Indien will zu einem der größten Waffenexporteure werden
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Indien strebt an, seine Waffenexporte innerhalb eines Jahrzehnts um das Zwanzigfache auf ein Volumen von 3 Mrd. Dollar zu vergrößern. Wenn dieser Schub erfolgreich verlaufen sollte, würde er einen der weltweit größten Importeure zu einem der größten Exporteure von Rüstungsgütern werden lassen.

Die von Premierminister Narendra Modi vorgesehenen Schritte eröffnen – so sie entsprechend implementiert werden können – die Möglichkeit, dieses Ziel im Jahr 2025 zu erreichen, sagte der Sekretär für Rüstungsproduktion, A. K. Gupta. Laut ihm besteht die größte Herausforderung darin, private Investitionen und technologische Expertise voranzutreiben:

„Dies wird uns nicht nur das Ziel der Eigenständigkeit in der Rüstungsproduktion erreichen lassen, sondern ebenso erhebliche Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen,“ sagte Gupta, einer der höchsten Verantwortlichen in Indiens Verteidigungsministerium, in einem Interview in Neu-Delhi letzten Monat.

Indien exportiert derzeit jährlich Waffen im Wert von rund 150 Mio. Dollar – ein Bruchteil des weltweiten Rüstungshandels von 64 Mrd. Dollar. Dies umfasst Teile für das russische Sukhoi-Kampfflugzeug bis hin zu einem kürzlich auf Mauritius in Auftrag gegebenen Marineschiff. Das Land verlässt sich auf strapazierte staatliche Hersteller, denen einiges der Expertise globaler Rüstungsgrößen abgeht, und signalisiert so den Bedarf nach erhöhten privaten Beteiligungen – selbst wenn die Unternehmen vor komplizierten Geschäftsbedingungen zurückschrecken.

„Indiens Exportziele scheinen sehr ambitioniert,“ sagte Deba R. Mohanty, Rüstungsanalyst und Vorsitzender der Indicia Research &Advisory in Neu-Delhi. „Wenn Indien in der Lage ist, derartige Ziele zu erreichen, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem Konkurrenten für viele andere Staaten – einschließlich China.“

Der Bereich, in dem Indien über Exportpotentiale verfügt, umfasst laut dem Beratungsunternehmen Pricewaterhouse Coopers LLP Marineschiffe, Helikopter und Luftfahrtkomponenten.

Chinas Rüstungsexporte erreichten 2014 1,5 Mrd. $, was nach Angaben der IHS Inc. weltweit dem achten Rang entspricht, wobei diese Liste von den USA mit einem Volumen von 23,7 Mrd. $ angeführt wird. Indien importierte Rüstungsgüter im Wert von 5,6 Mrd. $ – dem höchsten Wert hinter Saudi-Arabien.

Ansteigende Lieferungen

Indien veranschlagt, dass sich die Materialexporte in den zwei Geschäftsjahren bis zum März 2015 auf 9,9 Mrd. Rupien (145 Mio. $) mehr als verdoppelt haben.

Die politischen Reformen Modis umfassen die Absenkung von Hindernissen für ausländische Investitionen in die Rüstungsindustrie, gelockerte Ausfuhrbestimmungen und eine überarbeitete Einfuhrpolitik, die die heimische Produktion unterstützen sollen. Seine Regierung autorisierte den Erwerb von Waffen im Umfang von 65 Mrd. $ seit der Machtübernahme im Mai 2014 und strebt einen umfangreichen Ausbau der Marine mit lokal produzierten Schiffen an.

Die Verwaltung gewährt der Privatwirtschaft erstmals Einblick in Blaupausen – wie etwa der Rustom-Drohne – staatlicher Ausrüstung, um so die technologische Entwicklung und mögliche Übersee-Ausfuhren voranzutreiben.

Unternehmen von Larsen & Toubro Ltd., Indiens größten Konstrukteur, bis zur Airbus Group SE wittern Chancen durch weniger rigide Bestimmungen und dem Drang nach Modernisierung.

Staatliche Firmen

Aber dies wird ein langer Weg.

Im April zog Modi eine auf lange Zeit angesetzte Bestellung von 126 Dassault Aviation SA Rafale Kampfflugzeugen zurück, welche teilweise aufgrund der involvierten Herausforderung der Produktion von 108 der komplizierten Jets im staatseigenen Unternehmen Hindustan Aeronautics Ltd. verzögert wurde.

Schlussendlich entschied sich der Premierminister für 36 Rafales aus Frankreich im einsatzbereiten Zustand. Das französische Unternehmen Safran SA rückte nach und nach von den Plänen ab, die Produktion von Motorenteilen für Rafale-Flugzeuge in Indien vorzunehmen. Diese Episode zeigt das Ausmaß des Vorhabens, dem sich Modi mit dem Katalysieren eines rüstungsindustriellen Komplexes gegenüber sieht.

Staatliche Unternehmen zeichnen für über 80 % der Rüstungsproduktion verantwortlich und sind laut Anurag Garg, einem Direktor von Defense & Strategy (einer Consutlting-Gruppe von PwC), bereits jetzt ausgelastet. Das Verlassen auf den privaten Sektor, um die Exporte spürbar anzukurbeln, würde Unternehmen dazu veranlassen müssen, ausfuhrfähige Waffensysteme zu entwickeln – was laut seiner Aussage keine einfache Aufgabe sei.

Die Regierung versucht ihren Teil dazu beizutragen, indem politische Rahmenbedingungen verbessert würden – dieser Anstoß benötigt jedoch die Unterstützung der Industrie, sagte Gupta als Vertreter des Verteidigungsministeriums.

„Auch die Industrie müsse aufspringen und die Herausforderung akzeptieren,“ so Gupta.

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