Ein Hedgefonds ist grundlegend ein schönerer Name für eine Investment Partnerschaft. Es is gewissermaßen die Liierung eines Fondsmanagers, der oftmals als Komplementär gesehen wird, und den Investoren des Hedgefonds, die manchmal als Kommanditisten bezeichnet werden. Die Kommanditisten steuern das Geld bei und die Komplementäre verwalten das Geld nach den Richtlinien der Fondsstrategie. Die Intention eines Fonds ist es, die Erträge der Investoren zu maximieren und Risiken zu minimieren, was auch als “hedgen” bezeichnet wird. Falls sich diese Vokabeln ähnlich anhören wie die zum Thema Investmentfonds, so tun sie das auch, doch enden die Gemeinsamkeiten der beiden Bereiche dort auch schon wieder.

Der Name “Hedgefonds” wurde ins Leben gerufen, da mit ihm unabhängig von positiven oder negativen Trends auf dem Markt Geld verdient werden sollte. Dies wurde dadurch ermöglicht, dass die Manager “gehedgt” haben, indem sie kurzzeitige oder langfristige Aktien kauften (shorting ist ein Weg Geld zu verdienen, wenn eine Aktie fällt.)

Schlüsselmerkmale

  1. Sie sind nur für “akkreditierte” oder qualifizierte Investoren zugänglich: Investoren in Hedgefonds müssen einige Faktoren bezüglich des Eigenkapitals erfüllen, um sie als Investitionsmöglichkeit nutzen zu können. Das Eigenkapital muss 1 Million Dollar exklusive des Hauptwohnsitzes überschreiten.
  2. Mehr Spielraum für Investitionen: Das Universum für Hedgefonds-Investitionen wird nur von Mandaten begrenzt. Ein Hedgefonds kann eigentlich in alles investiert werden – Land, Immobilien, Aktien, Finanzderivate, Währungen. Investmentfonds müssen im Gegensatz dazu an Aktien oder Anleihen gekoppelt sein.
  3. Setzen häufig Hebelwirkung ein: Hedgefonds nutzen oft geliehenes Geld um die Erträge zu maximieren. Wie wir es bereits in der Finanzkrise 2008 beobachten konnten, kann die Hebelwirkung Hedgefonds jedoch auch vernichten.
  4. Gebührenstruktur: Anstatt sie lediglich eine Ausgabenratio berechnen, nutzen sie darüber hinaus auch eine leistungsbezogene Gebühr. Die leistungsbezogene Gebühr wird für gewöhnlich auch als “Zweiundzwanzig” bezeichnet – eine 2% große Management Gebühr und ein 20% Schnitt der erzeugten Gewinne.

Es gibt noch einige weitere Charakteristika, die Hedgefonds als solche definieren, doch da sie private Investmentinstrumente sind, die es lediglich wohlhabenden Investoren erlauben zu investieren, so sind Hedgefonds eigentlich in keiner weiteren Weise begrenzt, solange sie an die bestimmte Strategie der Investoren angepasst sind. Dieser große Spielraum mag wirken, als könne er einige Risiken bürgen, und das stimmt auch zum Teil. Die größten finanziellen Katastrophen wurden durch Hedgefonds ausgelöst. Doch die Flexibilität, die durch Hedgefonds geschaffen wird hat generell dazu geführt, dass einige extrem talentierte Investoren einige außergewöhnliche nachhaltige Erträge einstreichen konnten.

Hedgefonds in der Praxis – Ein fiktives Beispiel

Um ein besseres Verständnis für Hedgefonds zu bekommen und zu verstehen, warum sie für Investoren und Manager so nützlich sind, möchten wir nun einen Hedgefonds erstellen und ihn über die Dauer eines Jahres beobachten. Ich werde meinen Hedgefonds “Value Opportunities Fund, LLC” nennen. Meine Betriebsvereinbarung – das legale Dokument, in welchem festgelegt wurde, wie mein Fond funktioniert – besagt, dass ich 25% jeglicher Erträge über 5% pro Jahr erhalten werde und, dass ich in alle Optionen auf der ganzen Welt investieren kann.

Zehn Investoren nehmen teil, von denen jeder 10 Millionen Dollar dazusteuert, weshalb mein Fond bei 100 Millionen Dollar startet. Jeder der Investoren füllt seine Betriebsvereinbarung aus – was einem Vertrag sehr ähnlich ist – und sendet sie direkt an meinen Broker oder an den Verwalter des Fonds, der sich genaue Notizen über den Verlauf der Investition macht und die Fonds an den Broker weiterleitet. Eine Fondsverwaltung ist ein Buchhaltungsunternehmen, dass alle bürokratischen Aufgaben übernimmt, die mit einem Investmentfond fällig werden. Der Value Opportunities Fond ist nun eröffnet und nun kann ich mit der Verwaltung des Geldes beginnen. Sobald ich ansprechende Optionen finde, kann ich meinen Broker kontaktieren und ihm mitteilen, was ich mit den 100 Millionen Dollar kaufen möchte.

Ein Jahr vergeht und mein Fond steht bei 40%, somit ist er nun 140 Millionen Dollar wert. Laut der Betriebsvereinbarung gehören die ersten 5% nun den Investoren und all das darüberliegende wird zu 25% auf mich und zu 75% auf die restlichen Investoren vereilt. Das Ertragskapital von 40 Millionen Dollar würde nun erst um 2 Millionen Dollar, oder um 5% auf 40 Millionen Dollar reduziert werden und dieses Geld erhalten dann die Investoren. Diese 5% werden auch als “Hürdenrate” bezeichnet, denn man muss erst die 5% Hürde überwinden, bevor man irgendeine Form von Kompensation erhalten kann. Die übrig bleibenden 38 Millionen Dollar werden zu 25% an mich und zu 75% an die restlichen Investoren aufgeteilt.

Auf der Grundlage des Verlaufs des ersten Investmentjahres und den Bedingungen des Fonds, habe ich in einem einzigen Jahr 9,5 Millionen Dollar verdient. Die Investoren bekommen die restlichen 28,5 Millionen Dollar zusammen mit den 2 Millionen Dollar der Hürdenrate für den Ertrag von insgesamt 30,5 Millionen Dollar. Wie Sie sehen können, kann das Geschäft mit Hedgefonds äußerst lukrativ sein. Wenn wir 1 Milliarde Dollar investiert hätten, so hätte ich gar 95 Millionen Dollar verdient und die anderen Investoren zusammen 305 Millionen Dollar.

Natürlich werden Hedgefonds Manager dafür geschmäht, dass sie so außergewöhnliche Beträge erwirtschaften. Doch diejenigen, die mit dem Finger zeigen – was meistens die Zeitungen sind – erwähnen dabei nicht, dass die üblichen Investoren 305 Millionen Dollar verdienten. Oder wann haben Sie das letzte Mal gehört, dass sich ein Investor in einem Hedgefonds darüber beklagt, dass sein Fondsmanager zu viel verdient?

Nicht jedermanns Sache

Es sollte klar sein, dass Hedgefonds im Vergleich zu den klassischen Investmentfonds einige Vorteile bieten. Zu diesen Vorteilen gehören folgende Punkte:

  1. Investment Strategien bieten die Möglichkeit um positive Erträge sowohl auf steigenden, als auch auf fallenden Märkten zu bieten.
  2. Hedgefonds in einem ausgeglichenen Portfolio können das Portfolio Risiko im Großen und Ganzen minimieren und die Erträge erhöhen.
  3. Es gibt eine große Bandbreite an Investitionsstilen, von denen viele völlig unabhängig von anderen sind. Diese geben den Investoren die Möglichkeit, Investitionsstrategien vollkommen an ihre eigenen Bedürfnisse und Vorhaben anzupassen.
  4. Zugang zu den talentiertesten Investmentmanagern der Welt.

Doch natürlich bergen auch Hedgefonds gewisse Risiken:

  1. Konzentrierte Investmentstrategien können bei Hedgefonds zu potenziell enormen Verlusten führen.
  2. Hedgefonds verlangen es meistens, dass Investoren das Geld über einige Jahre unangerührt lassen.
  3. Die Nutzung der Hebelwirkung oder geliehenes Geld kann aus kleinen Verlusten riesige Verluste machen.
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