Was bedeutet auf Margen zu handeln?

Stellt euch das vor: Ihr sitzt am Blackjack Tisch und der Dealer legt ein Ass für euch. Natürlich würdet ihr euren Einsatz gerne erhöhen, doch es steht relativ schlecht um eure Reserven. Glücklicherweise bietet euch ein Freund an, 50 Dollar zu leihen und ihr zahlt es ihm später zurück. Verlockend, oder? Falls ihr Glück mit den Karten habt, könnt ihr einen großen Gewinn erzielen und eurem Freund die geliehenen 50 Dollar plus einen Bonus zurückzahlen. Doch was passiert, wenn ihr verliert? So werdet ihr nicht nur euren Einsatz verlieren, nein, ihr schuldet eurem Freund immer noch die 50 Dollar. Sich im Casino Geld zu leihen ist in etwa wie auf Steroide zu setzen: Der Einsatz ist hoch und das Potenzial für Profit dramatisch hoch. Im Gegenzug ist das Risiko für Verlust ziemlich gering.

Das Investieren in Margen ist nicht zwangsläufig Zocken. Doch man kann einige Paralelen zwischen dem Margenhandel und dem Casino ziehen. Margen sind eine risikoreiche Strategie, die einen extremen Profit erzielen kann, falls sie ordentlich vollzogen wird. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass man sein letztes Hemd verlieren könnte. Mehr Risiko als der Handel mit Margen birgt lediglich der Handel mit Margen ohne zu wissen, was man überhaupt tut. Diese Anleitung wird euch zeigen, was ihr wissen müsst.

Bevor ihr mit dem Lesen beginnt, könnt ihr auch gern einen Blick in das Tutorial für Aktien Grundlagen werfen.

Die Grundlagen

Der Kauf von Margen ist wie das Leihen von Geld von einem Broker, um damit Aktien einkaufen zu können. Man kann es sich wie einen Brokerage Kredit vorstellen. Der Margenhandel erlaubt es einem, mehr Anleihen zu kaufen, als man eigentlich finanziell in der Lage wäre. Um mit Margen handeln zu können, benötigt man ein Margenkonto. Dieser unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Geldkonto, in dem man mit dem sich auf dem Konto befindenden Geld handelt.

Das Margenkonto könnte ein Teil deines gewöhnlichen Bankkonto Vertrags sein, oder eine von diesem Konto völlig unabhängige Vereinbarung. Auf einem Margenkonto ist eine Einzahlung von mehr als 2000 Dollar notwendig, doch einige Broker verlangen mehr. Diese Kaution wird auch als Minimalmarge bezeichnet. Sobald das Konto eröffnet und aktiviert wurde, kann man sich bis zu 50% des Preises einer Aktie leihen. Dieser Teil des Kaufspreises ist auch als Initialmarge bekannt. Es ist wichtig zu wissen, dass man nicht ganz bis 50% gehen muss. Man kann auch weniger leihen, sagen wir 10% oder 25%. Man sollte beachten, dass einige Broker mehr als 50% des Preises einer Anleihe verlangen. Solange man alle Pflichten erfüllt, kann man die Leihe solange behalten wie man möchte. Wenn man eine Aktie in einem Margenkonto verkauft, erhält der Broker den Gewinn, bis die Leihe abbezahlt ist. Es gibt zudem eine Restriktion mit dem Namen Erhaltungsmarge, die das Minimum des Kontostands bezeichnet, den man besitzen muss, bevor man vom Broker dazu angehalten wird, mehr für die Leihe zu bezahlen oder Aktien zu verkaufen, um sie abbezahlen zu können. Dies nennt man einen Margencall. Hiermit werden wir uns in einem späteren Kapitel ausführlich befassen.

Das Leihen von Geld geschieht nicht ohne Kosten. Bedauerlicherweise sind Sicherheiten für Margen auf dem Konto zusätzlich. Zudem muss man eine Zinsrate auf die Leihe zahlen. Die Kosten für Zinsen werden eurem Konto hinzugefügt, solange ihr euch nicht zum Zahlen entscheidet. Mit der Zeit erhöhen sich die Zinsen, während sie gleichermaßen gegen einen laufen. Sobald die Schulden steigen, steigt auch die Zinsrate, und so weiter.

Deshalb werden Margen zum Großteil für kurzweilige Geschäfte genutzt. Je länger man eine Margeninvestition hält, desto größer ist der Umsatz, den es benötigt um ein gelungenes Geschäft daraus zu machen. Falls man eine Marge über eine sehr lange Zeit behält, so wird es immer unwahrscheinlicher, dass man einen Profit erzielt.

Nicht alle Aktien eignen sich für einen Margenhandel. Das Federal Reserve Board entscheidet, welche Aktien sich für einen Margenhandel eignen. Als eine Faustregel gilt, dass Broker es Kunden nicht erlauben, Aktien mit sehr geringem Wert über over-the-counter Bulletin Board (OTCBB) oder initial public offerings (IPOs) mit Margen zu handeln, denn bei dieser Art von Aktien gibt es sehr große von Tag-zu-Tag Risiken. Einzelne Brokerages können darüber hinaus entscheiden, spezielle Aktien nicht über Margen handeln zu lassen, weshalb man sich darüber informieren sollte, was für Beschränkungen es gibt, wenn man einen Margenkonto eröffnet.

Ein Beispiel für eine Kaufkraft

Lasst uns sagen, dass ihr 10.000 Dollar in euer Margenkonto anlegt. Weil ihr auf 50% des Kaufpreises geht, bedeutet es, dass ihr eine Kaufkraft von 20.000 Dollar habt. Falls ihr dann Aktien im Wert von 5000 Dollar kauft, so habt ihr immer noch 15.000 Dollar übrig. Ihr habt also genug Geld um diese Transaktion zu decken und sie begrenzt eure Marge nicht. Ihr leiht nur mehr Geld, wenn ihr Sicherheiten für mehr als 10.000 Dollar kauft.

Dies bringt uns an einen ganz wichtigen Punkt: Die Kaufkraft eines Margenkontos ändert sich täglich und ist abhängig vob der Preisbewegung von Margensicherheiten auf dem Konto. Später in dieser Anleitung werden wir sehen was passiert, wenn die Sicherheiten fallen oder steigen.

Warum nutzt man Margen?

ВEs geht dabei nur um Leverage. So wie Unternehmen Kredite aufnehmen, um in Projekte zu investieren, können Investoren Geld leihen und das Fremdkapital aufnehmen, das sie investieren wollen. Fremdkapital vergrößert jeden Aspekt, dass eine Aktie steigt. Falls man sich das richtige Investment greift, so können Margen den Gewinn extrem steigern.

Eine Initialmarge von 50% erlaubt es euch, doppelt so viele Aktien zu kaufen, wie ihr es ansonsten mit dem Geld auf eurem Konto tun könntet. Es ist leicht zu sehen, wie einfach man viel mehr Geld machen kann, wenn man ein Margenkonto benutzt. Wirklich bedeutend ist, ob die Aktien steigen oder nicht. Die Welt der Investitionen wird sich immer darum streiten, inwiefern es möglich ist, grundsätzlich Gewinnaktien auszuwählen. Wir werden hier zwar nicht auf diesen Diskurs eingehen, doch man kann es einfach halten und sagen, dass Margen einem die Chance auf einen viel größeren Gewinn geben.

Der beste Weg, um die Macht des Fremdkapitals aufzuzeigen, ist das folgende Beispiel. Stellen wir uns eine Situation vor, in der wir alle gerne sein möchten. Eine Situation, aus der sich riesige Gewinne ergeben:

Wir nehmen die Zahlen 20.000 Dollar für gekaufte Sicherheiten mit Margen von 10.000 Dollar an und einem Cash von 10.000 Dollar. Cory's Tequila Co. handelt mit 100 Dollar und du glaubst, dass es dramatisch ansteigen wird. Normalerweise könntest du dir 100 Anteile leisten (100x100 =10.000 Dollar). Doch seitdem du mit Margen handelst, kannst du dir 200 Anteile leisten (200x100=20.000 Dollar)

Cory's Tequila Co. stellt anschließend Jennifer Lopez als Werbefigut an und der Preis der Anleihen steigt um enorme 25%. Dein Investment ist nun 25.000 Dollar wert (200 shares x 125 Dollar) und du entschließt dich, auszusteigen. Nachdem du deinem Broker die ursprünglich geliehenen 10.000 Dollar zurückgezahlt hast, bekommst du 15.000 Dollar und 5.000 Dollar als Profit. Das ergibt einen Umsatz von 50%, auch wenn die Aktie eigentlich nur um 25% gestiegen ist. Ihr solltet bedenken, dass wir aufgrund der Einfachheit des Beispiels weder die Kontokommissionen, noch die Zinsraten eingerechnet haben. Andererseits würden die Kosten hierfür von eurem Profit abgezogen werden.

Der gefürchtete Margencall

Auf unbeständigen Märkten können die Preise sehr schnell fallen. Falls das Eigenkapital (der Wert der Sicherheiten, die man einem Broker schuldet) auf deinem Konto unter die Haltungsmarge fallen, wird der Broker einen “Margencall” benutzen. Ein Margencall zwingt den Investor dazu, seine Position in der Aktie entweder zu liquiditieren oder mehr Geld in das Konto einzuzahlen.

Und so funktioniert es. Sagen wir, dass man Sicherheiten im Wert von 20.000 Dollar kauft, indem man sich 10.000 Dollar vom Broker leiht und 10.000 Dollar eigenständig bezahlt. Falls der Marktwert der Sicherheiten auf 15.000 Dollar fällt, so fällt auch die Equität deines Kontos auf 5.000 Dollar (15.000 – 10.000 = 5000). Falls man von einer Bewahrung von 25% ausgeht, so muss du 3.750 Dollar Eigenkapital auf deinem Konto haben (25% von 15.000 Dollar = 3.750). Dennoch kommt man in dieser Situation gut weg, denn das Eigenkapital von 5.000 Dollar auf deinem Konto ist größer als die Bewahrungsmarge von 3.750 Dollar. Doch wenn man davon ausgeht, dass der Bewahrungssatz auf deinem Konto 40% statt 25% ist, so ist das Eigenkapital von 5.000 Dollar geringer als die Bewahrungsmarge von 6.000 Dollar (40% von 15.000 Dollar = 6.000 Dollar). Als Resultat wird dein Broker wahrscheinlich einen Margincall tätigen.

Falls man aus irgendeinem Grund nie auf einen Margincall trifft, so hat der Broker das Recht deine Sicherheiten zu verkaufen, um das Eigenkapital auf deinem Konto zu steigern, so dass man über dem Bewahrungskapital liegt. Noch gruseliger ist die Tatsache, dass der Broker dir nicht einmal bescheid geben muss, dass er die Sicherheiten verkauft! Die meisten Margenverträge besagen, dass ein Broker dich nicht informieren muss, bevor er einen Margencall tätigt. Man kann nicht einmal kontrollieren, welche Aktien aufgrund des Margencalls verkauft werden.

Deshalb ist es von enormer Bedeutung, dass man den Margenvertrag des Brokers mit großer Sorgfalt liest, bevor man mit dem Investieren beginnt. Der Vertrag regelt die Bedingungen des Margenkontos, und beinhaltet: die Berechnung der Zinssätze, deine Pflichten vor der Rückzahlung und wie sich die Kosten der Sicherheiten auf den letztendlichen Gewinn auswirken.

Die Risiken

Mittlerweile sollte klar sein dass Margenkontos Risiken bergen und nicht für jedermann sind. Fremdkapital ist ein zweischneidiges Schwert und kann zu großen Verlusten führen. Und in der Tat ist eine der Definitionen für Risiko die Wahrscheinlichkeit für einen unvorteilhaften Umschwung im Preis. Weil Fremdkapital diese Wahrscheinlichkeit verstärkt, erhöht sich auch dein Risiko für Verluste.

Um zu unserem Beispiel der unglaublichen Gewinne zurückzukommen, lasst uns davon ausgehen, dass unsere Anleihen nicht um 25% steigen, sondern ganz im Gegensatz dazu um 25% fallen. Dann wäre unser Investment nur 15.000 Dollar (200 Anteile x 75 Dollar) wert. Man verkauft die Anteile, gibt dem Broker die 10.000 Dollar zurück und geht mit 5.000 Dollar nach Hause. Das ist ein Verlust um 50%, plus Kommissionen und Zinsen.

Ihr denkt, ein Verlust von 50% ist schlimm? Es kann sogar noch sehr viel schlimmer kommen. Auf Margen zu kaufen ist das einzige auf Aktien basierende Geschäft, bei dem man mehr Geld verlieren kann, als man investiert hat. Ein Fall von 50% oder mehr wird dazu führen, dass man mehr als 100% verliert, plus Kommissionen und Zinsen auf der Spitze des Eisbergs.

Bei einem Geldkonto gibt es immer die Möglichkeit, dass die Aktien noch einmal ins Positive umschlagen werden. Falls sich die Grundsätze eines Unternehmens nicht ändern, so kann man darauf hoffen, dass es sich wieder erholen wird. Und selbst dann sind Verluste nur Verluste auf dem Papier, solang man sie nicht verkauft hat. Doch sobald man recallt, kann ein Broker deine eigenen Sicherheiten verkaufen, falls der Preis der Aktie zu sehr fällt. Das bedeutet, dass deine Verluste engesperrt sind und es einem nicht mehr möglich ist, noch Gewinne in der Zukunft aus ihnen zu erzielen.

Falls ihr neu beim Investieren seid, so würden wir euch dringlichst empfehlen, euch von Margen fernzuhalten. Selbs wenn ihr euch bereit für den Handel mit Margen fühlt, so solltet ihr beachten, dass ihr nicht die vollen 50% zahlen müsst. Was auch immer ihr tut, investiert lediglich mit Risikokapital in Margen. Risikokapital ist Geld, dessen Verlust ihr euch leisten könnt.

Hier kommt der Schlusssatz zum Handel auf Margen: Es ist sehr wahrscheinlich, dass ihr viel Geld verliert (oder gewinnt) wenn ihr in Margen investiert.

Lesen Sie auch:
Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.