Finanzielles Scheitern oder Geschichten von erfolglosen Tradern im Aktienhandel sind nichts Ungewöhnliches. Aktien mit stabiler Profitabilität zu handeln ist äußerst schwierig. Die geschätzte Fehlerquote liegt bei mindestens 90%, wenn es um kurzfristige Anlageformen wie den Tageshandel geht.

Es gibt viele Gründe, warum diese Fehlerquote so hoch liegt, darunter die folgenden:

  • Die meisten neuen Trader steigen mit zu wenig Kapital ein, und die Erwartung, dass sie ihre Rechnungen mit Handelserträgen bestreiten können, wird oftmals nicht erfüllt.
  • Viele Händler, und hier vor allem neue Trader, steigen ohne einen schlüssigen Plan oder eine Handelsstrategie ein.
  • Die Unberechenbarkeit der Märkte, vor allem deren kurzfristige Schwankungen.
  • Die hohe Anzahl gewerbsmäßiger und finanzieller Betrügereien und Täuschungen bei börsennotierten Unternehmen.
  • Kaum kontrollierte Werbeanzeigen und voreingenommene, aggressive Werbekampagnen im Zusammenhang mit Trading, Maklergebühren und Auswahlstrategien für Aktien.
  • Weitestgehend unregulierte Publikationen, die mitunter nicht zutreffen, sowie schlecht vorbereitete Kurse, die oftmals nicht glaubwürdig sind und von Händlern besucht werden die hoffen, mit Börsengeschäften reich zu werden.
  • Die Gewährung umfassender Bewerbung falscher oder zweifelhafter Handelsmethoden für Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Devisen.

Es ist offensichtlich, dass die Aktienspekulation eine riskante und komplexe Beschäftigung ist, da die Marktbewegungen generell unberechenbar sind und es ihnen mitunter an Transparenz mangelt. Das entwertet jedoch keineswegs die wahren und gut dokumentierten Beispiele großer Erfolge und nachhaltiger Profitabilität vieler individueller Aktienhändler und Aktienhandelsorganisationen in der Börsengeschichte.

Doch in jeder Situation existiert auch das Gegenteil, was vor allem im Hinblick auf Trader zutrifft. Erfolgreichen Tradern, die mit der nötigen Zurückhaltung handeln, stehen immer auch jene gegenüber, die exzessiv traden ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass sie auf sichere Verluste zusteuern...und sich ihr Geld in der tiefblauen Ferne verflüchtigen wird.

Over-Trader

Over-trading ist der exzessive Kauf und Verkauf von Wertpapieren durch einen Anleger, um so die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Geschäfte zu erhöhen. Es handelt sich hier um ein Leiden, dass sich nur schwer selbst feststellen lässt, was es zu einer sehr beliebten Möglichkeit des Pleitegehens macht.

Viele Händler merken es problemlos bei anderen, aber nicht bei sich selbst. Over-trading ist ein psychologisches Problem, das Profite auffrisst und Handelskapital vernichtet.

Bei vielen Händlern sind die beiden Hauptgründe für Over-trading zum einen die Notwendigkeit, dem Markt hinterherzujagen um erlittene Verluste auszugleichen, und zum anderen der Wunsch, beschäftigt zu wirken. Ersterer führt auf direktem Weg zum Zocken. Und letzterer ist für den Händler in der Regel mit erheblichen Kosten verbunden.

Zwei Typen von Over-Tradern:

Typ l: Funktionale Over-Trader

Neulinge im Handelsgeschäft begründen ihre Maßnahmen mit den Funktionsweisen dieses Gebiets. Viele von ihnen finden bestimmte Abläufe, die sie für sich nutzen können. Dann legen sie vorgegebene Positionen an und suchen nach bestimmten Indikatoren, die ihre Entscheidungen zu bestätigen scheinen.

Typ ll: Impulsive Over-Trader

Händler, die sich auf nicht-statistische oder nicht-mathematische Daten stützen, verlassen sich oftmals auf die Meinung Anderer, die Nachrichten, ihre persönlichen Beobachtungen und Vorahnungen und Ratschläge sogenannter Experten oder Gurus. Das Problem besteht hier darin, dass diese belastbare Daten nicht ersetzen können und es wegen ihnen jedem beliebigen Over-Trader schwerfällt, die Füße stillzuhalten. Sie können Untätigkeit nicht ausstehen und müssen deshalb ihren Handelsimpuls befriedigen. Der Mangel an Verständnis belastbarer Indikatoren und ausreichendem technischen Wissen wird vielen Händlern zum Verhängnis.

Pseudo-informierte Trader

Sie handeln spät und müssen dann Verluste hinnehmen, weil sie tendenziell kaufen, wenn die Preise bereits hoch und verkaufen, wenn sie schon wieder gefallen sind.

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