Trader, die mit Optionen arbeiten, müssen ein gutes Verständnis für die Komplexität des Marktes besitzen. Denn das Wissen über die innere Struktur von Optionen ermöglicht es fundierte Entscheidungen zu treffen und auf einen breiteren Auswahlfeld von Handelsstrategien zugreifen zu können.

Indikatoren

Der Optionenpreis wird einer Reihe Indikatoren bestimmt:

  • Preis des Basiswertes;
  • Zeit bis zur Ausführung;
  • Erwartete Volatilität;
  • tatsächlicher Ausübungspreis;
  • Dividenden;
  • Prozentsatz.

Parameter, die mit griechischen Buchstaben gekennzeichnet werden (daher werden diese auch "Griechen" genannt), liefern wichtige Informationen für das Risikomanagement und helfen das Portfolio im Gleichgewicht zu halten und das gewünschte Profil der Investition zu erreichen (zum Beispiel mit der Verwendung eines Delta-Hedgings).

Jeder Parameter zeigt wie das Portfolio auf die kleinsten Veränderungen die Dynamik bestimmter Grundfaktoren reagiert, womit die Risiken von Fall zu Fall beurteilt werden können.

Delta gibt an, wie sich der Preis einer Option verändert, wenn sich der Preis des darunter liegenden Basiswerts um eine Einheit verändert.

Gamma gibt an, wie stark sich das Delta selbst bei Veränderungen des Basiswerts verändert.

Lambda, oder der Elastizitätswert, misst die prozentuale Veränderung der Value-Option in Bezug auf die prozentuale Veränderung des Preises des Basiswerts und hilft Hebelwirkung oder "Leveradge" - den Anteil der Fremdmittel in den Handel - zu berechnen.

Theta berechnet den Wert der Option abhängig von der Zeit, genannt auch Zeitwertverfall. Damit beschreibt man die Abnahme des Zeitwertes einer Option während des Approximations des Ablaufdatums.

Vega misst die Empfindlichkeit der Volatilität, welche zeigt, wie der Wert der Option von der Volatilität des Basiswerts beeinflusst wird.

Rho zeigt die Abhängigkeit des Wertes der Option von dem Prozentsatz,indem der Optionswert unter der Berücksichtigung der risikofreien Rendite gemessen wird.

Im Rahmen des Black-Scholes-Modell, das oft verwendet wird den Wert der Optionen zu beurteilen, sind Indikatoren relativ einfach zu berechnen und bieten nützliche Informationen für Day-Trader und diejenigen, wer Derivate handelt. Delta, Theta und Vega beschreiben dabei die Zeit, die Preisdynamik und die Volatilitätsniveau.

Optionswert wird durch die Ausführungszeit und die Volatilität bestimmt.

  • In der Regel, je länger bis zum Ausführungsdatum, desto höher der Wert von sowohl Call-, als auch Put-Optionen. Entsprechend, je kürzer ist die Zeit bis zu dem Zeitpunkt der Ausführung, desto geringer der Wert der beiden Arten von Optionen.
  • Steigt die Volatilität, so steigt der Wertpreis für Call- und Put-Optionen.
  • Der Preis des Basiswertes beeinflusst unterschiedlich den Preis für Call- und Put-Optionen.
  • Im Regelfall bei der Preissteigerung von Basiswert wächst der Wertpreis der einfachen Call-Option und sinkt der von Put-Option.
  • Anders ist es bei der Preisminderung von Basiswert: der Wertpreis der einfachen Call-Option sinkt und der von Put-Option steigt.

Optionsprämie

Vereinfacht gesagt ist die Optionsprämie eine Differenz zwischen dem Optionspreis und dem Preis des Basiswerts. Die Höhe der Prämie hängt vom Zeitpunkt ihrer Berechnung und dem Markt, auf dem die Option erworben wird. Sogar auf gleichem Markt können Prämien unterschiedlich sein. Sie wird von folgenden Kriterien bestimmt:

Option ITM (in the money), ATM (at the money) oder OTM (out of the money)? Option ITM wird mit höhere Prämie gehandelt, denn Kontrakt ist bereits gewinnbringend und der Käufer kann diesen Gewinn sofort kriegen. Dagegen werden die Optionen ATM und OTM mit kleinerer Prämie verkauft. Andres ausgedrückt, hat ITM Option inneren Wert.

Was ist der Zeitwert des Vertrages? Nach Ablauf des Vertrags verliert die Option ihren Wert, daher ist es logisch, dass je länger die Restzeit ist, desto höher ist die Prämie. Der Vertrag enthält ein zusätzliches Risiko für den Verkäufer: die Zeit wird länger, in der die Option für den Käufer gewinnbringend und dadurch für den Verkäufer verlustreicher werden kann.

Wie ist das Marktvolatilitätsniveau? Prämie wird höher, wenn auf dem Optionenmarkt eine erhöhte Volatilität beobachtet wird, denn damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit des Gewinnwachstums der Option. Umgekehrt stimmt es auch: je kleiner die Volatilität, desto niedriger die Prämie. Die Volatilität des Optionenmarkts wird mithilfe der Substitution von verschiedenen Preisklassen (langfristig, kurzfristig und geschätzten) im Volatilitätspreisschätzungsmodell gemessen.

Beim Erreichen des Ausübungspreises von ITM, ATM oder OTM ist der Wertpreis von Call- und Put-Optionen unterschiedlich aufgrund von direkten und inversen Effekten auf die Verteilungskurven.

Die Zahl und die Abstände von Basispreis (Strike) werden von der Börse bestimmt, auf der die Option gehandelt wird.

Wertpreismodelle von Optionen

Will man beim Handel die Indikatoren der historischen und implizierten Volatilität miteinbeziehen, muss man den Unterschied zwischen den beiden verstehen.

Historische Volatilität zeigt die Schwankungsbreite von dem Basiswertpreis bezüglich seines Mittelwerts in der Vergangenheit. Der Standartwert pro Jahr wird in Prozenten dargestellt. Gemessen wird die Volatilität des Basiswerts über eine bestimmte Anzahl der Handelstage (der Zeitraum kann geändert werden) vor jedem Abrechnungstermin in einer Datenreihe eines vorgegebenen Zeitintervalls.

Implizierte Volatilität beschreibt das Handelsvolumen des Basiswerts und erlaubt somit die zukünftige Standardabweichungen der Vermögenspreise in der Zeit vom Abrechnungsdatum bis zu dem Zeitpunkt der Optionsausübung vorherzusagen. Für einen Day-Trader ist die implizierte Volatilität eine der wichtigsten Faktoren bei der Optionskostenanalyse. Zur Ermittlung implizierter Volatilität wird eines der Kalkulationsmodelle für Optionswert und Optionsprämie verwendet.

Die drei populärsten theoretischen Modelle dabei sind: Das Black-Scholes-Modell, die Bjerksund-Stensland-Approximation und das Cox-Ross-Rubinstein-Modell (kurz CRR-Modell, oft auch: Binomialmodell. Die Berechnungen werden mit Algorithmen, in der Regel auf der Basis von ATM Call- und Put-Optionen, durchgeführt.

  • Das Black-Scholes-Modell am öftesten für die europäischen Optionen her genommen, diese können nur zum Verfallsdatum ausgeführt werden.
  • Bjerksund-Stensland-Approximation zeigt sich als wirksam für amerikanische Optionen, dir jeder Zeit seit dem Kauf bis zum Verfallsdatum ausgeführt werfen können.
  • Das Cox-Ross-Rubinstein-Modell passt für europäische, amerikanische und Bermuda-Optionen. Die letzteren stellen eine Art Zwischenglied zwischen der ersten beiden Typen. Bermuda-Optionen können nur an bestimmten Tagen in der Zeit von Kauf bis zum Verfallsdatum oder am Verfallsdatum ausgeführt werden.
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