Anleger die ihrer pessimistischen Einschätzung bezüglich einer Aktie, Branche oder der allgemeinen Marktlage entsprechend handeln wollen, haben einige Alternativen zu Leerverkäufen: Verkaufsoptionen und inverse börsengehandelte Fonds (ETFs).

Put-Optionen oder Verkaufsoptionen

Verkaufsoptionen sind eine weniger riskante Möglichkeit als Leerverkäufe, um auf Grundlage pessimistischer Aussichten zu spekulieren oder sich gegen Abwärtsrisiken abzusichern. Der Erwerb einer Verkaufsoption überträgt dem Käufer das Recht, vor oder mit Ablauf der Verkaufsoption den entsprechenden Basiswert zum vereinbarten Ausübungspreis zu verkaufen. Sollte der Basiswert bei Fälligkeit unter dem Ausübungspreis gehandelt werden, wird die Verkaufsoption an Wert gewinnen. Wenn allerdings der Basiswert bis zur Fälligkeit über den Ausübungspreis steigt, wird die Option ablaufen und wertlos sein.

Drei Vorteile des Erwerbs einer Kaufoption im Vergleich zum Abschluss eines Leerverkaufs sind:

  1. Verkaufsoptionen haben im Vergleich zum Leerverkauf ein weitaus besseres Risiko-Ertrags-Profil, wobei sich die Risiken auf die zu zahlende Prämie beschränken und hohe Erträge möglich sind. Nehmen wir einmal an, eine einmonatige Verkaufsoption wird für eine Aktie mit einem Handelspreis von 12 Dollar zu einem Ausübungspreis von 8 Dollar und einer Prämie von 0,25 Dollar erworben. Warum sollte ein Händler eine derart weit unter dem Marktpreis liegende Option kaufen? Vielleicht weil der Trader darauf spekuliert, dass ein kurzfristiges äußerst negatives Ereignis den Aktienkurs scharf einbrechen lassen wird. Gehen wir davon aus, dass das Unternehmen innerhalb der nächsten Wochen dramatisch schlechte Gewinne vermeldet und die Aktie auf 3 Dollar abstürzt. Die Verkaufsoptionen würden nun zu einem Minimalpreis von 5 Dollar gehandelt (Ausübungspreis von 8 Dollar – aktuellem Kurs von 3 Dollar), was eine 20-fache Rendite der ursprünglichen Investition bedeuten würde. Ein Händler der 10 Verkaufsoptionen-Kontrakte in einem Ausgangsvolumen von 250 Dollar erworben hätte, würde für dieses Geschäft 5000 Dollar einstreichen und dabei lediglich die 250 Dollar an gezahlten Prämien riskieren.
  2. Verkaufsoptionen haben viele der mit Leerverkäufen verbundenen Kosten und Risiken nicht. Anders als Leerverkäufe müssen erworbene Verkaufsoptionen keine Margen bieten (obwohl die Herausgeber von Verkaufsoptionen das tun müssen) und sind nicht den den Kosten schwer zu beleihender Aktien, Dividendenzahlungen, kurzfristigen Engpässen oder Beteiligungen ausgesetzt, wie das bei Leerverkäufern der Fall ist.
  3. Verkaufsoptionen können direkt dazu eingesetzt werden, Abwärtsrisiken langfristiger Positionen bestimmter Aktienwerte, eines ganzen Portfolios oder des Gesamtmarktes abzusichern. Leerverkäufe sind bestenfalls eine indirekte Möglichkeit, sich gegen langfristige Risiken abzusichern.

Inverse ETFs

Bei den inversen börsengehandelten Fonds handelt es sich um ETFs, die auf tägliche Anlagerenditen ausgerichtet sind, die mit dem Kehrwert der täglichen Performance einer Sicherheit korrespondieren, wie zum Beispiel eines Branchen- oder Marktindexes, eines Rohstoffes oder einer Währung. Gehebelte inverse ETFs bieten den doppelten oder dreifachen Kehrwert einer Tagesrendite.

Während inverse ETFs aufgrund ihrer geringeren Kosten und besseren Risikoprofile unter Umständen eine bessere Alternative zu reinen Leerverkäufen darstellen, können sie nicht direkt zur Absicherung der Abwärtsrisiken eines bestimmten Aktienwertes eingesetzt werden. Generell sind absichernde Verkaufsoptionen für den durchschnittlichen Anleger aufgrund ihrer Einfachheit und des unkomplizierten Risiko-Ertrags-Profils besser überschau- und nutzbar.

Lesen Sie auch:
Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.