Ganz grundsätzlich ist eine Aktie ein Anteil am Besitz eines Unternehmens. Eine Aktie bedeutet einen Anspruch auf die Vermögenswerte und Gewinne eines Unternehmens. Je mehr Aktien man erwirbt, desto größer wird der Eigentumsanteil am Unternehmen. Egal ob man es Anteile, Stammaktien oder Aktien nennt, es bedeutet alles dasselbe.

Ein Besitzer sein

Die Aktie eines Unternehmens zu halten bedeutet, einer der vielen Besitzer (Anteilseigners) eines Unternehmens zu sein, und als solcher hat man einen Anspruch (einer in der Regel allerdings äußerst kleinen) auf alle Besitztümer des Unternehmens. Genau, dies bedeutet, dass man theoretisch einen winzigen Teil jedes Möbelstücks, jeder Marke und jedes Vertrags des Unternehmens besitzt. Als ein Besitzer hat man ein Recht auf seinen Anteil an den Profiten des Unternehmens sowie auf alle mit den Aktien verbundenen Stimmrechte.

Ein Anteil wird repräsentiert durch ein Aktienzertifikat. Das ist ein schickes Stück Papier,welches als Beleg der Eignerschaft dient. Im heutigen Computerzeitalter wird man dieses Dokument nicht mehr tatsächlich zu Gesicht bekommen, weil die Maklerfirma diese Verzeichnisse elektronisch führt, was auch unter der Bezeichnung, die Aktien "im Straßennamen halten" bekannt ist. Das wird so gehalten, um den Handel mit Aktien zu vereinfachen. Wenn in der Vergangenheit eine Person ihre Aktien verkaufen wollte, musste diese Person die Zertifikate physisch in die Maklerfirma bringen. Heutzutage macht das Handeln per Mausklick oder Anruf allen das Leben leichter.

Aktionär eines börsennotierten Unternehmens zu sein bedeutet allerdings nicht, dass man das Recht hat sich in das Tagesgeschäft einzumischen. Stattdessen ist eine Stimme je Aktie bei der Wahl des Vorstandes im Rahmen jährlich stattfindender Versammlungen das Ausmaß, in dem man sich im Unternehmen Gehör verschaffen kann. Ein Microsoft-Aktionär zu sein bedeutet beispielsweise nicht, dass man Bill Gates anrufen und ihm mitteilen kann, wie nach eigener Ansicht das Unternehmen geführt werden sollte. Ganz ähnlich hat ein Aktionär bei Anheuser Busch zu sein nicht zur Folge, dass man in die Fabrik spazieren und sich eine kostenlose Packung Bud Light schnappen kann!

Das Management eines Unternehmens hat den Auftrag, den Wert des Unternehmens für die Aktionäre zu steigern. Wenn dies nicht passiert können die Aktionäre, zumindest theoretisch, über eine Ablösung des Managements abstimmen. In der Realität besitzen individuelle Anleger wie du und ich nicht genügend Aktien um tatsächlichen Einfluss auf das Unternehmen zu nehmen. Tatsächlich sind es die großen Jungs wie riesige institutionelle Investoren oder milliardenschwere Unternehmer, die die Entscheidungen fällen.

Für ganz normale Aktionäre ist es kein großes Problem, das Unternehmen nicht lenken zu können. Letztendlich ist die Idee ja auch, nicht für sein Geld arbeiten zu müssen, oder? Das Wichtigste am Aktionärsdasein ist, dass man einen Anspruch auf die Profite und Vermögenswerte des Unternehmens hat. Profite werden manchmal in Form von Dividenden ausgezahlt. Je mehr Aktien man besitzt, desto größer der Anteil der Profite, den man erhält. Der Anspruch auf Vermögenswerte kommt nur ins Spiel, sollte das Unternehmen bankrottgehen. Im Falle einer Liquidierung wird man das erhalten was übrigbleibt, nachdem alle Gläubiger bedient wurden. Diesen letzten Punkt kann man nicht stark genug betonen: das Wichtigste am Besitz von Aktien ist der Anspruch auf Vermögenswerte und Profite. Ohne diese wäre der Anteil nicht das Papier wert, auf das er gedruckt ist.

Eine weitere äußerst wichtige Eigenschaft von Aktien ist die eingeschränkte Haftbarkeit, was bedeutet, dass man als Aktionär nicht persönlich haftbar gemacht werden kann, sollte das Unternehmen seine Schulden nicht mehr bedienen müssen. Andere Unternehmensformen wie Partnerschaften sind so aufgebaut, dass im Falle eines Bankrotts derselben die Gläubiger auch die Partner (Anteilseigner) persönlich belangen und deren Haus, Auto, Möbel verkaufen können. Der Besitz von Aktien bedeutet, dass, egal was passiert, man maximal den Gegenwert seiner Investition verlieren kann. Selbst wenn ein Unternehmer dessen Aktionär man ist bankrottgeht, kann man niemals seine persönlichen Vermögenswerte verlieren.

Schulden vs. Aktien

Warum gibt ein Unternehmen Aktien aus? Warum sollten die Gründer ihre Profite mit tausenden Leute teilen, wenn sie die Gewinne auch für sich behalten könnten? Der Grund ist, dass an einem bestimmten Punkt jedes Unternehmen Kapital einsammeln muss. Um das zu tun kann ein Unternehmen es sich entweder von jemandem leihen oder einen Teil des Unternehmens verkaufen, was als Ausgabe von Aktien bezeichnet wird. Ein Unternehmen kann Geld entweder bei einer Bank aufnehmen oder Anleihen ausgeben. Beide Methoden gehören zur Kategorie der Schuldenaufnahme.

Auf der anderen Seite wird die Veräußerung von Unternehmensanteilen als Eigenkapitalfinanzierung bezeichnet. Die Ausgabe von Aktien hat für das Unternehmen den Vorteil, dass diese das Geld nicht zurückzahlen oder Zinszahlungen leisten muss. Alles was die Aktionäre im Gegenzug für ihr Geld bekommen ist die Hoffnung, dass die Aktien eines Tages mehr wert sein werden, als was sie für diese bezahlt haben. Die erste Ausgabe von Aktien, welche von dem Privatunternehmen selbst vorgenommen wird, wird als Börsengang (oder Initial Public Offering/IPO) bezeichnet. Es ist wichtig den Unterschied zwischen schuldenbasierter und aktienbasierter Finanzierung eines Unternehmens zu verstehen. Wenn man eine Schuldeninvestition wie z.B. eine Anleihe erwirbt, wird die Rückzahlung des Geldes (des Kapitals) garantiert, kombiniert mit versprochenen Zinszahlungen.

Bei einer Aktieninvestition ist dies nicht der Fall. Mit der Anteilseignerschaft setzt man sich auch dem Risiko eines möglichen Misserfolgs des Unternehmens aus - genau wie einem Kleinunternehmer niemand einen Gewinn garantiert, ist das auch beim Aktionär der Fall. Als Anteilseigner ist der Anspruch auf Vermögenswerte kleiner als jener von Gläubigern. Wenn also ein Unternehmen bankrottgeht und liquidiert wird, bekommt man als Aktionär kein Geld bis Banken und Bondeigentümer ausgezahlt wurden; dies wird als absolute Priorität bezeichnet. Aktionäre können eine Menge Geld verdienen wenn das Unternehmen erfolgreich ist, können im Falle eines Misserfolgs aber auch ihre gesamte Investition einbüßen.

Risiko

Es muss betont werden, dass es bei einzelnen Aktienwerten keinerlei Garantien gibt. Einige Unternehmen schütten Dividenden aus, viele andere tun dies allerdings nicht. Und es gibt selbst für Unternehmen die traditionell immer Dividenden ausgezahlt haben keinerlei Verpflichtung, dies auch weiterhin zu tun. Ohne Dividenden kann ein Anleger nur durch den Wert einer Aktie auf dem freien Markt mit dieser Geld verdienen. Auf der Schattenseite kann jeder Aktienwert bankrottgehen. In diesem Fall wäre die getätigte Investition wertlos.

Obwohl das Wort "Risiko" zunächst nur negativ klingt hat es auch eine gute Seite. Ein größeres Risiko einzugehen bedeutet auch eine höhere Rendite. Aus diesem Grund haben Aktien historisch gesehen andere Investitionen wie Anleihen oder Sparkonten übertroffen. Auf lange Sicht hatte eine Investition in Aktien historisch gesehen eine Durchschnittsrendite von rund 10-12%.

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