Neue Gefahr für die Ölpreise
Hauptseite Analytik, Erdöl
Heißes Thema
10. Februar 2016
24354 24k

Eine weitere wirtschaftliche Größe, die schwer auf den globalen Ölpreisen liegt, könnte den neuen Strömungen folgen

In der meisten Zeit seiner Geschichte floss Öl in eine Richtung: von den erdölproduzierenden Entwicklungsländern zu den ölverbrauchenden Industriestaaten. Dieses Muster stimmt nicht mehr – jene Veränderung könnte einen weiteren ökonomischen Faktor hervorbringen, der die globalen Ölpreise belastet.

Die Ölpreise sinken seit Mitte 2014 aufgrund globalen Überangebots, wobei die US-Preise an der New Yorker Handelsbörse am Dienstag um 1,75 Dollar bzw. 5,9% pro Barrel sanken.

Laut der International Energy Agency sind Schwellenmärkte für den weltweit größten Ölkonsum verantwortlich. Der Bedarf aus den Entwicklungsländern summierte sich auf etwas mehr als die Hälfte der 95 Millionen Barrel, die pro Tag im letzten Quartal von 2015 verbraucht wurden.

Diese Verschiebung markiert eine Wende nach den Jahrzehnten, in denen die USA und andere entwickelte Länder der OECD die Nachfrage dominierten.

Da die ölproduzierenden Länder des Mittleren Ostens, Südamerikas und von anderswo den Großteil des Konsums abdecken, könnten niedrigere Ölpreise einen Teufelskreis in Gang setzen, in dem die Nachfrage mit den Preisen fällt, da der Exportwert dieser Länder sinkt und so das Wirtschaftswachstum belastet.

“Die aufstrebenden Märkte basieren hauptsächlich auf Rohstoffen”, sagte Richard Soultanian, Co-President des Energieconsulters NUS Consulting Group. “Durch den enormen Stress, den sie als Resultat des Rohstoffrückgangs erfahren, ist es schwer, große Bedarfskapazitäten zu finden.”

Die Hauptsorge war das schwächelnde Wirtschaftswachstum Chinas, das für einen Großteil der Ölnachfrage in Schwellenmärkten verantwortlich zeichnet. Aber andere Verbraucher aus dem Bereich der Schwellenländer ziehen sich aufgrund des geringen Weltwirtschaftswachstums zurück. Im Mittleren Osten haben einige Staaten die Subventionen für Benzin beschnitten, da die Einnahmen aus dem Ölexport schwinden, was die Nachfrage dort dämpfen könnte.

Die Volkswirtschaften der beiden Ölexporteure Russland und Brasilien schrumpften im Jahr 2015 und deren Ölverbrauch sank ebenfalls. Ein unerwartet geringes Wachstum der Schwellenmärkte wäre laut Analysten die Hauptbedrohung für sich erholende Ölpreise.

“Nachfragesorgen sind überall”, sagte Harish Sundaresh, Portfolio-Manager bei Loomis, Sayles & Co., welche 229 Mrd. Dollar verwaltet.

Für die Versorgung sagen viele Analysten voraus, dass die Ölschwemme, welche die Preise Mitte 2014 sinken ließ, bis Ende 2016 abflauen könnte. Es wird erwartet, dass der Ausstoß in den USA und anderen Gebieten sich in diesem Jahr verlangsamt, was übervollen Depots das beginnende Abnehmen erlaubt.

Jedoch meinen viele Analysten, dass das Nachfragewachstum in diesem Jahr schwer vorauszusagen ist. Wenn der Konsum aufgrund schwachen Wirtschaftswachstums besonders in den Schwellenmärkten geringer als erwartet ausfällt, könnte jede Ölpreiserholung auf 2017 oder später verschoben werden.

“Das Rennen läuft zwischen verzögerter Produktion und verzögerter Nachfrage,” sagte Bill Herbert, Analyst bei Simmons & Co. International. “Jeder ist zu 95% auf die Versorgung fokussiert…. aber wir haben auch eine verlangsamte Nachfrage.”

Simmons reduzierte kürzlich seine Vorhersage des Wachstums der globalen Ölnachfrage für 2016 auf 800.000 Barrel pro Tag, was eine Wachstumsrate von 0,8% repräsentieren würde. Das liegt unter der Vorhersage der stark beachteten Prognostiker IEA und der U.S. Energy Information Administration, welche einen Anstieg der Nachfrage auf 1,2 bzw. 1,4 Millionen Barrel pro Tag erwarten.

Das Handelshaus Vito erwartet einen Anstieg der Nachfrage auf zwischen 800.000 und einer Millionen Barrel pro Tag, erklärte Christopher Bake als Mitlglied des Exekutivkomitees der Firma bei der International Petrolum Week am Dienstag in London.

“Ich glaube nicht, dass wir uns an diesem Punkt auf niedrige Preise verlassen können, die die Nachfrage schrittweise antreiben könnten,” sagte Baker. “Es gibt eine starke Zerstörung der Nachfrage in den rohstoffbasierten Volkswirschaften.”

Niedrige Ölpreise haben historisch betrachtet die Nachfrage beflügelt, da niedrigere Preise für Benzin und andere Brennstoffe sowohl die Wirtschaft als auch den Konsumenten zu erhöhten Ausgaben ermutigten.

Lesen Sie auch:

Хотите узнать больше о гражданстве за инвестиции? Оставьте свой адрес, и мы пришлем вам подробный гайд

Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.