USA und Russland: Gründe für ein Kompromiss
Joshua Lott/Reuters
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Ja, die USA und Russland könnten zusammenarbeiten, um den syrischen Bürgerkrieg zu beenden.

Sogar inmitten der momentanen Angriffe, wie beispielsweise Diejenigen die auf Krankenhauseinrichtungen in Aleppo zielten, haben Russland und die USA mindestens einen Plan für einen Waffenstillstand vereinbart. Hier sind zwei wichtige Beispiele:

  • Im Dezember 2015, einigten sich die Vereinigten Staaten und Russland auf UNO Sicherheitsrat Resolution Nr.2254. Die Auflösung der Straßenkarte für den Frieden führte zu den aktuellen Verhandlungen in Genf, die vorübergehend ausgesetzt worden sind.
  • Und 2013 einigten sich beide Länder dazu die syrischen chemischen Waffen zu beseitigen, was dann im Jahr 2014 umgesetzt wurde.

Man könnte also argumentieren, dass die Vereinigten Staaten und Russland in der Lage sind beieinander zu arbeiten, auch wenn nicht zusammen, um den islamischen Staat in Syrien zu besiegen. Wenn dies gelingen sollte, könnten sie ihre jeweiligen syrischen Alliierten auf die Verhandlungen drängen. Diese hätten als Ziel ein multiethnisches, multikonfessionelles und dabei einheitliches Syrien.

Auf der einen Seite, stimmen die Vereinigten Staaten und Russland nicht damit überein, ob Assad an der Macht bleiben sollte oder nicht. Auf der anderen Seite, könnte der islamische Staat genügend Drohung bedeuten, um dieses Paar „Freund-Feinde“ für eine Zusammenarbeit zusammenzubringen.

Wobei sind sich die USA und Russland einig?

USA und Russland: Gründe für ein Kompromiss
Zuma\TASS

Beide – die Vereinigten Staaten und Russland – wollen dringend den Islamischen Staat besiegen. Das ist der einzige Grund, wieso die USA überhaupt direkt in den Syrienkonflikt eingegriffen haben. Desweiteren möchte die USA, genauso wie Russland, auch die anderen islamistischen Extremisten zwischen den Anti-Assad Rebellen, insbesondere den syrischen Al-Qiada-Ableger Al-Nusra-Front, niederschlagen oder wenigstens schwächen.

Wo sind sich die USA und Russland nicht einig?

Erstens, sollte Assad bleiben oder gehen? Das ist momentan der gröβte Meinungsunterschied zwischen Russland und den Vereinigten Staaten.

Russland will Assad halten, um die islamistische Radikalisierung einzudämmen. Luftangriffe können den IS nicht besiegen – Jedoch sind keine der Parteien auβerhalb Syriens dazu in der Lage, um eigene Soldaten hinzusenden. Russland glaubt an eine Allianz mit der syrischen Armee und den sektiererischen Millizen.

Das ist der Grund, wieso Russland der Meinung ist, dass der Plan gegen Assad und ISIS gleichzeitig zu kämpfen – wie es die USA vorhat – nicht nur scheitern, sondern direkt zu einem genuinen Islamischen Staat mit dem Damaskus als Hauptsitz führen wird.

Die Vereinigten Staaten wollen, dass Assad stürzt. Die USA und ihre europäischen Alliierten werfen dem syrischen Präsidenten vor, einen inländischen Protest zu einem Bürgerkrieg verwandelt zu haben. Sie glauben, dass Syrien keinen Frieden findet wird, solange Assad an der Macht bleibt.

Zweitens sind sich Russland und die USA uneinig, wie man mit den oppositionellen Gruppen umzugehen hat.

Russland tendiert dazu, nicht zwischen dem Islamischen Staat und den anderen Gruppen zu unterscheiden. Sie sehen den Islamischen Staat als eine Gruppe von dschihadistischen Kämpfern an, die sich in eine andere ähnliche Gruppe verwandeln könnte. Für Russland stellt jeder Feind Assads, eine destabilisierende Kraft.

Die Vereinigten Staaten, im Vergleich, zeichnen schärfere Unterscheidungen zwischen syrischen Oppositionsgruppen, mit dem Argument, dass einige „angemessen“ sind und Unterstützung verdienen.

Drittens wollen Russland und die Vereinigten Staaten, ihren Einfluss in der Region halten und die Rolle des jeweilig anderen limitieren.

Russland will dazu in der Lage sein, die Zukunft der Region zu gestalten und den eigenen Interessen anzupassen. Die russische Führung zweifelt nicht daran, dass der mittlere Osten eine Gegend heftiger Instabilität für Jahre, wenn nicht Jahrzenten wird. Da sich diese Labilität zwangsläufig auf Eurasien ausweiten wird, will Moskau dort seine Macht zeigen um politische Entwicklungen zu beeinflussen.

USA und Russland: Gründe für ein Kompromiss
Warren Richardson / World Press Photo

Das World Press Photo des Jahres hat Warren Richardson am 28. August 2015 aufgenommen. Es zeigt einen Mann an der ungarisch-serbischen Grenze in Röszke, der ein Baby unter dem Stacheldrahtzaun hindurchreicht. Das Bild symbolisiert eindrucksvoll die Flüchtlingskrise und soll die Hoffnung auf ein neues Leben ausdrücken. Entstanden ist es um 3 Uhr nachts.

Seitdem der Flüchtlingsstrom nach Europa begonnen hat, ist klar geworden, dass die europäische Sicherheit mit der Stabilität im Nahen Osten zusammenhängt. Russland glaubt, dass die Kontrolle Syriens der Schlüssel dazu ist, die Sicherheitslage und die Zukunft der Region steuern zu können.

Zur gleichen Zeit selbstverständlich, haben die Vereinigte Staaten lange versucht die dominierende Macht in der Region zu sein und findet die russische Intervention lästig.

Kann es einen Kompromiss geben?

Ja. Die Allianz der Vereinigten Staaten mit der Europäische Union hat sich unlängst aufgeweicht. Ein Hinweis darauf ist, dass Assad weiterhin für ein nicht geklärte „vorläufige“, Zeit an der Macht bleiben wird.

Moskau hat ausserdem angedeutet, die Assad-Familie nicht für immer zu unterstützen. Jedoch sagt Russland, dass sie nur an eine neue Machtstruktur in Syrien glauben, wenn das Territorium (bestenfalls vollständig, möglicherweise geteilt) sicher ist und der syrische Staat fortbesteht.

Die Vereinigten Staaten und Russland werden zu keinem Konsens über die sogenannten „Gemäβigten“ kommen, da sie auf der einen Seite von den USA unterstüzt und auf der anderen Seite von Russland bombardiert werden. Wie auch immer, sind beide Mächte schon mit einem Friedensprozess einverstanden, um mehrere dieser Parteien zum Verhandlungstisch zu bringen. Das Hauptproblem ist in dieser Hinsicht zwischen den Parteien selbst gewesen, als zwischen der USA und Russland. Also, während beide Nationen nicht die gleichen Gruppen unterstützen, haben sie die gleichen Ziele bei den Verhandlungen zwischen diesen Gruppen, was einen Lichtblick für einen möglichen Waffenstillstand darstellt.

Dieses groβe geopolitische Gedränge und Geschiebe scheint ein Luxus zu sein, dass sich keine Seite für längere Zeit leisten kann. Mit den niedrigen Ölpreisen, wird Russland einen länger- andauernden Militäreinsatz als austrocknend empfinden. Die USA zeigt ebenfalls wenig Lust an einem weiteren Krieg im mittleren Osten. Ein Kompromiss wäre somit die beste Lösung für beide Parteien.

Wie könnte die Zusammenarbeit dann aussehen?

USA und Russland: Gründe für ein Kompromiss
TASS

Was müssen wir als Nächstes erwarten? Die Vereinigten Staaten und Russland handeln den Frieden mit dem Ziel aus, den Krieg zu beenden und Syrien als ein multiethnischen und multikonfessionellen Staat zu bewahren. Damit Hinterkopf, werden die Parteien soviel wie möglich Land probieren zu gewinnen, bevor ein möglicher Waffenstillstand in Kraft tritt.

Wenn weder die USA noch Russland einen militärischen Erfolg sichern kann, werden beide Seiten ihre Schlüsse daraus ziehen. Wenn jede Gruppe außenstehenden Unterstützer wie die Vereinigten Staaten oder Russland – und sie bräuchten diese – dann hätten beide eine bemerkenswerte Hebelwirkung.

Natürlich, es gibt die Gefahr anderer Probleme – wie der Konflikt in der Ukraine – die die Kooperation zwischen den USA und Russland stören könnte. Wenn aber beide Mächte fokussiert bleiben, könnten sie zusammen helfen, den Krieg in Syrien zu beenden.

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