Wenn es um Tagesgeschäfte oder langwährendes Handeln geht, sind grundlegende und technische Formen von Analysen zwei der am meisten genutzten Methoden, die auftreten. Diese Methoden nutzen dieselben Daten, doch die Weise, auf die sie jene nutzen, sind komplett verschieden. Es ist möglich, diese beiden Methoden zusammen zu nutzen, doch es ist wahrscheinlicher, dass sich ein Händler für eine von ihnen entscheidet.

Fundamentale Trader

Fundamentale Trader glauben, dass der Markt auf bestimmte Ereignisse auf eine bestimmte Weise reagieren wird, und dass sich die zukünftigen Marktpreise voraussagen lassen.

Falls ein Unternehmen beispielsweise eine regulatorische Genehmigung für ein neues Produkt erhält, so geht der fundamentale Händler davon aus, dass der Aktienwert des Unternehmens steigen wird. Hat ein Unternehmen umgekehrt einen finanziellen Skandal, so wird der fundamentale Händler davon ausgehen, dass der Wert der Aktien sinkt.

Fundamentale Händler müssen jegliche Informationen erhalten, sobald diese verfügbar sind und deshalb verfügen institutionelle Händler häufig über große unterstützende Teams. Fundamentale Analysen sind so alt wie Handelsgeschäfte selbst und besitzt eine Geschichte der manuellen Durchführung, doch seitdem Computer immer mehr an Bedeutung gewonnen haben, werden fundamentale Informationen automatisch bearbeitet. Beispiele für Daten, die wichtig für fundamentales Handeln sind:

  • Wirtschaftsberichte
  • Politische Faktoren

Warum fundamentale Händler glauben, dass ihre Methode die beste ist: Viele fundamentale Trader denken, dass technisches Handeln zu kompliziert ist. Fundamental agierende Investoren betrachten Grafiken als nichts bedeutenderes als einen Geist wahrer Fakten und Zahlen. Sie ziehen es vor, sich auf die Erträge, Profite, Zahlungsbewegungen und Sicherheiten von Unternehmen zu verlassen. Fundamentale Händler betrachten zudem neue Produkte, Brokerageberichte und Statistiken von Regierungen.

Die Kehrseite: Die fundamentale Sichtweise ist alles andere als in Stein gemeißelt. Die sogenannten konkreten Zahlen können auf verschiedene Weisen manipuliert, angepasst und interpretiert werden. Oftmals besitzt die Mehrheit recht bzw einen größeren Einfluss, wenn es um die Preisbildung geht. Oft hört man in den Nachrichten, dass Aktien wegen eines besonderen Berichts oder Ereignisses an Wert gewinnen oder verlieren. Eine Laune des Markts ist es, dass die meisten Händler eine Folge-dem-Führenden Strategie spielen und nur wenig davon wissen, wie fundamentale Faktoren die Preisbewegung beeinflussen. Es ist unannehmbar, dass die meisten Investoren fundamentale Daten auf die gleichen Weisen interpretieren.

Technische Trader

Technische Trader nutzen Aktiengrafiken; in anderen Worten, Handelsinformationen, wie etwa frühere Preise oder Handelsvolumen sowie mathematische Indikatoren, um Handelsentscheidungen zu treffen. Diese Art von Aktienhändlern verlässt sich auf Faktoren wie Impulse, Muster und Durchschnittswerte, etc. Die grundlegende Voraussetzung ist, dass alles von Angebot und Nachfrage abhängt, nichts ist wichtiger als das.

Bestimmte Bedingungen und Preisbeziehungen geschehen regulär, wenn sie von einer technischen Perspektive aus betrachtet werden. Muster wie Kopf und Schultern, Höhe- und Tiefpunkte, doppelte-, und dreifache Spitzen sowie Preiskanäle und Dreiecke tauchen häufig auf. Neben Preiszusammenbrüchen, höheren Tiefen und tieferen Höhen, misst sich der Preis vor allem an sich selbst. Bestärkende und widerstrebende Preisfaktoren funktionieren wie Magneten. Aktienpreise messen sich vor allem an früheren Preisbewegungen. Der Ertrag bestimmt die vorherige Preisbewegung, wodurch sich ein bestimmter Trend im Preis ausmachen lässt.

Diese Informationen werden für gewöhnlich in Grafiken dargestellt und in Echtzeit während eines Handelstages aktualisiert. Technische Händler glauben, dass jegliche Informationen über einen Markt schon Teil der Preisbewegungen sind, so dass sie keinerlei weitere fundamentalen Informationen benötigen (wie etwa Ertragsberichte). In vielen Fällen sind Privathändler technische Händler.

Moderne technische Analysen werden gewöhnlich von Händlern durchgeführt, die ihre Grafiken interpretieren, können aber auch automatisiert werden, da sie mathematisch sind. Manche Händler bevorzugen automatische Analysen, da es die emotionalen Komponenten des Handelns außer Acht lässt und es ihnen erlaubt, Handelsgeschäfte auf der Grundlage reiner Handelsfaktoren zu treffen.

Zuweilen hat der technische Trader vermutlich nur wenig oder gar keine Ahnung davon, was ein Unternehmen tut, wer das Management ist, wie viele Abteilungen sie besitzen oder wo sie ihren Sitz haben. Der Händler hat lediglich die einfache Konklusion von dem, was auf der Aktiengrafik abgebildet ist.

Dieser Handelstyp kann auf jedes finanzielle Instrument auf jedem Markt der Welt angewendet werden. Sobald technische Händler über ein grundlegendes Verständnis verfügen und wissen, wie sie Graphiken zu interpretieren haben, so müssen sie nur noch verstehen, wie einzelne Nuancen des speziellen Markts, auf dem sie handeln möchten, funktionieren.

Die Qual der Wahl

Es ist wichtig zu beachten, dass manche Händler glauben, dass fundamentales oder technisches Handeln als alleinstehende Strategien funktionieren können. Doch die Wahrheit kann etwas komplizierter sein: Jede Art des Handelns profitiert von der jeweils anderen.

Warum technische Trader fundamentale Trader benötigen: Jegliches technisches Handeln wird vollzogen, indem Preise in der jeweiligen Umgebung mit Preisen der vorherigen Umgebung verglichen werden. Höhepunkte, Tiefpunkte, Durchschnittswerte, Trends und Preismuster machen das Arsenal aus, mit dem Händler Entscheidungen treffen.

Keine der Preisveränderungen könnte entstehen, ohne dass Investoren fundamentale Dinge nutzen, um Entscheidungen zu treffen. Dies führt dazu, dass alle Zahlen und Vergleichswerte zu früheren Zahlen herangezogen werden. Dies würde das Argument bestätigen, dass fundamental agierende Investoren die Grundlage für das technische Handeln bieten.

Falls alle Entscheidungen für Käufe und Verkäufe ohne die fundamentalen Aspekte, wie etwa jährliche Berichte, Unternehmensnews und das Klima der Regierungsstatistiken getroffen werden würden, so würde es nur eine geringe oder gar keine Basis geben, um eine gerechtfertigte Entscheidung treffen zu können.

Deshalb scheint es, als wenn fundamentale Trader alleine agieren könnten und technische Händler zu einer Art verlängerten Arm fundamentaler Händler werden, ohne dass sie deren Handlungsweise nachvollziehen können. Um es mit anderen Worten zu sagen, kamen fundamentale Händler zuerst und die technischen Analysen werden lediglich von ihnen abgeleitet.

Was fundamentale Trader von technischen Tradern lernen können: Man kann die fundamentalen Aspekte analysieren, solange jeder Fakt und jede Statistik sinn ergibt. Doch dies wird einem nicht sagen, wie der Preis in der Zukunft aussehen wird. Solange die meisten Investoren die fundamentale Analyse bevorzugen werden, werden technische Händler eine Grundlage für ihre analytischen Methoden besitzen.

Hochfrequenz-Trader

Hochfrequenz-Trader sind technische Händler, die komplexe Algorithmen nutzen, um eine Vielzahl an Märkten zu analysieren und Geschäfte auszuführen, die von einer Reihe von Marktbedingungen abhängen. Typischerweise sind die schnellsten Händler gegenüber langsamen Händlern erfolgreicher. Normalerweise nutzen sie eine Programmplattform, die starke Computer nutze, um eine Reihe an Aufträgen innerhalb kürzester Zeit abzuarbeiten.

Viele Hochfrequenzhändler bieten Liquidität und Preisentdeckung der Märkte durch Schaffung der Märkte und arbiträres Handeln. Hochfrequenzhändler nutzen Liquidität, um Risiken zu managen oder Erträge einzufrieren.

Hochfrequenzhandeln (HFT) bezeichnet die Nutzung von sophistischen Technologien und Computeralgorithmen, um mit rasanter Geschwindigkeit Sicherheiten handeln zu können. HFT nutzt urheberrechtlich geschützte Handelsstrategien, die von Computern geschaffen wurden, um Positionen binnen von Sekunden verschieben zu können. Hochfrequenzhändler verlassen sich auf hochentwickelte Computersysteme.

Es gibt zwei Arten des Hochfrequenzhandelns:

  • Ausführendes Handeln – Wenn ein Auftrag (oftmals ein großer) durch einen Computeralgorithmus bearbeitet wird. Dieses Programm wurde geschaffen, um den bestmöglichen Preis zu generieren. Es kann den Auftrag in viele kleinere Teile aufspalten und diese zu verschiedenen Zeitpunkten bearbeiten.
  • Das “Setup” – Der zweite Typ des Hochfrequenzhandelns bearbeitet keinen bereits bestehenden Auftrag, sondern filtert kleinere Möglichkeiten zu Geschäften heraus. Dies geschieht anhand programmierter Faktoren. Dies wird auch als „setup“ bezeichnet, wie wenn ein Händler ein bestimmtes Muster als profitabel befindet und dies geschieht oftmals durch Handelssignale wie technische Indikatoren oder potenzielle Katalysatoren (market mover).

Hochfrequenzhandeln ist quantitative Handeln, dass durch kurze portfoliohaltende Zeitpunkte charakterisiert wird. Alle Entscheidung zur Verteilung von Portfolios werden durch computerisierte quantitative Modelle getroffen. Der Erfolg von Hochfrequenz-Handelsstrategien wird größtenteils durch die simultane Bearbeitung eines enormen Datenvolumens in rasanter Geschwindigkeit hervorgerufen, was durch Menschen niemals in dieser Geschwindigkeit durchgeführt werden könnte. Die Algorithmen werden von ihren Besitzern streng geschützt und sind auch unter dem Namen „Algos“ bekannt.

Strategien des Hochfrequenzhandelns

Hochfrequenzhändler bewegen sich auf dem Markt im schnellen Greifen und Fallenlassen von kurzweiligen Positionen und zielen manchmal auch lediglich auf Centbeträge in einzelnen Geschäften ab. Hochfrequenzhändler häufen weder Positionen an, noch halten sie die Portfolios über Nacht; sie konkurrieren mit anderen Hochfrequenzhändlern, statt mit Langzeitinvestoren. Als Resultat dessen haben Hochfrequenzhändler das Potenzial für eine Sharpe Ratio (ein Maßstab für Risiko und Ertrag), das tausendfach höher ist als das von gewöhnlichen Händlern.

Hochfrequenzhändler handeln häufig in Ausführungen von Aktienfonds wie dem E-mini S&P, weil sie nach Beständigkeit und Risikominderung genauso trachten wie nach einer großartigen Leistung. Sie müssen die Marktdaten filtern und in ihrem Computersystem bzw. dem Algorithmus verarbeiten, so dass sie über die höchste Liquidität verfügen, um Profite herauszuholen und Verluste zu verhindern. Mit einer hohen Volatilität dieser Märkte wird dieses Unterfangen zu einem komplexen und niemals verendenden Mikrokosmos, indem bereits der kleinste Fehler zu riesigen Verlusten führen kann. Absolute Frequenzdaten fließen in die Ausführungen der vorprogrammierten Systeme mit ein.

Probleme beim Hochfrequenz-Trading (HFT)

Die Auswirkungen der Algorithmen und des Hochfrequenzhandelns sind der Gegenstand laufender Forschungen.

Bewusst oder unbewusst, Hochfrequenzhändler haben festgestellt, dass sie andere Investoren im wahren Marktpreis sabotieren können, was schnell zu einer ihrer gefährlichsten Waffen in der Konkurrenz mit gewöhnlichen Investoren wurde. Hochfrequenzhändler können sich das technische Equipment leisten, um ganz sicher zu gehen, dass sie die ersten sind, die den „wahren“ Marktpreis sehen. Der Rest der Händler ist gewissermaßen auf Trends und die Preise von gestern angewiesen, so dass eine Sekunde im Feld des Hochfrequenzhandelns wirkt wie ein ganzer Börsentag.

Ein Beispiel für HFT

Ein Beispiel für einen Auftrag kann dabei helfen, die kurzzeitigen Fluktuationen und die Liquidität in den Preistrends besser nach zu vollziehen. Flashorders werden typischerweise etwa eine Sekunde an Aufträge gesendet, bevor diese an eine breitere Masse gesendet werden.

Die Geschwindigkeit von Flashorders kann dem Händler beim Aufgeben des Auftrags einiges an Geld sparen, wenn auch nur den geringsten Betrag, während sie HFT Unternehmen zudem die Möglichkeiten auf weiteren Profit einräumt.

Fazit

Akteure der Finanzindustrie räumen dem Hochfrequenzhandel häufig ein, dass er die Marktliquidität erhöhe, preislich geringe Aufträge handelt, die Volatilität senkt und das Investieren für alle Akteure günstiger macht.

Lesen Sie auch:
Bitte beschreiben Sie den Fehler
Schließen
Schließen
Vielen Dank für ihre Anmeldung
Klicken Sie 'gefällt mir' auf Facebook, so dass wir interessante Artikel kostenlos weiter machen können.