Ergebnisse der ersten Verhandlungswoche in Paris
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Michael Bloomberg: Wenn sich 400 Städte einigen können, warum sollten das dann nicht auch die Nationen können?

Die zweiwöchige Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris ist zur Hälfte vorbei und egal was noch passiert, es konnten schon klare Erfolge in zwei kritischen Bereichen erzielt werden

So wichtig eine globale Vereinbarung auch ist, die einflussreichsten Faktoren auf das Klima sind Städte und Unternehmen, und Vertreter beider Gruppen haben klar gemacht, dass sie nicht auf eine Vereinbarung warten werden, die, falls sie überhaupt kommt, erst 2020 einen Effekt erzielen würde.

Bürgermeister und offizielle Vertreter aus über 500 Städten haben in Paris ihren eigenen Gipfel (welchen die Bürgermeisterin von Paris Anne Hidalgo und ich zusammen veranstaltet haben) organisiert und besucht. Es war das erste mal, dass sich lokale Anführer während einer UN Klimakonferenz so zahlreich versammelt haben. Sie kamen nicht nur, damit ihre Stimmen von den Staatsoberhäupten gehört werden, sondern auch um ihre Entschlossenheit selbst zu handeln auszudrücken, und voneinander zu lernen und ihre besten Methoden auszutauschen.

Die Städte zeigen sich verantwortlich für 70 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Während einige Staatsoberhäupter über andere Staaten argumentieren, haben die Städte gemerkt, dass es auch in ihrem eigenen Interesse ist, wenn sie ihre Emissionen verringern. Letztlich helfen die Städte durch Verringerung ihrer Emissionen ihren eigenen Einwohnern länger und gesünder zu leben.

Wenn sie die Energieeffizienz ihrer Gebäude verbessern, dann sparen sie ihren Steuerzahlern Geld. Wenn sie in moderne CO2-arme Infrastruktur investieren, dann erhöhen sie den Lebensstandard ihrer Bewohner. Nimmt man das alles zusammen, dann werden die Städte dadurch für Unternehmen und Investoren attraktiver. Selbst wenn der Klimawandel keine Sorge wäre, so ist die Reduzierung von Emissionen eine intelligente Politik.

Die Stadtoberhäupter müssen nur selten von den Vorzügen klimabezogener Maßnahmen überzeugt werden, und in Paris haben sie sich selbst dazu verpflichtet mehr zu tun.

Bis Samstag haben mehr als 400 den Vertrag der Bürgermeister unterschrieben welcher sie dazu verpflichtet, sich ambitionierte Klimaziele zu setzen, einheitliche Messsysteme für Emissionen einzuführen und öffentlich über ihre Fortschritte zu berichten.

Wenn sich so viele Städte auf diese drei Maßnahmen einigen können, warum nicht die Nationen?

Der Vertrag der Bügermeister ist die beste Versicherung gegen einen Rückfall durch die zentralen Regierungen, und er ist — neben technischen Innovationen — die beste Hoffnung, die wir haben, um das Tempo des Wechsels in allen Regionen auf dieser Welt in den nächsten fünf Jahren anzuziehen.

Der private Sektor wird die technologischen Innovationen vorantreiben, doch ein Marktversagen bremst das Tempo künstlich: die Unfähigkeit von Investoren Unternehmen wertzuschätzen, die Risiken des Klimawandels übernehmen. Dies wird sich bald ändern.

Am Freitag kündigte Mark Carney, der Vorsitzende der Gruppe des 20er Finanzstabilitätsrats in Paris eine Task Force zur klimabezogenen finanziellen Offenlegung (welcher ich als Vorsitzender dienen werde) an. Carney erstellt diese industriegeführte Task Force, die auf der Arbeit anderer Organisationen in diesem Bereich aufbauen wird, um Transparenz in die undurchsichtigen Risiken des Klimawandels für die Weltmärkte zu bringen.

Anstieg des Meeresspiegels, Stürme, Dürren — sie alle haben schädlichen Einfluss auf die Geschäfte: verzögerte Schifffahrt, unterbrochenes Angebot und beschädigte Einrichtungen. Bislang verschließen Investoren noch oft ihre Augen vor den Risiken des Klimawandels.

Der Markt kann Unternehmen nicht angemessen wertschätzen, und Investoren können ihr Kapital nicht effektiv verteilen, wenn die Daten sie nicht mit den Risiken konfrontieren. Darüber hinaus hat die Zeit des Strukturwechsels weg von einer kohlenstoffreichen Industrie bei Unternehmen Einflüsse auf deren Wachstum und Beschäftigung.

Investoren sollten verlässliche Informationen erhalten, wie und wie sehr ein Unternehmen von diesem Wechsel betroffen ist. Dies erfordert einheitliche Mess- und Berichtssysteme, welche die Task Force erschaffen wird.

Um es deutlich auszudrücken: die Offenlegung wird freiwillig sein und die Task Force wird nicht versuchen die Gesetze zu ändern, was Unternehmen veröffentlichen müssen. Unser Ziel wird es sein die Offenlegung zu vereinfachen, zu vervollständigen und damit nützlicher für Unternehmen und Investoren zu machen.

Wir erwarten eine große Teilnahme des Finanzsektors, denn die wahren Vorzüge dieser Informationen gelten Finanzunternehmen und Investoren. Je bessere Daten diese haben, desto größer ist die Chance, dass sich die Marktvolatilität und Instabilität, die von der Klimaänderung und der entsprechenden Politik verursacht wird, abgemildert werden.

Die Arbeit, welche die Städte und Unternehmen machen, wird eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen. Letztlich wird keine globale Vereinbarung die Temperatur auf unserem Planeten davon abhalten sich um 2 °C zu erhöhen. Doch die erste Woche der Konferenz hat das Potenzial die Lücke zwischen dem, was die Nationen bereit sind zu tun und dem, was laut Wissenschaftlern nötig ist, um die schlimmsten Effekte des Klimawandels zu verhindern, zu verengen

Städte und Unternehmen können Reduktionen erreichen die weit über die Versprechen der Nationen hinaus gehen, und das wird die Zukunft des Planeten — und der Märkte — auf ein stärkeres Fundament stellen.

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