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REUTERS/Elijah Nouvelage
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Yahoo! ändert seine Meinung zur Abspaltung von Alibaba und verkauft nun sein Kerngeschäft. Ist das der Anfang vom Ende?

Bei Marissa Mayer und ihrem Unternehmen steht alles wieder auf Anfang. Am Mittwoch hat Yahoo!’s (NASDAQ: Yahoo! [YHOO]) Vorstand bekannt gegeben, dass er seinen Plan - an dem er schon seit über einem Jahr arbeitet - ad acta legen will, wonach die Beteiligung an Alibaba (NYSE: Alibaba Group Holding [BABA]) in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden soll. Stattdessen will Yahoo nun sein Kerngeschäfts und seine 35% Beteiligung an Yahoo! Japan ausgliedern. Dieser Vorgang könnte ein weiteres Jahr dauern.

Viele Beobachter sagen, dass diese Entscheidung ein großer Rückschritt für beide, Mayer und den Yahoo!-Vorstand ist. Sie haben monatelang viel dafür getan, um Investoren davon zu überzeugen, dass ein Verkauf der beste Schritt nach vorn sei. Besonders die Anwälte von Yahoo! wiesen darauf hin, dass der Deal zum großen Teil von der Steuer befreit sein wird. So verlautete es bis Mittwoch. (Um fair zu sein, Mayer und der Vorstandsvorsitzende Maynard Webb sagten, dass sie immer noch der Meinung sind, dass der Verkauf größtenteils steuerbefreit wäre, doch leider erwartet der „Markt“ ein Wachstum des Steuerrisikos. In anderen Worten, die besorgten Investoren stimmten nicht mehr mit Yahoo! oder seinen Anwälten überein)

In einem Interview mit FORBES, bestritt Ken Goldman, der Finanzvorstand von Yahoo!, dass der Kurswechsel ein Rückschlag ist.

„Unser Ziel war es von Anfang an, einen effizienten Weg zu finden, uns von der Beteiligung an Alibaba zu trennen. Wir haben immer gewusst, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, dies zu erreichen.”

In Bezug auf die neuen Pläne, fügte er hinzu: „Wir wussten die ganze Zeit, dass dies nur eine Alternative war.“

Nun wirft das Hin und Her weitere Fragen auf was mit Yahoo! passieren wird, der sich schnell verflüchtigten und häufig angeschlagenen früheren Ikone des Internets, die Probleme hat seit, ja seit wann denn eigentlich? Scheinbar seit Anbeginn. (Um zu verstehen wie stark die Probleme gewachsen sind, lesen Sie weiter)

Hier finden Sie was wir wissen, was wir hörten und was wir erwarten können.

Der Großteil des Teams, welcher an dem Verkauf gearbeitet hatte, wusste bis zum frühen Mittwochmorgen noch nichts von der Entscheidung des Vorstands.

Laut einigen Quellen reißen sich nun viele von ihnen vor Frustration die Haare aus dem Kopf, weil der Deal, an welchem sie über 12 Monate hinweg sorgfältigst gearbeitet haben, gestorben ist. Insider sagen, dass das Abwicklungsteam eines der wenigen Abteilungen war, welche bei Yahoo! gut liefen und Fortschritte zu verzeichnet hat. Das ist nun vorbei.

Yahoo!’s Kerngeschäft abzutrennen bzw. gleich ganz zu verkaufen wird wieder bis zu einem Jahr benötigen.

Wieso? „Da es fast genau die selbe Arbeit ist wie zuvor,“ sagt Goldmann. Das bedeutet Bilanzprüfungen, Verträge, Ablagen bei der SEC, Überprüfungen, Bestätigungen und vieles, vieles mehr.

Ganz nebenbei wird Yahoo! noch nicht einmal „zum Verkauf” angeboten, aber es ist gut möglich, dass jemand ein Angebot machen wird. Wird die Abtrennung von Yahoo!’s Kern von seinen Alibaba Anteilen mehr Zeit benötigen? „Nicht wirklich,“ meint Goldman. „Es ist ungefähr der selbe Aufwand.“ Also wird die neue Ausgliederung wieder eine Menge Zeit an Managementarbeit verschlingen. Und tausende Aktionäre von Yahoo!, für die die Abtrennung der Alibaba-Anteile nicht früh genug kommen konnte, müssen nun einfach aufs geradewohl warten. Aber das bedeutet voraussichtlich noch mehr.

Natürlich wird nicht jeder bleiben.

Yahoo! ist seit Monaten das reinste Talentsieb und weitere Abgänge sind alles andere als ungewiss. Warum? Da wären zuallererst eine Menge Leute, welche schon vor hatten zu gehen. Seit wir im letzten Monat mit einer Liste von über zwei Dutzend Kündigungen von Führungskräfte angefangen haben, sind es noch mehr geworden.

„Re/code“ berichtete erst kürzlich vom Abgang des Leitenden Angestellten im Bereich Medien, Rob Barrett. Aaron Crum, Vizepräsident in der Unternehmensentwicklung, verließ, wie verschiedene Quellen verlautbaren, auch vor kurzem Yahoo! (sein LinkedIn Profil sagt, dass er nun bei Atlassian als Leiter der Unternehmensentwicklung arbeitet). Auf jeden Fall wird sich auch eine neue Welle von Angestellten daran machen ihre Lebensläufe auf Vordermann zu bringen, seitdem Mayer kein Geheimnis mehr über Pläne von Kürzungen macht.

Mayer sagte erst kürzlich, dass sie das Unternehmen enger schnüren werde. Auch Goldman bestätigte, dass die Entscheidungen Mayers 2016 umgesetzt werden. So sagt Goldman weiter:

„Wir konzentrieren uns sehr auf die Rentabilität und den Cashflow.“

Oder anders gesagt: Es wird Einschnitte und Einsparungen geben – ohne dass Goldman Näheres verlautbaren ließ. Wir wissen, dass Mayer zusammen mit Beratern von McKinsey gearbeitet hat um zu entscheiden, was wegkommen kann und was bleiben soll. Quellen erzählten FORBES, dass die Berater von McKinsey über ein Jahr anwesend waren, aber Mayer ihre Vorschläge zu Einsparungen über Bord geworfen hat.

Um jetzt, unter dem Druck des Vorstands und der Aktionäre, Ergebnisse abzuliefern, werden erste Einschnitte höchstwahrscheinlich bald Realität. (So sagt ein Vertrauter: “Sie [McKinsey] schreiben Berichte und sie [Mayer] ignoriert sie. Dieses Mal ist der Vorstand stärker involviert.“) Eine Vielzahl hervorragender Angestellter wird sicherlich nicht großartig darüber nachdenken müssen, wenn sie wählen, ob sie das Unternehmen verlassen oder auf ein Kündigungsschreiben warten. Goldman hält dagegen, dass Yahoo! eine Menge guter Gründe bietet zu bleiben:

„Wir haben tolle Angebote für eine langfristige Mitarbeiterbindung, besonders in Bezug auf die Zuteilung von Aktienanteilen und so weiter. Ich denke, dass klare Vorstellungen über unsere Pläne mit Alibaba ein wichtiger Bindungsmechanismus sind.“ Zum letzten Punkt sollte eigentlich schon vorher Klarheit herrschen, was aber nicht viel geholfen hat.

Wie wird Yahoo! aussehen, wenn es „enger geschnürt“ ist?

Das weiß niemand so recht und Goldman wird es nicht sagen. Aber ein ungefährer Abriss könnte gemäß verschiedener Quellen in etwa so aussehen: Yahoo! spart an den ausschweifenden Ausflügen in die Medienlandschaft, seinen Bemühungen eine neue mobile Suchmaschine zu erschaffen und international. Es behält Tumblr, die Initiativen zu verschiedenen Syndikaten, seine Homepage, den Sport- und Finanzteil, sowie die Monetisierung von Suchanfrangen (welche von Microsoft und Google verwaltet wird).

Vorstandsmitglied Max Levchin verließ kürzlich den Vorstand, weil er mehr Zeit für sein eigenes Startup, Affirm, aufbringen will.

Quellen sagen, dass Levchin, welcher sich vor kurzem vom Yelp Board verabschiedet hat, schon seit längerem gehen wollte. In einer Email bestätigte Levchin, dass er versuchte, seine anderen Verpflichtungen seit dem Sommer zu reduzieren, aber bereit ist, diese noch soweit zu erfüllen, wie er sie akzeptiert hat. In einem Kommentar auf Twitter schrieb er:

„Es ist wichtig anzumerken, dass meine Entscheidungen grundsätzlich ein Bekenntnis an meinen Glauben, meine Begeisterung und meine tiefe Verpflichtung für mein verheißungsvollstes Unternehmen Affirm sind.“

Damit möchte er seine Unterstützung für Mayer und den Vorstand ausdrücken.

Das Management von Yahoo! hält daran fest, dass das Unternehmen heute besser da steht, als vor drei Jahren, als Mayer das Geschäft übernommen hat.

Goldman sagt dazu:

„Yahoo! ist ein Vorreiterunternehmen. Wir sind bezüglich der Beachtung seiner Entscheidungen die drittgrößte Internetfirma. Unsere Marke ist in der ganzen Welt bekannt und wir sind ein Unternehmen, welches respektiert und von seinen Mitarbeitern gemocht wird.“ Später fügt er hinzu: „Es hat sich vieles getan im Vergleich zu dem, was noch vor 3 Jahren existierte, als Marissa kam.“

Ach ja und all die Spekulationen, dass Mayer nach einem eleganten Abgang sucht, sind für Goldman nur eines, reine Spekulationen. So sagt er weiter:

„Ich habe noch nie einen CEO so hart, hingebungsvoll, engagiert, leidenschaftlich, intelligent und so sorgfältig arbeiten gesehen wie Marissa. Ich kann es mir hier nicht ohne sie vorstellen“.

Na gut, wir werden sehen wie lang sich das noch so hält.

Letztlich bleibt noch die Frage, was die Wall Street über die neuen Pläne denkt.

Pech gehabt. Yahoo!'s Anteile schlossen nach der Mitteilung am Mittwoch mit einem Minus von 1.3% und fielen im nachbörslichen Handel weiter. Diese Verluste waren annähernd gleich mit dem Absacken des gesamten Marktes. Dies hinterlässt dennoch beim Kerngeschäft von Yahoo! eine negative Wertung, wie wir es in diesem Artikel berichteten.

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