Warum Universalbanken scheitern
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Multitasking-Finanzinstitute sind nicht so wirksam wie erwartet

Kaum ein Tag vergeht ohne Nachrichten von enttäuschenden Finanzergebnissen oder Top-Level Führungswechseln bei Universalbanken, diesen Allzweckfinanzinstituten, die von Synergie- und Skaleneffekten unter ihren vielen Unternehmen profitieren sollten. Das Leitbild der Universalbanken bricht offensichtlich zusammen. Und ohne einige entscheidende Veränderungen, erscheint ihre Zukunft zunehmend in Frage.

Abgesehen von einigen bemerkenswerten Ausnahmen, waren die Geschäftserfolge dieser Banken schwach. Selbst bei Regulierung der Auswirkung des niedrigeren Fremdfinanzierungsgrads, sind die Renditen gefallen. Viele Universalbanken haben jahrelang ihren Eigenkapitalkostensatz nicht zurückgegeben. Viele möchten, dass Investoren sich auf ihr, von ihnen festgelegtes Kerngeschäft konzentrieren, um Fehler der Vergangenheit und problematische „Nichtkernbereiche“ auszuschließen.

Allzu oft haben die grundlegenden Leistungskennzahlen, die Aktionärserträge vorantreiben, wie Umsatzrendite und Kapitalrendite, sich verschlechtert, in einigen Fällen in zunehmendem Maß. Die Auswirkung auf die Bewertung von Banken, im Sinne von Preis zu materiellem Buchwert, war gravierend. Mittlerweile handeln viele Universalbanken auf weniger als der Hälfte des Bewertungsniveaus von vor 10 Jahren.

Die Versuchung liegt nahe die Schuld bei ordnungspolitischen Maßnahmen zu verorten. Aber das ist zu einfach. Obwohl Renditen und Bewertungen an fast allen Universalbanken gefallen sind, variieren die Auswirkungen zwischen den einzelnen Einrichtungen erheblich. Warum, beispielsweise, haben einige Organisationen, die ihren Fremdfinanzierungsgrad nach der Krise deutlich verringerten, keinen entsprechenden Rückgang in ihrer Anlagenrendite wahrgenommen, während andere zusammenbrachen? Warum konnten einige Universalbanken, wie JP Morgan Chase, und einige stärker fokussierte Einrichtungen, wie Wells Fargo, ihre Umsatzrendite erhalten oder verbessern, indem sie den Einfluss der widrigen Umstände auf die Renditen kompensierten, während vielen anderen dieses nicht gelang?

Viele Faktoren spielen eine Rolle, doch ist es wichtig den Schwerpunkt auf die zugrundeliegenden Werttreiber zu legen.

  • Erstens mangelt es vielen Universalbanken an einem wirtschaftlichen „Wallgraben“ -- das heißt es mangelt an der Fähigkeit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten in einem Kernbereich aufrechtzuerhalten. Sie sind immer noch in zu vielen Märkten oder Unternehmen tätig, in denen örtliche oder zu einem höheren Grad Pure-Play Mitbewerber besser aufgestellt sind und durchwegs höhere Renditen erbringen.
  • Zweitens mangelt es vielen dieser Banken an angemessenen Informationsmanagementsystemen, um Transaktionen und ihre Unternehmensbereiche richtig zu bewerten. Deshalb blieben in Bereichen, in denen Erträge die tatsächlichen Kosten für die Geschäftstätigkeit, mit einbezogenen Kosten der Finanzausstattung, des Kapitals und Risikos (einschließlich des Gegenparteiausfallrisikos und des operationellen Risikos) nicht überschritten, so viele bestehen.
  • Drittens teilen die Beschäftigten und die Führungskräfte vieler Banken die „mehr ist besser“-Mentalität einer Marktanteilkultur, statt einer, in der Kapital als knappe Ressource behandelt und entsprechend dem angemessenen marginalen Zuteilungssatz zugeteilt wird. In einer Welt in der die größten Produzenten in der Regel Führungspositionen einnehmen, schleifen sich die Mängel des aktuellen Modells ein.
  • Letztendlich haben viele Universalbanken einfach eine schwache Führung und mangelhafte Verwaltung, was zu häufigen und widersprechenden Änderungen in der Strategie und einer Nichtausführung notwendiger Reformen führt.

Infolgedessen wird das gesamte weltweite Universalbankensystem in Frage gestellt. Die von der Kombination von Funktionen wie Compliance und Informationssystemen und vom geschäftsübergreifenden Verkauf von Finanzprodukten erwarteten Kosten- und Ertragsvorteile sind oft nicht eingetreten. Im Gegenteil, viele dieser Banken, mit nur einigen Ausnahmen mit wirklich talentierten Führungsteams, erwiesen sich als kostspielig und verwaltungsaufwendig. Bei mehreren Banken subventionierten die besser aufgestellten Unternehmen einfach die schwächeren und Kapitalkostendisziplin war sehr gering bzw. gänzlich fehlend.

Die - bei Institutionen wie Barclays, Credit Suisse und Deutsche Bank - neu eingesetzten Führungsteam stehen vor einer enormen Aufgabe. Viele beginnen mit der Durchführung von unternehmensweiten Umstrukturierungen und Kostenreduzierungsprogrammen mit dem Ziel der Reduzierung von Risikoaktiva und der Steigerung der Kapitalrendite. Einige versuchen ihr Geschäft umzugestalten, um sich auf Bereiche, die eine höhere Rendite des eingesetzten Kapitals bieten, wie Anlagenverwaltung und Vermögensverwaltung zu konzentrieren. Einige ziehen sich aus bestimmten Unternehmen oder Regionen zurück.

Aber um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, sollten die neuen Führungskräfte dieser Banken auch gründlich über einige zentrale Grundsätze nachdenken. Strategie muss in den Rahmen eines wirtschaftlichen „Wallgrabens“ eingebunden sein, um Kernkompetenzen hervorzuheben. Dies wird eine stärkere Fokussierung, mehr Personalabbau und weniger Toleranz für Randgeschäfte erfordern. Exekution sollte einer klar definierten Strategie folgen, die keiner häufigen Änderung unterliegt.

Für einige schwächere Akteure, die das Universalbankmodell wohl ganz aufgeben sollten, sind drastischere Schritte erforderlich. Einzelne Transaktionen und Geschäftseinheiten sind entsprechend ihres Beitrags zur Steigerung des Unternehmenswerts, ordnungsgemäß erfasst unter Einbeziehung sämtlicher Kosten und Risiken, zu beurteilen. Viele Organisationen haben immer noch keine verlässlichen Methoden, diese Bemessungen durchzuführen. Isolierte Bereiche zwischen und innerhalb von Abteilungen müssen aufgelöst werden. Und die Umgestaltung der Führungen, die wir bei den mehr infrage gestellten Banken gesehen haben, muss weiter unten in den Unternehmensstrukturen angesetzt werden.

Dies sind recht weitgesteckte Reformen. Doch ohne drastische Änderungen in Strategie, Umsetzung und Geschäftspraktiken, läuft das derzeitige Problem der Leistungsfähigkeit der Universalbanken Gefahr die Form einer Krise anzunehmen.

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