Das Timing eines Leerverkaufs ist von entscheidender Bedeutung, da Aktienwerte in der Regel weitaus schneller fallen als sie steigen. Ein erheblicher Zuwachs eines Aktienwertes über mehrere Jahre kann infolge der Verfehlung von Gewinnzielen oder anderen negativen Entwicklungen innerhalb von Wochen verloren gehen. Folglich könnte ein Händler, der erst zu spät einen Leerverkauf initiiert, einen gewichtigen Teil eines Kursrückganges verpassen. Andererseits kann es schwierig werden, eine Short-Position zu halten, wenn man sich zu früh bewegt, vor allem im Fall eines weiterhin steigenden Kurses.

Zu den Situationen, in denen die Chancen erfolgreicher Leerverkäufe besser stehen, gehören Folgende:

  • Im bärischen Marktumfeld. Der Haupttrend des Aktienmarkts in pessimistischem Umfeld führt nach unten. Folglich haben Trader, die nach der Devise 'the trend is your friend' handeln, in einem fortgesetzt pessimistischen Marktumfeld bessere Chancen auf einen profitablen Leerverkauf, als dies in einer stabil optimistischen Phase der Fall wäre. Leerverkäufer sind dann besonders erfolgreich, wenn sich der Markteinbruch schnell, tief und umfangreich vollzieht – wie beim weltweiten Bärenmarkt 2008/09 – weil sie in solchen Phasen umfangreiche Gewinne erzielen können.
  • Wenn Fundamentaldaten von Aktien oder Märkten nachlassen. Nachlassende Fundamentaldaten bedeuten für einen Aktienwert eine Verlangsamung des Umsatz- oder Gewinnwachstums, wachsende Herausforderungen für das Geschäftsmodell, steigende Kosten die den Margendruck erhöhen, und so weiter. Für den breiten Markt könnten sich verschlechternde Fundamentaldaten eine Reihe schwächerer Wirtschaftsdaten zur Folge haben, die eine mögliche Konjunkturdelle andeuten oder pessimistische technische Fundamentaldaten wie das Erreichen neuer Höchststände bei abnehmendem Volumen, abnehmende Marktbreite, etc. Erfahrene Leerverkäufer könnten es unter Umständen vorziehen zu warten, bis sich ein Negativtrend verfestigt, bevor sie Leerverkäufe initiieren, anstatt sich bereits in Annahme von Abwärtsbewegungen dazu zu entschließen. Das liegt an dem Risiko, dass ein Aktienmarkt unter Umständen angesichts nachlassender Fundamentaldaten noch Wochen oder Monate nach oben tendieren kann, wie es typischerweise im finalen Stadium eines Bullenmarktes der Fall ist.
  • Technische Indikatoren bestätigen den Abwärtstrend. Leerverkäufe könnten auch dann bessere Aussichten auf Erfolg haben, wenn der Negativtrend von einer Reihe technischer Indikatoren bestätigt wird. Das könnte zum Beispiel der Fall unter ein wichtiges langfristiges Kursziel sein, eine pessimistische Entwicklung des gleitenden Kursdurchschnitts wie das 'Death Cross' (welche vorliegt, wenn der 50-Tages gleitende Kursdurchschnitt [MA] unter den 200-Tages MA fällt), pessimistische Divergenzen, etc.

Der optimale Zeitpunkt für Leerverkäufe liegt dann vor, wenn es ein Zusammentreffen der obigen Faktoren gibt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist in der Frühphase eines Bärenmarktes besonders hoch, welche sich in der Regel nach dem Erreichen neuer Höchststände im Markt abzeichnet.

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