieser in die Niederlanden vertrieben worden ist.

Vorstrafen

Ibrahim El Bekraoui (29) sprengte sich am Flughafen in die Luft, während sein Bruder Khalid, 27, die Bombardierung der U-Bahn durchgeführt hat. Die Brüder, welche in Brüssel geboren sind und beide belgische Staatsbürger waren, hatten “umfangreiche Vorstrafen, aber nicht im Zusammenhang mit Terrorismus”, so Staatsanwalt Van Leeuw.

Nur einen kurzen Spaziergang von der bombardierten Station entfernt haben sich die EU-Staats- und Regierungschefs immer wieder in den letzten Monaten innerhalb anhaltender Bemühungen getroffen, eine einheitliche und wirksame Lösung zum Zustrom von Flüchtlingen, dem Terrorismus und dem schwachen Wirtschaftswachstum hervorzubringen. Aber praktisch jeder Gipfel wurde von Uneinigkeiten überschattet.

EU-Kommissarin für Inneres, Dimitris Avramopoulos rief “alle Mitgliedsstaaten zur Zusammenarbeit zur Förderung von gegenseitigem Vertrauen, zum Austausch von Informationen und Erkenntnissen” auf, “weil dies der einzige Weg ist voranzukommen.”

Belgien führte eine landesweite Schweigeminute durch und Premierminister Charles Michel und der französische Premierminister Manuel Valls legten zu Ehren der Opfer einen Kranz an der U-Bahn-Station nieder. Tausende versammelten sich an der Börse aus dem 19. Jahrhundert im Zentrum der Stadt und kritzelten mit Kreide Botschaften auf den Asphalt, während das Land drei Tage der Trauer verzeichnete.

Gemeinsame Antwort für Europa
Christian Hartmann/Reuters

Geplante Übergriffe

Laut Außenministerium wird US-Außenminister John Kerry am Freitag nach Brüssel fliegen, um sein Beileid und seine Unterstützung im Zuge der Untersuchung des Angriffs zum Ausdruck zu bringen. Terrorgruppen planen weiterhin "zeitnahe Übergriffe" in ganz Europa, obwohl der USA keine spezifische Bedrohung bekannt ist, teilte der Sprecher des Außenministeriums Mark Toner bei einem Briefing in Washington mit.

Das Transportsystem in Brüssel begann mit der Wiederaufnahme einer der beiden Haupt-U-Bahn-Linien und der Straßenbahn und des Busverkehrs in den normalen Betrieb zurückzukehren. Der Flughafen wird Freitag noch geschlossen bleiben, während Ermittler noch Beweise sammeln und Schwierigkeiten haben, die Toten zu identifizieren.

Eine Bombe am Flughafen, welche nicht explodiert war, hatte die höchste Sprengkraft und ging erst hoch, nachdem Bombenräumungsexperten der Armee eingetroffen waren. Belgischen Medien zufolge wurden die tödlichen Utensilien, die im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek gefunden wurden, zurückgelassen, weil die Täter bei einem lokalen Taxi-Service einen Minivan bestellt hatten und sich dann mit der kleineren Limousine behelfen mussten, die sie stattdessen abholen kam.

Хотите узнать больше о гражданстве за инвестиции? Оставьте свой адрес, и мы пришлем вам подробный гайд

Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.